Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.
Seit 2010 überprüft die Klassik Stiftung ihre Bestände systematisch, das heißt chronologisch und bestandsübergreifend, auf NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter (sogenanntes NS-Raubgut).
Im Jahr 2011 wurde die Provenienzforschung als Aufgabe im Leitbild der Klassik Stiftung Weimar verankert. Seit 2020 wenden sich die Recherchen dem Erwerbungszeitraum ab dem 9. Mai 1945 zu und werden über NS-verfolgungsbedingte Entziehungen hinaus auf unrechtmäßige Entziehungen während der sowjetischen Besatzung (SBZ) und der DDR-Zeit ausgeweitet.
Wenn Sammlungsobjekte Provenienzmerkmale aufweisen, können frühere Besitzerinnen und Besitzer identifiziert werden. Die Abbildung zeigt das Exlibris von Dr. Hermann Türck in einem Buch der Herzogin Anna Amalia Bibliothek.
Seit 2014 wird die Klassik Stiftung Weimar bei der Erfüllung ihrer Aufgaben im Bereich der Provenienzforschung von einem externen Fachbeirat beratend begleitet und evaluiert. Aktuell gehören folgende Persönlichkeiten dem Beirat an:
Akten und weitere Dokumente erlauben es, die näheren Umstände einer Erwerbung zu rekonstruieren. Die Abbildung zeigt ein Schreiben, das eine NS-verfolgungsbedingte Entziehung eindeutig belegt.
Die Überprüfung der Objekte, die Vorgängerinstitutionen der Klassik Stiftung Weimar in den Jahren 1933 bis 1945 erworben haben, ist weitgehend abgeschlossen. Seit 2020 werden die Erwerbungen der SBZ- und DDR-Zeit auf problematische Zugänge geprüft. Mit der Erbenermittlung und Vorbereitung von Restitutionen ist eine Juristin betraut.
Alle Objekte in den Sammlungen, die als NS-Raubgut identifiziert wurden, werden an das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gemeldet; sie sind dann unter www.lostart.de recherchierbar. Bücher aus den Beständen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, für die der Verdacht auf einen verfolgungsbedingten Entzug besteht, werden in den bibliothekseigenen Online-Katalogen „NS-Raubgut“ und „Kulturgutentziehungen 1945–1990 in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek“ nachgewiesen.
Erwerbungsverzeichnisse dokumentieren den Zeitpunkt und die Herkunft von Erwerbungen. Die Abbildung aus einem Zugangsbuch der Thüringischen Landesbibliothek (Vorgängerinstitution der Herzogin Anna Amalia Bibliothek) enthält den Hinweis, dass ein Band aus dem Nachlass Hermann Türcks stammt.