Foto: Henry Sowinski

Oßmannstedter Studientage für Lehrkräfte

Die Studientage laden dazu ein, sich für den Literatur- und Geschichtsunterricht fortzubilden. Sie bieten Vorträge und Seminargespräche, die im Wechsel mit Ortsterminen in Weimar und der Region Zugänge zu Werken, Epochen oder Themen der deutschen Literatur eröffnen. Dabei werden Anschlüsse der Themen an die Gegenwart und Lebenswelt der Schüler*innen diskutiert. Gezielt wird dieser fachliche Austausch verknüpft mit der Vorstellung aktueller Formate der kulturellen Bildung der Klassik Stiftung Weimar.

Zielgruppe: Lehrer*innen der Fachbereiche Deutsch, Geschichte, Politik und Religion. Teilnehmen können nach Maßgabe freier Plätze und auf Anfrage auch Personen, die nicht Lehrkräfte sind. Für sie erhöhen sich die Kosten um 50 €, weil die Veranstaltungen als Lehrkräftefortbildung gefördert wird.

Wir bemühen uns um die Anerkennung der Veranstaltungen als Lehrkräftefortbildung in Ihrem Bundesland. Sprechen Sie uns dazu gern an.

Veranstaltungsort (außer beim Onlineseminar und der Exkursion nach Rom): Seminar- und Übernachtungsort ist die Akademie im Wielandgut Oßmannstedt. Außerdem sind Besuche der Museen und Einrichtungen der Klassik Stiftung Weimar Teil der Programme.

Anmeldung

Die Anmeldung zu den Studientagen erfolgt über wielandakademie@klassik-stiftung.de. Geben Sie bitte dazu an, an welcher Veranstaltung Sie teilnehmen wollen, an welcher Schule Sie Lehrkraft sind, wie die Rechnungsadresse lautet und ob Sie in einem Einzel- oder im Doppelzimmer untergebracht werden möchten. Eine Rechnung erhalten Sie im Nachgang per E-Mail.

Aktuelle Veranstaltungen

Hier erhalten Sie Einblick in den Programmflyer 2026.
 
25.09. – 27.09.2026

5. Weimarer Gespräche: Frauen der Romantik – Schriftstellerinnen und Literaturagentinnen um 1800

Um 1800 schrieben zahlreiche Frauen in Deutschland Literatur – doch ihre Werke sind heute kaum bekannt. Die männlich geprägte Geschichtsschreibung hat sie lange marginalisiert oder ignoriert. Dabei waren Autorinnen wie Sophie Mereau, Karoline von Günderrode oder Helmina von Chézy wichtige Stimmen ihrer Zeit. Wir lesen Texte dieser und weiterer Autorinnen wie Dorothea Veit oder Bettine von Armin, beschäftigen uns mit den Ergebnissen neuer Recherchen in den Archiven sowie der Initiative #breiterkanon. Das Seminar richtet den Blick außerdem auf zwei Städte, die stark vom männlichen Kanon geprägt sind: Weimar und Jena. Es wird zeigen, dass eine andere Perspektive möglich ist – eine, die weibliches Schreiben sichtbar macht und unsere Literaturgeschichte neu denkt.

Das Seminar bietet Hilfestellungen für das bundesweit prüfungsrelevante Themenfeld Literatur um 1800 in den Abiturjahrgänge 2027–29. Es beinhaltet eine Exkursion nach Weimar mit einem Besuch des Goethe- und Schiller-Archivs.

Leitung: Dr. Francesca Müller-Fabbri, Referent:innen: Prof. Martina Wernli, Max Pommer, Johannes Korngiebel, Cosima Jungk, Dr. Beate Kennedy

Kosten: Programm: 140,00 Euro (Nichtmitglieder), 120,00 (Mitglieder des Vereins oder der Kooperationspartner)
Übernachtung: Zimmerkontingente zu Vorzugspreisen sind im Wielandgut mit Frühstück und einer weiteren Mahlzeit (DZ 110,00/ EZ 140,00 Euro) abrufbar. 

Hier erhalten Sie Einblick ins Programm!

Dies ist eine eigenständige Veranstaltung des Bildungsforum Oßmannstedt e. V.


11.10. – 15.10.2026

Studientage in Rom: Römische Affären – Ingeborg Bachmann, ihre befreundeten Künstler*innen und das Rom der 50er und 60er

With Rom in Love. So könnte man etwas überspitzt die Beziehung einer Reihe von deutschsprachigen Autor*innen der 50er und 60er Jahre beschreiben, für die die Ewige Stadt zum Fluchtpunkt und Inspirationsort für ihre Romane, Gedichte, Essays und Kompositionen wird.
Wir nehmen Ingeborg Bachmanns 100. Geburtstag zum Anlass, uns mit diesen römischen Affären zu beschäftigen. Wir lesen Texte von ihr, Heinrich Böll, Marie Luise Kaschnitz und Wolfgang Köppen und rekonstruieren ihr Schaffen in Rom. Wir begeben uns an authentische Schauplätze ihres Wirkens und diskutieren ihre literarische Bearbeitung. Und wir werfen einen Seitenblick auf das Werk eines weiteren bedeutenden Künstlers und engen Freundes Ingeborg Bachmanns: des Komponisten Hans Werner Henze.
Schließlich berücksichtigen wir auch, dass viele Deutsche in diesen Jahren ihre Leidenschaft für Italien wiederentdeckten und im Sommer über die Alpen in das Land, wo die Zitronen blühen, pilgerten, um das zu finden, wonach auch die Künstler*innen suchten: Inspiration und Dolce Vita, südliches Lebensgefühl und Freiheit.

Leitung: Marc Grohall, Referent*innen: Prof. Dr. Micaela Latini, Dr. Hannes Höfer, Prof. Eike Wernhard

Hier erhalten Sie Einblick in das Programm!

Dies ist eine eigenständige Veranstaltung des Bildungsforum Oßmannstedt e. V. in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar, der Goethe-Gesellschaft Weimar und der Casa di Goethe in Rom.

Ein Einblick in die Studientage in Rom 2025 erwartet Sie hier!
 

13.11. – 15.11.2026

Hassreden, Echokammern und Untergangsszenarien – Dysfunktionale Medien in Literatur und Wirklichkeit

 C. M. Wieland war 1785 noch optimistisch, dass sich in freier Rede unaufhaltsam Vernunft und Aufklärung durchsetze. Heute ist diese Zuversicht geschwunden. Insbesondere die digitalen Medien sind scheinbar Orte, an denen sich Vorurteile, Fehlinformationen und Verschwörungstheorien ungehindert verbreiten. Auch die Literatur reagiert auf diesen gesellschaftlichen Wandel in Romanen wie z.B. Bot von Clemens J. Setz, Serverland von Josefine Rieks und Dave von Raphaela Edelbauer.
Wir betrachten in diesem Seminar die Chancen und Herausforderungen von analogen und digitalen Medien. Dazu analysieren wir die aktuelle Medienlandschaft anhand von exemplarischen Beispielen, beschäftigen uns mit medialen Praktiken von Jugendlichen in der Gegenwart und befassen uns mit Kernbegriffen der Medientheorie. Wir lesen Auszüge aus pragmatischen und ästhetischen Texten, reflektieren daran mediale Phänomene und bestimmen den Eigenwert von literarischen Texten im Medienunterricht. Zudem werfen wir vor diesem Hintergrund einen Seitenblick auf die Ängste, Sorgen und Hoffnungen einer ganz anderen Medienverwerfung, nämlich der Leserevolution um 1800.

Das Seminar bietet Hilfestellungen für das bundesweit prüfungsrelevante Themenfeld Sprache und Kommunikation in analogen und digitalen Medien in den Abiturjahrgängen 2028-30.

Leitung: Marc Grohall, Referent*innen: Prof. Dr. Sebastian Bernhardt, PD Dr. Claudia Riesmeyer

Kosten: 229,00 Euro / 269,00 Euro (inkl. ÜN, Frühstück, Abendessen, Programm) 

Hier erhalten Sie in Kürze Details zum Programm!


5.03. – 7.03.2027

Romantik, Nature Writing und Climate Fiction – Natur im Spiegel der Literatur um 1800 und in der Gegenwart

In Zeiten multipler geopolitischer Krisen hat die Aufmerksamkeit für die Folgen des menschengemachten Klimawandels in Debatten abgenommen. Auch das Genre der Climate Fiction (Cli-Fi) scheint in eine Art Ermüdung geraten zu sein. Das Seminar fragt daher: Was kann Literatur leisten, um die Folgen der Klimakrise darzustellen und ein ökologisches Bewusstsein zu fördern? Ein historischer Blick hilft dabei, die Perspektive zu erweitern. Die Literatur um 1800 bietet hier einen guten Ausgangspunkt: Sie markiert Ursprünge des modernen ökologischen Denkens und den Anbruch des Anthropozäns. Beispiele der erzählenden und lyrischen Literatur – aus der Epoche um 1800 wie aus der Gegenwart – werden im Seminar im Zusammenspiel diskutiert. Dabei geht es nicht nur um deren Natur- und Umweltkonzepte, sondern auch um die ästhetischen Strategien, mit denen Literatur ökologische Zusammenhänge gestaltet und der Herausforderung des Klimawandels begegnet.

Leitung: Dr. Thomas H. Meyer, Referent: Dr. Mathias Grüne

Kosten: 229,00 Euro / 269,00 Euro (inkl. ÜN, Frühstück, Abendessen, Programm) 

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18.06. – 20.06.2027

Insta-Poets, BookTok, Fan Fiction – Medien und der Wandel der literarischen Öffentlichkeit

Wie entsteht literarische Öffentlichkeit? Wie wandelt sie sich, und welche neuen Formen kann sie annehmen? Von Wielands wegweisenden Arbeiten über den Einfluss von Schillers Horen und den sogenannten ‚Werther-Effekt‘ bis hin zu ‚Insta-Poets‘, BookTok, Fan Fiction und der Frage nach einer Boulevardisierung – oder vielleicht Demokratisierung? – von Literatur spannt die Fortbildung einen Bogen durch die Geschichte und Gegenwart literarischer Öffentlichkeit.
In Vorträgen, Diskussionen und vor Ort erkunden wir die Mechanismen der sich verändernden medialen Darstellungs-, Rezeptions- und Produktionsformen von Literatur, an denen auch Schülerinnen und Schüler immer stärker teilhaben. Das Seminar bietet sowohl fundierte wissenschaftliche Einblicke als auch konkrete Impulse für die didaktische Umsetzung. Es bietet Anregungen für den länderübergreifenden Prüfungsschwerpunkt Sprache und Kommunikation in analogen und digitalen Medien.

Leitung: Christine Herzig und Karsten Bammel; Referent: Prof. Dr. Gerhard Lauer

Kosten: 229,00 Euro / 269,00 Euro (inkl. ÜN, Frühstück, Abendessen, Programm) 

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17.09. – 19.09.2027

6. Weimarer Gespräche: Schule der Ironie – Debatten, Konflikte und Provokationen um 1800 und die Herausforderungen der modernen Gesellschaft

Die Fronten des politischen Diskurses scheinen sich heute immer mehr zu verhärten. Schwierige Kommunikationssituationen sind aber keine neuartige Erscheinung. „Wir leben jetzt recht in Zeiten der Fehde“, schreibt etwa am 1. November 1795 Friedrich Schiller an Johann W. Goethe mit Blick auf den Zeitschriftenmarkt und die Literaturkritik.
Wir werfen einen Blick auf einige dieser Debatten in Briefen, Kunstprogrammen und Zeitschriften um 1800 und fragen uns, ob Streit und Provokation nicht zum Alltag der sich formierenden modernen Gesellschaft gehören und ob Komik und Humor nicht ein Mittel wären, eingefahrene Konflikte aufzulösen.
Das Seminar bietet Hilfestellungen für das bundesweit prüfungsrelevante Themenfeld Literatur um 1800 in den Abiturjahrgängen 2027–2029. Es beinhaltet eine Exkursion nach Weimar mit einem Besuch des Goethe-Schiller-Archivs.

Leitung: Marc Grohall, Referent*innen: Dr. Christian Hain, Prof. Kerstin Hensel, Dr. Hannes Höfer, Prof. Dr. Dirk von Petersdorff, Dr. Roxane Phillipps  

Dies ist eine eigenständige Veranstaltung des Bildungsforum Oßmannstedt e. V.
 

 10.10. – 14.10.2027

Studientage in Rom: „Dann versteh ich erst recht den Marmor …“ – Rom: Sehnsucht nach Antike und Renaissance in Literatur und Kunst um 1800

Ausgehend von Winckelmann begeistern sich deutschsprachige Autor*innen und Künstler*innen ab 1750 völlig neu für die griechische Antike und reisen nach Rom. In der Folge beginnen sowohl in der bildenden Kunst als auch in der Literatur Überlegungen, wie sich „stille Einfalt und edle Größe“ zeitgenössisch umsetzen lassen. Es entstehen Werke wie Schillers Die Götter Griechenlands (1788), Goethes Römische Elegien (1788–1790) und Hölderlins Brot und Wein (1800/01). Neben diesem Klassizismus begeistern sich romantische Autor*innen für Renaissancemalerei und Katholizismus, wie in den Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders (1796) von Wackenroder und Tieck. Wir besuchen Orte der modernen Griechen- und Renaissancebegeisterung in Rom und verfolgen anhand ausgewählter Texte und Kunstwerke, wie aus der Auseinandersetzung mit denselben Orten und Gegenständen ästhetische Positionen entstanden, die in der Folge als Klassik und Romantik gegeneinandergesetzt wurden.
 

Leitung: Marc Grohall, Referenten: Dr. Hannes Höfer und Max Pommer 
 

12.11. – 14.11.2027

Charlotte Gneuß’ „Gittersee“ und die erzählte DDR – Literatur und Erinnerungskultur

Charlotte Gneuß’ vielbeachteter Debütroman Gittersee – länderübergreifendes Abiturthema der Jahrgänge 2029 bis 2031 – führt in die DDR der 1970er-Jahre und wirft zugleich Fragen auf, die weit über den historischen Stoff hinausreichen. Die Fortbildung nähert sich dem Roman aus verschiedenen Perspektiven. Im Mittelpunkt stehen sowohl die inhaltlichen und formalen Besonderheiten des Werks als auch die erinnerungspolitischen Diskurse, die seine Rezeption begleiten. Ausgehend von Ingo Schulzes ‚Mängelliste‘ zum Roman richtet sich der Blick zudem auf Fragen von Literatur und Authentizität und insbesondere auf weibliche Autorschaft im Literaturbetrieb des 21. Jahrhunderts. In Vorträgen, gemeinsamer Lektüre und intensiver Diskussion verbinden wir wissenschaftliche Einordnung mit konkreten Impulsen für die didaktische Arbeit. So eröffnet die Fortbildung Zugänge zu einem Roman, der Zeitgeschichte, Erinnerungspolitik und literarische Form auf facettenreiche Weise miteinander verschränkt – und damit vielfältige Anknüpfungspunkte für eine differenzierte Auseinandersetzung im Unterricht bietet.


Leitung: Christine Herzig; Referent: Dr. Stephan Papst 

Kosten: 229,00 Euro / 269,00 Euro (inkl. ÜN, Frühstück, Abendessen, Programm) 

Hier erhalten Sie in Kürze Details zum Programm!

Digitale Angebote

Die Oßmannstedter Studientage sind auch digital erlebbar: Ausgewählte Vorträge und Diskussionen wurden aufgezeichnet und stehen online zur Verfügung. eferen"tinnen: Dr. Barbara Häckl und Prof. Dr. Ethel Matala de Mazza"

Die Veranstaltungsreihe "Oßmannstedter Studientage" findet in Kooperation mit dem Bildungsforum Oßmannstedt e. V. und dem Goethe-Gesellschaft in Weimar e. V. statt.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.