Tiefurt ist der ehemalige „Musenort“ der Weimarer Hofgesellschaft. Das ländliche Anwesen war ab 1781 Sommersitz der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach. Zum geselligen künstlerischen und musischen Zeitvertreib fernab des höfischen Zeremoniells empfing sie hier zahlreiche Gäste, darunter vor allem Goethe, Herder, Wieland und Schiller. Der weitläufige Park, der zusammen mit dem Schloss als Teil des Ensembles „Klassisches Weimar“ zum UNESCO-Welterbe gehört, ist ein bedeutendes Zeugnis des frühen sentimentalen Landschaftsgartens und lädt zur Erkundung zahlreicher Denkmale ein.
Achtung! Ab dem 21.07.2025 wird der Bereich zwischen der Ilmbrücke bis zur Einfahrt „Klärwerk“ gebaut. Somit ist eine Durchfahrt zum Schloss nicht möglich: https://stadt.weimar
Anlässlich des 250jährigen Jubiläums des Einzugs von Prinz Constantin in Tiefurt wird das Wirken von Friedrich Ferdinand Constantin, Anna Amalias zweitem Sohn, in den Fokus gerückt. Die Präsentation zeigt Pläne aus der Frühzeit der Anlage, als Constantin mit seinem Erzieher Karl Ludwig von Knebel in Tiefurt einzog und erstmalig ein „herrschaftlicher Garten“ angelegt wurde. Der daraus entstandene Park zeigt bis heute Gestaltungselemente, die damals in Anlehnung an antike Vorbilder und vor dem Hintergrund eines „leidenschaftlichen Bedürfniß des Landlebens“ (Goethe) geschaffen wurden. Der Eintritt ist frei.
Die Präsentation vertieft die Inhalte der Sonderausstellung „Das wahre Gesicht der Anna Amalia - Eine verborgene Malerei der Barbara Rosina de Gasc", in der die Herkunfts- und Restaurationsgeschichte des Familiengemäldes der Herzogin Anna Amalia und ihrer beiden Söhne thematisiert wird. Die Ausstellung ist vom 30. April bis 13. September 2026 im Wittumspalais geöffnet.
Die Räume geben Einblick in die unterschiedlichen Ausstattungen und Nutzungsphasen des Schlosses. Skulpturen und Büsten des Hofbildhauers Martin Gottlieb Klauer sowie Porzellane aus China, Meißen und Wien zählen zu den kunsthandwerklichen Höhepunkten der Einrichtung. Die gezeigten Kunstwerke erinnern auch an die Italienreise Anna Amalias von 1788 bis 1790. Vom Innenhof aus ist die sogenannte Kalte Küche zu besichtigen: Die dort ausgestellten historischen Schaugerichte aus Porzellan, Wachs und Papiermaché stammen aus dem herzoglichen Besitz und imitieren die Speisen täuschend echt.
Goethezimmer
Lyragitarre Anna Amalias im Musikzimmer
Kaminzimmer
Speisezimmer
Kalte Küche
Kalte Küche
Schloss und Park Tierfurt als 360° Ansicht
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Das Schloss
Das 1765 für ein herzogliches Kammergut erbaute Pächterhaus war ab 1776 Wohnsitz von Prinz Constantin, dem jüngeren Bruder Carl Augusts von Sachsen-Weimar und Eisenach. Es wurde zu einem Landschlösschen ausgebaut. 1781 verlegte Anna Amalia hierher ihren Sommersitz, der zum beliebten Treffpunkt der Dichter, Denker und Künstler der Weimarer Klassik avancierte. Nach der Plünderung des Schlosses durch französische Truppen 1806 und dem Tod Anna Amalias 1807 wurde es um Tiefurt still. Erst ihr Enkel Carl Friedrich veranlasste ab 1820 Wiederherstellungsarbeiten und richtete das Schloss neu ein. Zum Museum ließ es Großherzog Wilhelm Ernst 1907 anlässlich des 100. Todestages Anna Amalias umgestalten.
Der Park
Der Schlosspark Tiefurt erstreckt sich auf einer Fläche von 21 Hektar zu beiden Seiten der Ilm. Sanft abfallende Wiesen mit schönen Baumgruppen reichen bis zum Flussufer. Jenseits der Ilm erhebt sich ein dicht mit Bäumen bewachsener Steilhang, der Ausblicke in die umgebende Landschaft und Blickbeziehungen in den Park zurück ermöglicht.
Blick in den Park mit Musentempel
Vor dem Altan auf der Rückseite Schloss Tiefurts lädt eine Bank zur Rast ein
Detailaufnahme des Mozart-Denkmals
Prinz Friedrich Ferdinand Constantin legte 1776 gemeinsam mit seinem Erzieher Karl Ludwig von Knebel einen englischen Landschaftspark an. Geschlängelte Wege führten zu ersten Parkarchitekturen und Sitzplätzen, umrahmt von verschiedenartigen Pflanzungen. Nach Constantins Abreise aus Weimar im Jahr 1781 verlegte Herzogin Anna Amalia ihren Sommersitz nach Tiefurt, setzte die Parkgestaltung schrittweise fort und schmückte das Ilmtal zu einem sentimentalen Garten mit stimmungsvollen Parkarchitekturen wie Vergilgrab, Musentempel und Salon aus.
Nach der Plünderung des Schlosses durch französische Truppen 1806 und dem Tod Anna Amalias im darauffolgenden Jahr geriet Tiefurt aus dem Fokus. Erst mit der umfassenden Erneuerung und Umgestaltung des Parks zwischen 1846 und 1850 durch den Hofgärtner Eduard Petzold erhielt Tiefurt seine ursprüngliche Bedeutung zurück. Viele der heute das Parkbild bestimmenden Baumgruppen wurden in dieser Zeit gepflanzt.
Audioguide Schloss & Park Tiefurt
Audioguide
Einführung
Diele 1. OG
Vertiefungsebene zu 401
Speisezimmer
Kaminzimmer
Vertiefungsebene zu 403
Musikzimmer
Vertiefungsebene zu 404
Schlafzimmer
Alkovenzimmer
Altangang
Göchhausen-Zimmer
Goethezimmer
Vertiefungsebene zu 409
Kabinett neben Goethezimmer
Baugeschichte
Küche
Geschichte des Parks
Vertiefungsebene zu 413
Teesalon
Denkmal für Mozart
Gesellschaftsplatz
Gedenkstein für Johann Gottfried Herder
Das Lied vom Schmetterlinge
Schauplatz der Uraufführung von Goethes „Die Fischerin“
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Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.