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Bauhaus-Welt für Kinder

In »Eine neue Welt für Kinder« mit Arbeiten der Bauhaus-Gestalterin Alma Siedhoff-Buscher (1899 – 1944) führt eine Ausstellung, die die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen ab 20. November im Bauhaus-Museum zeigt. Vorgestellt werden Entwürfe und Beispiele für Spielzeug, Bilderbücher und Bastelbögen bis hin zu Möbeln für Kinderzimmer, von denen nicht wenige zu Designklassikern des 20. Jahrhunderts wurden. Insgesamt vereint die bisher umfangreichste Schau zum Werk Alma Siedhoff-Buschers mehr als 200 Exponate, darunter variables, farbenfrohes Holzspielzeug, Wurfpuppen, Malfibeln und Puppentheater mit abstrakten Figuren. Die Arbeiten der Bauhaus-Studentin, die sich fast ausschließlich Entwürfen für Kinder widmete, werden ergänzt durch Kindermöbel von Marcel Breuer, Peter Keler, Erich Dieckmann und Eberhard Schrammen sowie Spielzeug und Puppentheater u.a. von Lyonel Feininger und Karl Peter Röhl aus der Dauerausstellung des Bauhaus-Museums.
Alma Siedhoff-Buscher gehörte von 1922 bis 1927 zu den prägenden Gestalterinnen am Bauhaus in Weimar und Dessau. Neben der Metall-gestalterin Marianne Brandt gehörte sie zu den wenigen Studentinnen am Weimarer Bauhaus, die sich erfolgreich außerhalb der den Frauen zugewie-senen Webereiwerkstatt durchsetzen konnten. Bereits mit ihrem ersten größeren Projekt, dem Kinderzimmer im Haus Am Horn, wurde Alma Siedhoff-Buscher zur Bauhaus-Ausstellung im Sommer 1923 international bekannt. Der für dieses Zimmer entwickelte variable Spielschrank mit bunten herausnehmbaren Kästen für Spielzeug und Bücher zum Spielen, Sitzen und Fahren sowie einem Türausschnitt für Puppentheater kam als besondere Designleistung in den Musterkatalog der Bauhaus-Tischlerei und wurde mehrfach produziert. 1923 entstanden das Große und Kleine Schiffbauspiel, später das »Bützel«- und »Kugelspiel« und 1924 ein Puppentheater mit farbigen Holzfiguren. Für die noch am Bauhaus in Weimar entwickelten »Wurfpuppen« meldete Alma Siedhoff-Buscher 1926 erfolgreich das Deutsche Reichspatent an. Für den Verlag Otto Maier Ravensburg entwarf sie die Bastelbögen »Segelboot« und »Krahn« sowie zwei Malfibeln, in denen sie die reformpädagogischen und gestalterischen Konzepte des Bauhauses in eine Formen- und Farbenlehre für Kinder umsetzte.
Neben den Entwürfen für Kinder aus der Zeit von 1923 bis 1929 bietet die Ausstellung auch Einblicke in die Studien von Alma Siedhoff-Buscher an der Reimann-Schule und am Staatlichen Kunstgewerbemuseum Berlin 1917 bis 1922, die interessante Vergleiche zur Weimarer Kunstgewerbeschule Henry van de Veldes und zum frühen Bauhaus ermöglichen. Zahlreiche Studienarbeiten dokumentieren zudem Siedhoff-Buschers Grundlagenaus-bildung am Bauhaus in Weimar 1922/23 bei Johannes Itten , Wassily Kandinsky und Paul Klee. 49 Werke befreundeter Bauhäusler, darunter von Georg Muche, Oskar Schlemmer, Lou Scheper u.a., ergänzen die Schau, die bis zum 13. Februar gezeigt wird.
Die Ausstellung »Alma Siedhoff-Buscher. Eine neue Welt für Kinder« wird
am 19. November, 17 Uhr, eröffnet. Sie ist bis zum Jahresende täglich außer montags sowie ab Januar 2005 täglich von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Führungen werden jeweils sonntags um 11 Uhr angeboten.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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