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18.03.2026

Klassik Stiftung Weimar startet ins Themenjahr „Öffnen“

Ausstellungen, UNESCO-Jubiläen, digitale Goethe-Angebote und große Wiedereröffnungen prägen das Jahr 2026

>>> Weitere Pressematerialien finden Sie im Pressekit (Passwort: Öffnen2026)

>>> Weitere Informationen zum Themenjahr und zum Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.

 

Die Klassik Stiftung Weimar startet am 19. März 2026 in ihr Themenjahr „Öffnen“. Mit der teils langersehnten Wiedereröffnung zentraler Kulturorte sowie Ausstellungen, Jubiläen und digitalen Projekten lädt die Stiftung dazu ein, Weimar neu zu erleben: offener, zugänglicher und im bewussten Dialog mit den Fragen der Gegenwart. 

Öffnen steht für Neugier, Lust auf Begegnung, Austausch – und für die Aussicht, etwas zu finden, das bereichert. Die Stiftung öffnet 2026 Türen, Sammlungen und Perspektiven und lädt dazu ein, das klassische Weimar neu zu entdecken. „Öffnen“ ist nicht nur ein Motto, sondern Programm. Kultur kein abgeschlossener Kanon, sondern ein lebendiger Raum des gemeinsamen Gestaltens und Entdeckens, ein Raum, in dem weitergedacht und auch gestritten wird. Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz beschreibt diesen Prozess klar: „Öffnen ist unsere Haltung.“ 

Zum Auftakt werden das neue Jahresmagazin „klassisch modern“ vorgestellt und zwei Ausstellungen eröffnet: „Zwischen Ordnung und Verlust. Die Entstehung der Marke Goethe“ im Goethe- und Schiller-Archiv sowie „Historie trifft Gegenwart. UNESCO-Bauhaus-Stätten in Weimar, Dessau und Bernau im Spiegel von Zeit und Sichtweisen“ im Bauhaus-Museum Weimar.

Christian Tischner, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, betont: „Thüringen strahlt mit seinem UNESCO-Erbe weit über die Landesgrenzen hinaus. Dass Goethes handschriftlicher Nachlass seit 25 Jahren zum UNESCO-Weltdokumentenerbe gehört, zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung die kulturellen Schätze Weimars für das Gedächtnis der Menschheit haben. Der Freistaat übernimmt gemeinsam mit dem Bund, der Stadt Weimar und der Klassik Stiftung Weimar bewusst Verantwortung für dieses Erbe. Wir bewahren diese einzigartigen Quellen nicht nur, sondern erschließen sie auch immer wieder neu für Forschung, Bildung und die Öffentlichkeit. Gerade in einer Zeit globaler Herausforderungen erinnert uns dieses Erbe daran, wie wichtig der kulturelle Austausch über Grenzen hinweg ist – ganz im Sinne von Goethes Idee der Weltliteratur.“

Auftakt mit Goethe, UNESCO und Magazin

Der Start des Themenjahres am 19. März 2026 verbindet programmatisch drei Linien: das neue Jahresthema, die publizistische Begleitung durch das Magazin „klassisch modern“ und ein bedeutendes Jubiläum der Stiftung. Denn Goethes schriftlicher Nachlass gehört seit 25 Jahren zum UNESCO-Weltdokumentenerbe „Memory of the World“. Die Ausstellung „Zwischen Ordnung und Verlust. Die Entstehung der Marke Goethe“ im Goethe- und Schiller-Archiv rückt dieses Jubiläum in den Mittelpunkt und zeigt, wie aus einem Nachlass ein weltweit bedeutsamer Wissens- und Erinnerungsort wurde. 

Dr. Roman Luckscheiter, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, zeigt sich erfreut: „Goethes Nachlass macht deutlich, warum er bis heute als Weltbürger gilt: In seinen Handschriften, Briefen, Tagebüchern und Manuskripten begegnet uns ein Autor, dessen Ideen Grenzen überschreiten und Menschen weltweit bis heute ansprechen. Dass die UNESCO dieses Erbe im Register Memory of the World führt, zeigt seinen Rang als Teil des kulturellen Gedächtnisses der Menschheit. Der Klassik Stiftung Weimar und dem Goethe- und Schiller-Archiv gratuliere ich herzlich zum 25-jährigen Jubiläum und danke ihnen dafür, dass sie Goethes Nachlass nicht nur bewahren, sondern für immer neue Generationen lebendig halten.“

Ein zweites UNESCO-Jubiläum prägt das Jahr ebenfalls: 30 Jahre UNESCO-Welterbe Bauhaus-Stätten in Weimar und Dessau. Aus diesem Anlass zeigt das Bauhaus-Museum Weimar die Ausstellung „Historie trifft Gegenwart“, die historische Ansichten und heutige Perspektiven auf die Welterbestätten in Weimar, Dessau und Bernau zusammenführt. Ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch weitere Angebote zur Moderne und zum politischen Kontext des Bauhauses. Am 7.6.2026 feiert die Stiftung gemeinsam mit der Bauhaus-Universität Weimar das 30jährige UNESCO-Jubiläum.

Ein Jahr der Öffnungen und neuen Zugänge

Zu den wichtigsten Ereignissen des Themenjahres zählt die Wiedereröffnung des Wittumspalais am 30. April 2026. Mit dem Witwensitz der Herzogin Anna Amalia wird ein zentraler Ort der Weimarer Klassik nach der Sanierung wieder zugänglich. Parallel dazu eröffnet dort die Ausstellung „Das wahre Gesicht der Anna Amalia – eine verborgene Malerei der Barbara Rosina de Gasc“. Am selben Tag startet im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek außerdem die Ausstellung „Öffentlich machen! Das ABC der Herzogin Anna Amalia Bibliothek“.

Der Höhepunkt des Jahres folgt im Herbst: Vom 2. bis 4. Oktober 2026 eröffnet die Klassik Stiftung Weimar den Ostflügel des Weimarer Stadtschlosses mit Festakt und einem Wochenende der offenen Türen. Präsidentin Ulrike Lorenz betont: „Wir gestalten ein offenes Forum für die Gesellschaft im 21. Jahrhundert.“ Folgerichtig schlägt das Jahresmagazin „klassisch modern“ den Bogen von Forschung, Sammlungen, Denkmalsanierung bis hin zu öffentlicher Vermittlung und künstlerischen Projekten rund um das Schloss. 

Hier entsteht mit der neuen Dauerausstellung „Weimarer Klassik“ eine neue Mitte Weimars. Digitale Medienstationen erzählen die Epochen und Nutzung des Schlosses als Geflecht aus Macht, Kunst, Politik und Erinnerungskultur. Der sanierte Ostflügel wird zum neuen Forum für Kultur, Begegnung und Austausch. Dazu wird auch der neue Veranstaltungssaal sorgen, der im Oktober mit einer Erprobungsphase startet und neben eigener Nutzung auch für Formate der lokalen Kulturinstitutionen und Vereine offen ist. 

Das Weimarer Stadtschloss wird nicht allein als Denkmal, sondern als lebendiger Ort mit einer großartigen Vergangenheit, historischen Brüchen und demokratischen Momenten verstanden, für den jetzt ein neues Kapitel beginnt. Die neue Dauerausstellung „Weimarer Klassik“ ist ab 2. Oktober 2026 im Stadtschloss zu sehen.

Jochen Staschewski, Geschäftsführer des Themenjahr-Hauptsponsors Lotto Thüringen, betont: „Das Themenjahr „Öffnen“ der Klassik Stiftung Weimar widmet sich dem Spannungsfeld von Geschichte und Moderne. Frisch sanierte, bedeutsame Orte der Kulturgeschichte in Weimar öffnen ihre Türen, um den historischen Räumlichkeiten neues Leben einzuhauchen und den Dialog mit den Menschen zu fördern. Vielfältige Ausstellungen und Projekte bieten Raum zu anregenden Diskursen und zum Finden aktueller Sichtweisen auf Vergangenheit und Gegenwart. LOTTO Thüringen steht für die Verflechtung von Tradition und Innovation, daher ist es mir eine besondere Freude, dass LOTTO Thüringen die diesjährige Veranstaltungsreihe des Themenjahres erneut als Hauptsponsor unterstützen darf.

Goethe bleibt offen

Präsidentin Ulrike Lorenz unterstreicht: „Wenn sich etwas schließt, öffnen sich andere Wege“. Dieses zentrale Motiv des Themenjahres ist im Welterbe Goethe-Wohnhaus erlebbar. Nicht nur ein Goethe-Parcours durch Weimar, sondern auch neue digitale Zugänge zum Dichter und seiner Epoche öffnen sich, bevor sein Haus am Frauenplan nach einem Abschiedswochenende am 31. Oktober und 1. November 2026 für eine dreijährige Sanierung schließt. 

Das Goethe-Nationalmuseum mit seiner Dauerausstellung „Lebensfluten, Tatensturm“ und neuen digitalen Rekonstruktions- und Vermittlungsangeboten bleibt geöffnet und die erste Adresse in Weimar. Am 28. August 2026, zu Goethes Geburtstag, wird das digitale Goethehaus eingeweiht. Zudem entfaltet sich das im Januar gelaunchte Faustportal im Laufe des Jahres zu einem umfassenden Portal der Goethezeit, das Quellen, Bestände und Kontexte digital zusammenführt. Ergänzt wird das Angebot unter anderem durch Goethe-Live-3D, den Goethe-Apparat sowie digitale Archiv- und Sammlungszugänge der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und des Goethe- und Schiller-Archivs: Goethe für ein weltweites Publikum!

Neue Ausstellungen und wissenschaftliche Debatten

Zum Themenjahr gehört ein breites Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Neben den bereits genannten Eröffnungen sind im Jahr 2026 unter anderem „Gerhard Marcks. Frühe Holzschnitte des Bauhausmeisters“ im Bauhaus-Museum Weimar, „Faust. Eine Ausstellung“ im Schiller-Museum sowie Mitmachangebote im Co-Labor am Burgplatz angekündigt. Das Programm spannt damit einen Bogen von der Weimarer Klassik über das Bauhaus bis zu aktuellen Gesellschaftsfragen.

Daneben wird das Programm ergänzt um Debatten- und Vermittlungsformate wie den Weimarer Kontroversen, dem UNESCO-Welterbetag am 7. Juni, die Thüringer Schlössertage vom 22. bis 25. Mai, den Tag des offenen Denkmals am 13. September und den Europäischen Tag der Restaurierung am 18. Oktober. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek führt ein internationales Kolloquium zum Thema „Rückblicke auf Mittel-/Zentral-Europa. Eine europapolitische Debatte und ihr Fortleben“ vom 22. bis 24. April 2026 durch und diskutiert die heutige politische Bedeutung Mitteleuropas vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Die Sommersaison an allen Museen und Orten der Stiftung startet am 21. März 2026.

Weimar neu erleben

Mit dem Themenjahr „Öffnen“ zieht die Klassik Stiftung Weimar eine Zwischenbilanz ihrer Strategie einer stärkeren Hinwendung zu Gegenwart und Gesellschaft seit 2019. 2026 erreicht sie wichtige Meilensteine ihres Infrastrukturprogramms in der Denkmal- und Sammlungspflege: Historische Kernbereiche wie das Stadtschloss und Wittumspalais werden wieder zugänglich, auch der Erweiterungsbau für die Graphischen Sammlungen der Museen ermöglicht einen Quantensprung des Kulturgutschutzes. Sammlungskontexte und Kanonfragen werden neu kontextualisiert, die Grundlagenarbeit der Stiftung in Forschung, Erschließung und Restaurierung sichtbarer gemacht und die digitale Vermittlung weiter ausgebaut. Weimar zeigt sich damit 2026 nicht nur als Erinnerungsort der Klassik, sondern als ein einladender lebendiger Kulturraum, der Geschichte befragt, Perspektiven erweitert und die Öffentlichkeit aktiv einbindet.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.