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Kurzsichtige Kürzungen


Mit der Entscheidung, ihren Finanzierungsanteil von jährlich 2,045 Millionen Euro für die Stiftung Weimarer Klassik ab dem Jahr 2003 auszusetzen, gefährdet die Stadt Weimar die Zukunft ihrer wichtigsten Kulturinstitution. Ein Rückzug aus dem bereits im Vorjahr unterzeichneten bis zum Jahr 2006 greifenden Finanzierungsabkommen zwischen dem Bund, dem Land und der Stadt, stelle nicht nur den Gesamthaushalt in Frage, sondern auch die ab 2003 geplante Fusion mit den städtischen Kunstsammlungen. Dieser Fusion sei von Bund und Land nur unter der Voraussetzung zugestimmt worden, daß Weimar entsprechend der bisherigen Anteile weiterfinanziere. Das erklärte der amtierende Direktor des Goethe-Nationalmuseum, Lothar Ehrlich, stellvertretend für den sich derzeit im Iran befindenden Stiftungspräsidenten am Donnerstag in Weimar. Am Vorabend hatte der Stadtrat die Streichung als eine Maßnahme zur Haushaltskonsolidierung beschlossen. Angesichts der Tatsache, daß die Stiftung mit ihren Museen, darunter die Wohnhäuser Goethes, Schillers und Liszts, zu den wesentlichen Standortfaktoren Weimars zählt, sei dies eine kurzsichtige Kürzung, so Ehrlich. Jährlich werden in den Museen und Schlössern der Stiftung mehr als 600 000 Besucher gezählt. Auch die Stiftung muß in Zeiten leerer Kassen sparen, und jeder Eingriff in den Haushalt würde zu Folgen führen, die nicht ohne Rückwirkungen auf die Stadt bleiben. Das reiche von der Schließung einzelner Museen bis hin zu nicht mehr leistbaren Arbeiten bei der Pflege der weitläufigen Parkanlagen an der Ilm, in Belvedere, Tiefurt oder Ettersburg. Ehrlich appellierte an die Stadt, ihre Entscheidung noch einmal zu überprüfen und sich auch weiterhin zu einer Institution zu bekennen, die das Image Weimars als Kulturstadt wesentlich präge.
Die Stiftung Weimarer Klassik wird derzeit zu ca. 50 Prozent vom Bund,
zu über 40 Prozent vom Land Thüringen und zu knapp 10 Prozent von der Stadt finanziert. Das im Dezember 2001 unterzeichnete Finanzierungsabkommen, das diese Anteile über mehrere Jahre festschreibt, ist seit Beginn dieses Jahres in Kraft und sollte die Basis für die Zusammenführung der Stiftung mit den Kunstsammlungen bilden.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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