Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

Der Stiftungsrat der Klassik Stiftung Weimar bestätigte in seiner jüngsten Sitzung am Montag, 25. November 2024 die substanzerhaltenden Bauvorhaben der Stiftung an zwei ihrer bedeutenden Dichter- und Künstlerhäuser: dem UNESCO-Welterbe Goethes Wohnhaus am Frauenplan sowie am von Henry van de Velde für seine Familie erbauten Haus Hohe Pappeln.
„Die Klassik Stiftung Weimar steht, wie alle Bürgerinnen und Bürger, vor einem Jahr voller Herausforderungen. Aufgrund der Neuwahlen wird es frühestens Mitte 2025 einen verlässlichen Bundeshaushalt geben, und erst in der Folge kommen wir zu Planungssicherheit“, betont Präsidentin Ulrike Lorenz. „Wir begrüßen, dass die neue Landesregierung Thüringens in ihrem Koalitionsvertrag ein klares Bekenntnis zur Stiftung und ihrer Verantwortung für das Weltkulturerbe Weimars verankert hat.“
Goethes Wohnhaus am Frauenplan ist in seiner baulichen Substanz gefährdet. Mit der denkmalgerechten Instandsetzung des Dichterhauses soll zugleich seine gesellschaftliche Wirkung im 21. Jahrhundert zukunftsfest gemacht und eine neue Vermittlungsqualität für jüngere Generationen realisiert werden. Dazu kündigten die Bundesvertreter im Stiftungsrat die zeitnahe Bewilligung eines maßgeschneiderten Maßnahmenpakets zum Substanzerhalt der Gebäudehülle und zum Brandschutz an. Weitere Teilprojekte der Denkmalsanierung übernehmen die Wüstenrot-Stiftung, die Hermann-Reemtsma-Stiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Hector-Stiftung.
Das Haus Hohe Pappeln ist ein Gesamtkunstwerk des Jugendstils von internationalem Rang. Im Rahmen des Bauvorhabens werden die Substanz des Familienhauses von Henry van der Velde gesichert, die musealen Bereiche für die Vermittlung der Bau- und Nutzungsgeschichte erweitert und der Kassenbereich erneuert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die Evaluation des Museums Neues Weimar. Die Dauerausstellung zur Vorgeschichte des Bauhauses sowie die im Rahmen der Themenjahre 2023 und 2024 realisierten Sonderausstellungen „Nietzsche privat“ und „Bauhaus und Nationalsozialismus“ zogen mehr und auch internationale Besucher*innen ins Haus. Flankiert wurden die Ausstellungshighlights von neuen Bildungsangeboten und Marketingmaßnahmen, die sich von der Umwidmung realer Räume bis ins Digitale erstreckten.
Perspektivisch gelte es nun, im Schulterschluss mit der Stadt Weimar und der Denkmalschutzbehörde die Sichtbarkeit und Attraktivität des Quartiers der Moderne zu stärken und Besucher*innen auch durch neue äußere Signale auf das Haus am Jorge-Semprún-Platz aufmerksam zu machen.
Darüber hinaus begrüßt der Stiftungsrat das Vorhaben, die Restaurierungs- und Lehrwerkstatt in Legefeld mit ihrer einzigartigen Kompetenz zur spezifischen, mengentauglichen Papierrestaurierung als nationales Kompetenz-Zentrum für Schriftgutrestaurierung zu entwickeln und dafür ein Pilotprojekt in Kooperation mit dem Bundesarchiv durchzuführen. Die Stiftung wurde mit einer „Explorationsphase“ beauftragt, um Entwicklungspotentiale in vier Handlungsfeldern – Restaurierung, Notfallvorsorge, fachlicher Diskurs, Forschung und Entwicklung – zu identifizieren.
Am Ende der Sitzung bedankte sich Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz im Namen des Direktoriums und Teams der Klassik Stiftung Weimar bei Kulturminister Prof. Benjamin-Immanuel Hoff für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit und die bemerkenswerte kulturpolitische Souveränität in der Leitung des Stiftungsrats.
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