Gotha und Weimar

Residenzkultur in Thüringen 1640–1918

Direktion/ReferatMuseen
ProjektverantwortungDr. Martin Eberle (Gotha), Dr. Gert-Dieter Ulferts (Weimar)
Laufzeitvon 2010 bis 2014

1640 wurde das Territorium des Herzogtums Sachsen-Weimar zwischen den Brüdern Herzog Wilhelm IV. und Herzog Ernst (der Fromme) aufgeteilt. In Gotha entstand in den folgenden Jahren mit dem „Friedenstein“ anstelle des geschliffenen „Grimmenstein“ eine moderne Residenz, die bis heute in ihrer baulichen Struktur erlebbar ist. In Weimar wurde nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs die „Wilhelmsburg“ errichtet, die – wie der Vorgängerbau – einem Brand zum Opfer fiel. Daraufhin wurde seit 1789 unter der Leitung Goethes in den Mauern des barocken Schlosses der klassizistische Wiederaufbau betrieben. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert erfolgten Erweiterungen, die heute das Gesamtbild der Anlage bestimmen.

Baugeschichtliche und dynastische Daten von der Teilung des Herrschaftsgebietes der Ernestiner 1640 bis zur Abdankung der Fürstenhäuser 1918 geben den zeitlichen Rahmen für die Untersuchung der Residenzgeschichte an beiden Orten vor, die von der Klassik Stiftung Weimar in Kooperation mit der Direktion der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha realisiert wird. Die paradigmatische Beschäftigung mit der Strukturgeschichte dieser für die deutsche Kleinstaaterei beispielhaften Residenzen mündet in eine gemeinsame Ausstellung, die an beiden Orten im Jahr 2014 gezeigt werden soll.

Die bauliche Überlieferung der beiden Schlösser und deren Rolle als Herrschaftszentrum bilden den Ausgangspunkt für die Untersuchung der Funktionen bestimmter Raumfolgen im Wandel der Zeiten. Welche Funktionen übernahmen das fürstliche Schlafzimmer oder die Festräume, welche Form von Öffentlichkeit und Privatheit ist den fürstlichen Appartements zuzuschreiben? Welche Rolle spielten Küche oder Kirche im baulichen wie im sozialen Organismus der Residenz? Die Themen Kommunikation und Mobilität, Verwaltung und Herrschaftsausübung, Komfort und Bewirtschaftung der Hofhaltung, Geistlichkeit und Militär im Leben der Residenz sollen, jeweils zugeordnet den historisch dafür ausgebildeten Räumen, in der Ausstellung präsentiert werden.

In dem wesentlich vom Barock geprägten Schloss in Gotha – das mit dem Erlöschen der Linie Sachsen-Gotha-Altenburg 1826 als Residenz hinter Coburg im neuen Herzogtum Sachsen Coburg-Gotha zurücktrat – werden die Phänomene der älteren Epochen bis zur Goethezeit behandelt, während in Weimar, das mit dem Wiener Kongress zur Residenz des neuen Großherzogtums aufstieg, die Entwicklungen vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert gezeigt werden.

Kontakt

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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