Erschließung der Weimarer Stammbuchsammlung

Direktion/ReferatHerzogin Anna Amalia Bibliothek
ProjektverantwortungDr. Jürgen Weber
Laufzeitvon 2012 bis 2015

Stammbücher sind heute zu einer vielseitigen Quelle der kulturwissenschaftlichen Forschung geworden. Die Weimarer Sammlung gilt mit ca. 1.100 Exemplaren aus der Zeit von 1550 bis 1950 als der größte Bestand dieser Art weltweit. Ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Erschließungsprojekt der frühen Stammbücher bis 1765 (Laufzeit 2012 bis 2015) berücksichtigt neben der Weimarer Sammlung auch die Stammbücher der Universitätsbibliothek und des Universitätsarchivs Tübingen.

Im Zuge einer Projektpartnerschaft der Weimarer und Tübinger Institutionen soll die verbundübergreifende Dokumentation exemplarischer Stammbuchsammlungen erprobt werden. Eine strukturelle Anpassung der Katalog-Datensätze wird den Austausch zwischen dem Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) und dem Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB) ermöglichen. Die Weimarer Stammbuchkatalogisate werden im SWB, die Tübinger im GVK angezeigt und recherchiert werden können. Das verbundübergreifende Rechercheangebot wird die Sichtbarkeit der drei Sammlungen für die Forschung erhöhen und einen wichtigen Mehrwert des Projektes darstellen. In Eigenleistung ergänzt wird die Erschließung durch die vollständige Digitalisierung der Weimarer und Tübinger Alben, ihre Präsentation im Online-Angebot der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und der Universitätsbibliothek Tübingen sowie die Langzeitsicherung durch Ausbelichtung der Digitalisate auf Farbmikrofilm.

Im Projektzeitraum sollen im Verfahren einer Einzelblattverzeichnung die Eintragungen von 318 frühneuzeitlichen Alben mit Laufzeitbeginn 1550 bis 1700 erschlossen werden (Umfang: circa 28.000 Eintragungen und 3.500 Illustrationen, darunter 600 Wappen). Identifiziert und um biographische Daten ergänzt, sollen die Einträger mit Ort, Datum, Sprache und gattungsspezifischen Angaben zur Art der jeweiligen Eintragung (Zitat, Devise, Sentenz et cetera) in den Verbundkatalogen des GBV beziehungsweise SWB (PICA) sowie in der GND (Neuanlage und Ergänzungen) verzeichnet werden.

Die Stammbücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek wurden von 2008 bis 2012 bereits mit Hilfe der J.H. & W. Hector Stiftung katalogisiert; die Daten werden im Gemeinsamen Verbundkatalog (GVK) zur Verfügung gestellt. Die Grundaufnahme von circa 1100 Stammbüchern ist abgeschlossen und online recherchierbar (https://lhwei.gbv.de/DB=2.4/). Erfasst sind alle Eintragungsorte, einige der wichtigsten Einträger und Besonderheiten des jeweiligen Stammbuchs (sämtliche Sprachen, biographische Informationen zum Eigner, soweit dies mit gängigen biographischen Hilfsmitteln möglich war), ebenso Maße und Umfang, buchtechnische Informationen (wie Einbandmaterial, -beschaffenheit und -dekor) sowie ausgewählte Illustrationen im Stammbuch (Techniken, Motive). Zu den Vorarbeiten gehören zwei Ausstellungen mit Katalogen:

Kontakt

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