Sinnlichkeit, Materialität, Anschauung

Ästhetische Dimensionen kultureller Übersetzungsprozesse in der Weimarer Klassik

Direktion/ReferatForschung und Bildung
ProjektverantwortungDr. Thorsten Valk
Laufzeitvon 2009 bis 2012

Wer sich mit dem Epochenphänomen ‚Weimarer Klassik‘ auseinandersetzt, konzentriert sich zumeist auf die literarischen und kunsttheoretischen Texte von Goethe und Schiller, Herder und Wieland. Das von der Klassik Stiftung Weimar sowie vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris realisierte Forschungsvorhaben „Sinnlichkeit, Materialität, Anschauung“ erschloss die Weimarer Klassik erstmals jenseits ihrer textlichen und literarisch-ideellen Dimension als eine spezifische Kultur des Sinnlichen.

Das Fundament dieser Kultur des Sinnlichen bildeten ein ausgeprägtes Interesse an wahrnehmungspsychologischen Phänomenen, eine intensive Auseinandersetzung mit der Materialität von Kunst-, Natur- und Alltagsgegenständen sowie ein Erkenntnisstreben im Modus konkreter Anschauung. Wie nachhaltig sinnliche Erfahrungen die ästhetischen und intellektuellen Leistungen der Weimarer Klassik geprägt haben, vergegenwärtigen insbesondere drei Kulturpraktiken, die im Mittelpunkt des gemeinsamen Forschungsvorhabens standen: Wohnen, Sammeln und Schreiben. Indem sich das Kooperationsprojekt diesen eng miteinander verwobenen Kulturpraktiken widmete und deren sinnliche Aspekte erstmals systematisch vor Augen führte, eröffnete es einen faszinierend neuen Blick auf die scheinbar so vertraute Epoche der Weimarer Klassik.

Die Weimarer Kultur des Sinnlichen wurde im Rahmen zweier Forschungsformate erschlossen: Zum einen verfassten die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Projekts monographische Studien zu drei zentralen Themenfeldern: „Das Goethehaus als Erfahrungsraum“, „Schrift und Szenen des Schreibens in der Weimarer Klassik“ sowie „Kulturtransfer zwischen Weimar und Paris“. Zum anderen wurden zwei Ausstellungen vorbereitet. Unter dem Titel „Weimarer Klassik. Kultur des Sinnlichen“ wurde in Weimar eine Ausstellung konzipiert, die vom 16. März bis zum 10. Juni 2012 im Schiller-Museum zu sehen war. Im Pariser Louvre wurde im Frühjahr 2013 eine Ausstellung gezeigt, die das Deutsche Forum für Kunstgeschichte vorbereitet. Unterstützt wurde die Arbeit der Projektmitarbeiter in Weimar und Paris zudem von einem regelmäßig tagenden Arbeitskreis, der die konzeptionellen Fragestellungen weiterentwickelt.

Dieses Projekt wurde gemeinsam mit dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris realisiert (Prof. Dr. Andreas Beyer, Dr. Johannes Grave) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Übersetzungsfunktionen der Geisteswissenschaften“ finanziert.

Kontakt

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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