Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.
Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek verwahrt den größten noch erhaltenen Bücherkomplex aus der Bibliothek Friedrich Schillers.
Der Weimarer Bestand umfasst 258 Titel (456 Bände), die über den Online-Bibliothekskatalog der Herzogin Anna Amalia Bibliothek abrufbar sind.
Die Bände aus Schillers Privatbibliothek werden schrittweise digitalisiert und sind über die Digitalen Sammlungen weltweit verfügbar.
Ein Großteil der Bücher aus Schillers Bibliothek gelangte 1889 nach Weimar. Ludwig und Alexander von Gleichen-Rußwurm, Enkel und Urenkel Schillers, schlossen im Mai 1889 einen Vertrag mit Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach, zugleich Eigentümerin des Weimarer Goethe-Archivs. Sie überließen ihr einen Teil des privaten Schiller-Archivs, das Schillers Tochter, Emilie, aufgebaut hatte. Der Nachlass, darunter auch die Bücher, fand 1896 im gerade fertiggestellten Goethe- und Schiller-Archiv eine neue Unterkunft. Im Zweiten Weltkrieg mussten die Bücher ins Bergwerk Dorndorf-Dietlas (Thüringer Rhön) ausgelagert werden, das sich im Besitz der Wintershall AG befunden hatte. Nach Kriegsende kehrten sie ins Goethe- und Schiller-Archiv zurück.
Mit der Gründung der Nationale Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar im Jahr 1954 brachte man Schillers Bücher zusammen mit der gesamten Bibliothek des Goethe- und Schiller-Archivs ins Weimarer Residenzschloss. Dort wurden sie in die neugegründete Zentralbibliothek der Deutschen Klassik integriert. Bereits ein Jahr später, 1955, fanden die Bände im Schillerhaus einen neuen Standort. Zu Beginn der 1990er Jahre übernahm das Goethe-Nationalmuseum die Verantwortung für Schillers Bücher. In Goethes Wohnhaus standen sie ab Mitte der 1990er Jahre in der Mansarde. Im Jahr 2006 nahm sie die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in ihren Bestand auf.
Neben dem »Weimarer Komplex« sind der »Hamburger Komplex« (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg) mit 54 Titeln (172 Bänden) und der »Marbacher Komplex« (Deutsches Literaturarchiv) mit 27 Titeln (51 Bänden) überliefert. 88 Bände befinden sich noch heute in der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg, wohin sie aus Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg kamen. Sie werden nach wie vor dem »Hamburger Komplex« zugerechnet und als »Kriegsverlust« geführt. Zusammengenommen sind 339 Titel in 688 Bänden gesichert aus Schillers Bücherbesitz in Hamburg, Weimar und Marbach überliefert. Vereinzelte Titel befinden sich in anderen Institutionen oder in Privatbesitz. Im Vergleich zu den ungefähr 700 Titeln, die Schiller im Laufe seines Lebens besessen hat, sind damit weniger als die Hälfte seines ursprünglichen Bücherbesitzes heute noch erhalten.
Alle Titel der Sammlung im Online-Katalog der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Schillers Bibliothek in den Digitalen Sammlungen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Schillers Bibliothek im ProvenienzWiki
Carl Schüddekopf: Schillers Bibliothek. In: Zum 9. Mai 1905. Weimar, 1905, S. 47-83. (im Katalog)
Paul Ortlepp: Schillers Bibliothek. Eine kurze geschichtliche Zusammenstellung der Werke, die der Dichter besaß oder benutzte. In: Zuwachs der Großherzoglichen Bibliothek zu Weimar in den Jahren 1911 bis 1913. Weimar: Böhlau 1914, Seite 9-76. (Digitalisat)
Andreas Wistoff unter Mitarb. von Horst Nahler: Schillers Bibliothek. In: Schillers Werke. Nationalausgabe. Hrsg. von Norbert Oellers. Bd. 41,I. Weimar: Böhlau, 2003, S. 559-923. (im Katalog)
Friedrich Menzel: Schillers Bibliothek. Versuch einer Rekonstruktion. Bearb. von Konrad Kratzsch. [S.l.], 2009. (im Katalog)
Konrad Kratzsch: Schillers Bibliothek. In: Von Büchern und Menschen. Arbeiten aus drei Jahrzehnten als Bibliothekar an der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Hamburg 1017, S. 360-367. (im Katalog)