Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.
Öffentlicher Vortrag über den Politiker Goethe im Rahmen der Vortragsreihe der Goethe-Gesellschaft in Weimar e. V
Der bereits berühmte Dichter kam 1775 nach Weimar, um zu „Regieren!!“. Als Landespolitiker war Goethe nur mäßig erfolgreich, als Kulturpolitiker machte er Furore und in den 1790er Jahren aus dem fad gewordenen Musenidyll Weimar die richtungweisende Verbindung von Literatur und Wissenschaften. Es entstand das „Ereignis Weimar-Jena“. Aus Sorge vor der Revolution, die in Frankreich eine neue Barbarei heraufbeschworen hatte, planten Goethe und Schiller die Masse, den Pöbel, „durch Schönheit zur Freiheit“ zu erziehen. Mit Hilfe des schönen Scheins sollten die in Rollen gespaltenen und sich selbst entfremdeten Menschen die Harmonie von Vernunft und Gefühlen zurückgewinnen. Mit der Traditionen, Naturgesetze und Humanität missachtenden Moderne, der veloziferischen Dampfwalze, die Gegenwart und Vergangenheit in der bloßen Geschäftigkeit des „Immer-mehr“ und „Immer-schneller“ verschlang, setzte er sich in „Wilhelm Meister“ und in „Faust II“ auseinander. Das ist heute vielleicht aktueller denn je.
Georg Schmidt ist Professor (em.) für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er ist Experte für die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges und leitete den Sonderforschungsbereich „Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800“. Sein neues Buch trägt den Titel: „Durch Schönheit zur Freiheit. Die Welt von Weimar-Jena um 1800“ (Verlag C.H.Beck, 2022).
Eintritt frei