Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.
Vortrag von Francesca Müller-Fabbri, Weimar
Die Familie Schopenhauer hatte eine wechselvolle Geschichte in Weimar: Seit Ihrer Ankunft im Jahr 1806 trat die resolute Witwe Johanna Schopenhauer als gefeierte Salonnière auf und begann ab 1810 auch eine Karriere als Schriftstellerin. Für den Sohn Arthur, der sich hier als Student und dann als frischer Baccalaureus aufhielt, war die Ilm-Stadt ein wichtiger Ort der Begegnung, besonders prägend waren die persönlichen Gespräche mit Goethe. Die Tochter Adele dagegen war erst neun Jahre alt, als die Familie in die Residenzstadt zog. Für sie waren die Esplanade und der Theaterplatz Orte einer glücklichen Kindheit, aber auch einer nicht mehr so glänzenden Jugend. Weimar blieb ihr dennoch „lieb“ wegen ihrer Herzensfreundin Ottilie von Pogwisch und des „lieben Vaters“ Goethe.
Der Vortrag versteht sich als Spurensuche in den Beständen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und schildert anhand von Ausleihjournalen, Ölgemälden und Büchern aus dem Besitz der Familie – darunter auch Stammbücher – die faszinierende Zeit der Familie Schopenhauer in Weimar.
Francesca Müller-Fabbri hat Romanistik und Kunstgeschichte in Genua und Marseille studiert. Seit 2006 lebt sie in Weimar, wo sie u.a. als Besucherbetreuerin der Klassik Stiftung tätig ist. Sie publizierte zahlreiche Beiträge über die italienische Kunst des Mittelalters und der Neuzeit. Gefördert durch die Klassik Stiftung erforschte sie die grafische Schenkung von Sibylle Mertens-Schaffhausen sowie den Nachlass von deren Freundin Adele Schopenhauer. Zuletzt erarbeitete sie zusammen mit Claudia Häfner die Ausstellung „Adele Schopenhauer – ‚Weil ich so individuell bin‘“ im Goethe- und Schiller-Archiv (02.08.– 15.12.2019) sowie die ausstellungsbegleitende Publikation.
Eintritt frei