Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

3 kurze Tanzstücke über rebellische Körper, Kontrolle und Freiheit
An diesem Abend begegnen uns drei Ausnahmetalente, die anhand unterschiedlicher Perspektiven und Bewegungssprachen das komplexe Spannungsfeld zwischen Offenheit und Enge, Kontrolle und Freiheit eindrucksvoll verhandeln. In ihren Solo-Stücken beschäftigen sie sich mit körperlichen Erfahrungen der Unterdrückung und der Verletzlichkeit sowie des Ausbruchs und der Kraft, etwas zu verändern.
Auf knapp 1,7 Kubikmetern stellt sich Hana Umeda in ihrer »Endless Box« dem Bedürfnis nach Schutz angesichts ständigen Wandels und der unendlichen Suche nach Halt im Vergänglichen. Dabei lässt sie Elemente einer japanischen Tanztradition einfließen, die aus der jahrhundertelangen Beschränkung weiblicher Körper erwachsen ist und die sich in imaginären Welten Freiheit erschließt.
»Just One Tile « verbindet das Bewegungsvokabular der ägyptischen Mahraganat mit zeitgenössischem Tanz. Das populäre Musikgenre Mahraganat entstand in den Arbeitervierteln Kairos und erlangte im Zuge der Proteste des Arabischen Frühling als »Sound der Revolution « internationale Bekanntheit. Islam Elarabis energiegeladene Performance verwandelt persönliche Erfahrungen in einen poetischen Akt des Widerstands, der den Frust, die Euphorie und den Freiheitsdrang einer jungen Generation spürbar macht.
Was bedeutet es, als Frau in einer Region aufzuwachsen, in der weibliche Körper zum Kriegsschauplatz geworden sind? »Kizazi« bedeutet »Gebärmutter« auf Kiswahili. Das gleichnamige Solo von Stéphanie Mwamba verarbeitet historische Gewalt und Ungerechtigkeiten, die Frauen zugefügt wurden. Kizazi ist ein Ort des Schmerzes, der Erinnerung und des Kampfes, wo Tanz zur Feier freier, starker Frauen und einer gerechteren Gesellschaft wird.