Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

Präsentation „Zwischen Verdrängung und Erinnerung“
Dem Literaturwissenschaftler Julius Petersen (1878-1941) wurde bis vor kurzem eine besondere Ehre zuteil: Ein Raum des Goethe- und Schiller-Archivs wurde nach der Grundsanierung (2010-2012) als „Petersen-Bibliothek“ bezeichnet. Seit Beginn des Jahres 2024 firmiert der Ort als „Vortragssaal“. Warum diese Abkehr von Petersen?
Drei FSJler*innen der Klassik Stiftung Weimar präsentieren in ihrer Ausstellung „Zwischen Verdrängung und Erinnerung – Die Petersen-Bibliothek, ein Erbe aus der Zeit des Nationalsozialismus im Goethe- und Schiller-Archiv“ die Ergebnisse ihres Forschungsprojektes. Das Projekt wurde 2024 im Projektwettbewerb „Tatort Kultur“ der Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen e. V. prämiert.
Die Präsentation nimmt den erinnerungspolitischen Umgang mit drei Weimarer Literaturwissenschaftlern in den Blick.Im besonderen Fokus steht dabei der langjährige Präsident der Goethe-Gesellschaft Julius Petersen und sein Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus. Neben Petersen wird Hans Wahl (1885-1949) als einer der einflussreichsten Germanisten Weimars und von 1928 bis zu seinem Tod 1949 Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs thematisiert, dessen Handeln von einer Nähe zum nationalsozialistischen Regime zeugt. Julius Wahle (1861-1940) wiederum, jüdischer Literaturwissenschaftler, langjähriger Mitarbeiter und vor Wahl kommissarischer Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs, war den Repressalien der Nationalsozialisten ausgesetzt. Alle drei prägten die Goethe-Forschung und das Archiv in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf besondere Weise. Das Projekt der drei FSJler*innen beleuchtet Prozesse von Anpassung und Ausgrenzung und stellt die Frage, was von ihrem Erbe bleibt.
Zur Eröffnung der Präsentation „Zwischen Verdrängung und Erinnerung – Die Petersen-Bibliothek, ein Erbe aus der Zeit des Nationalsozialismus im Goethe- und Schiller-Archiv“ (17. Juni – 28. Juni 2024) laden wir Sie am
Montag, 17. Juni 2024, um 15Uhr auf der Terrasse des Goethe- und Schiller-Archivs (Jenaer Straße 1 | 99425 Weimar) herzlich ein.
Die Kurator*innen und Projektverantwortlichen Elisa Bruchhäuser, Ella Rabeneck und Vincent Helleport führen durch die Präsentation.
Wir bitten um Ihre Rückmeldung bis zum 14. Juni unter presse@klassik-stiftung.de.
Ausstellungsdaten
Zwischen Verdrängung und Erinnerung. Die Petersen-Bibliothek, ein Erbe aus der Zeit des Nationalsozialismus im Goethe- und Schiller-Archiv
17. Juni bis 28. Juni 2024
Goethe- und Schiller-Archiv | Jenaer Straße 1 | 99425 Weimar
Mo–Fr | 9–16:30 Uhr; Sa, So | 11–16 Uhr
Eintritt frei
Bei Fragen und Interviewwünschen kontaktieren Sie uns gerne.
Das Projekt findet mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der LKJ Thüringen statt.