Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

Farzane Ludovisi ist ein fortlaufendes Performanceprojekt, das von der fragmentierten Büste der Juno Ludovisi - einem historischen Ideal weiblicher Schönheit - ausgeht. Aus dieser antiken Figur entwickelt sich eine zeitgenössische, politische weibliche Präsenz. Durch die Verbindung der Büsten in Weimar und Rom mit einer imaginären Büste im Iran entsteht ein kulturelles Dreieck, das Antike, Schönheit, Ruinen und Identität zwischen Iran, Italien und Deutschland reflektiert - inspiriert von der Bewegung Frau, Leben, Freiheit.
Ausgehend von Johann Wolfgang von Goethes Idee der Weltliteratur - der Vorstellung, dass Kultur durch Austausch und Begegnung lebendig bleibt - setzt Farzane Ludovisi ihre Reise fort.
Nach den ersten Performances in Weimar, Rom und Hannover kehrt das Projekt nach Weimar zurück. Der öffentliche Raum wird dabei zur Bühne einer performativen Route, die vom Frauenplan über den Theaterplatz bis zum Goethekaufhaus führt.
Entlang dieses Weges werden Themen wie Weiblichkeit, Schönheit, die Kommerzialisierung und Objektivierung der Frau sowie Goethes Name neu befragt. Goethe erscheint dabei nicht als historisches Denkmal, sondern als lebendige kulturelle Spur, die sich im öffentlichen Raum und in den Begegnungen mit den Passant*innen immer wieder neu einschreibt.
Farzane Vaziritabar (*1987 in Yazd) ist eine in Deutschland lebende iranische multidisziplinäre bildende Künstlerin. Sie studierte Bildhauerei und Kunstwissenschaften in Teheran und schloss 2021 ihren Master in Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien an der Bauhaus-Universität Weimar ab. Ihr vielseitiges Werk – von Skulpturen und Installationen bis hin zu Videos, Performances und Cartoons – verbindet Humor mit Tiefgang. Sie thematisiert Storytelling, Identität und Geschlechterrollen, hinterfragt etablierte Narrative und gibt marginalisierten Stimmen Raum. Mit spielerischer Leichtigkeit und tiefgründigen Botschaften eröffnet sie neue Perspektiven. Ihre Arbeiten wurden in renommierten Museen und Galerien gezeigt, darunter das ZKM Karlsruhe, das Sprengel Museum Hannover und das Nietzsche-Archiv in Weimar. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Hannes-Malte-Mahler-Preis und den World Humor Award.
Entdecken Sie hier das vollständige Programm der Klassik Stiftung Weimar zum Goethes 277. Geburtstag