1. Eintritt frei
Vortrag

Goethes Begegnungen mit Kants Philosophie

Eine Spurensuche im „Faust“

Die Klassik Stiftung Weimar feiert den 300. Geburtstag des Philosophen Immanuel Kant mit einer Vortragsreihe. Ralf Gisinger (Wien) untersucht die Einflüsse Kants auf Goethes Faust.

Der Vortrag begibt sich auf eine Spurensuche nach Einflüssen von Kant auf Goethe, spezifischer auf die Arbeit an dessen Opus Magnum Faust. War Goethes Kenntnis von Kants Philosophie zunächst durch dritte wie Herder, Jacobi und Reinhold vermittelt, so intensivierte sie sich durch Gespräche mit Schiller, um schließlich in Goethes eigener Lektüre von Kants Schriften zu münden.

Für den Nachweis eines Einflusses von Goethes Beschäftigung mit Kant auf die Gestaltung des Faust steht ein eng umrissener Textkorpus im Zentrum, dessen Entstehung unmittelbar in die Zeit von Goethes Kant-Lektüre fällt. Dies sind Szenen, die Goethe in Faust I (1808) nachweislich erst nach seiner Beschäftigung mit Kants Kritiken hinzufügte. Den Faust auf Kantische Elemente hin zu lesen, erweist sich als aufschlussreich, insbesondere was das Ende von Faust II (1831) betrifft. Faust gelingt in der Besinnung auf seine Freiheit im Sinne Kants eine Wendung zum Moralisch-Praktischen: nicht mehr getrieben vom Streben nach irdisch-sinnlicher Glückseligkeit weist er nunmehr die Möglichkeit einer Antwort auf die Frage danach, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, zurück und akzeptiert die von Kant gezogenen Grenzen der Erkenntnis. Durch die Brille Kants gelesen, verschieben sich die Koordinaten der Wette, die Faust mit dem Teufel eingegangen war.

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Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.