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Tagung/Fortbildung/Seminar

Rückblicke auf Mittel-/Zentral-Europa. Eine europapolitische Debatte und ihr Fortleben

Ein internationales Kolloquium in Weimar

Fast 50 Jahre nach Beginn einer prägenden europapolitischen Debatte rücken die Konzepte Mittel- und Zentral-Europa erneut in den Fokus. Das Weimarer Kolloquium aktualisiert eine gesellschaftspolitische Kontroverse, die spätestens mit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine neue Aktualität erhalten hat. 

Ausgangspunkt ist eine Debatte, die seit den 1970er-Jahren neue Perspektiven auf eine auch ideologisch vereinnahmte Region (Ostmitteleuropa) geworfen hat und die Konfrontation des Kalten Krieges überwinden half. Das Programm eröffnet mit begriffstheoretischen Sondierungen, etwa zur „Karriere“ des Konzepts Mitteleuropa oder zur Frage nach dessen geografischer und kultureller Verortung. In weiteren Sektionen werden historische Perspektiven und ideengeschichtliche Entwicklungen beleuchtet, etwa zur Idee „Mitteleuropäischer Vereinigter Staaten“ in der Zwischenkriegszeit oder zu langfristigen Deutungstraditionen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf literarischen und intellektuellen Debatten in Ostmitteleuropa. Beiträge widmen sich unter anderem ungarischen und tschechischen Autoren wie István Bibó, Péter Esterházy, György Konrád oder Jaroslav Rudiš – und fragen nach ästhetischen, politischen und gesellschaftlichen Aspekten des Mitteleuropa-Konzepts. Ergänzt wird das Programm durch einen Abendvortrag von Johannes Feichtinger sowie einem Beitrag zu den ostmitteleuropäischen Dichterdenkmälern im Ilmpark. Zum Abschluss richtet sich der Blick auf aktuelle Perspektiven aus der Region, etwa auf Mitteleuropa in ukrainischen Diskursen oder auf politische Konstellationen wie die Visegrád-Gruppe.

Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Herder-Forschungsrat (Fachkommission Sprache und Literatur) und dem Archiv der Akademie der Künste, Berlin, durchgeführt und durch die Ernst-Abbe-Stiftung unterstützt.

Anmeldung wird erbeten unter: haab@klassik-stiftung.de

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