Blick in den Bücherkubus
Lesung

„Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte“

Christoph Links und Michael Knoche stellen am 15. April das neue Buch in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek vor

Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 mehr als 200 eine Genehmigung erhalten hatten. Der Verlagshistoriker Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht in seinem Buch der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Wurden sie vom Staat aus politischen Gründen enteignet, steuerrechtlich zum Aufgeben gezwungen, sind sie in den Westen abgewandert, haben sie aus eigenem Antrieb aufgegeben oder wurden sie gegen ihren Willen fusioniert? Dahinter steht die grundsätzliche Frage, mit welchen Mitteln und Methoden die SED-Führung im Bereich der Kulturwirtschaft agierte, wie sie geistige und wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Wege räumte, um für die bevorzugten Firmen finanziell ertragreiche Monopolstellungen zu schaffen.

Im Rahmen der Reihe „Lesen! Buchvorstellungen in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek“.

Christoph Links, 1954 in Caputh bei Potsdam geboren, ist Verlagshistoriker, Publizist und Verleger. Er studierte Philosophie und Lateinamerikanistik und arbeitete als Journalist, Rezensent und Sachbuchautor. Im Dezember 1989 gründete und leitete er einen der ersten unabhängigen Sachbuchverlage der DDR. 2008 promovierte er mit einer Studie über die Privatisierung der DDR-Verlage im Prozess der deutschen Einheit. Seit 2009 ist er Mitglied der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. 

Michael Knoche, 1951 in Werdohl/Westfalen geboren, ist Bibliothekswissenschaftler und Germanist. Er war Angestellter bei wissenschaftlichen Verlagen und von 1991 bis 2016 Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u. a.: Friedrich Pfäfflin: Büchermacher sind glückliche Menschen (Hg., 2025); Christian Meier: Vergangenheit ohne Ende? (Hg., 2024); Die Idee der Bibliothek und ihre Zukunft (2017).

 

Veranstaltungsdaten

„Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte“
Buchvorstellung mit Christoph Links und Michael Knoche

15. April 2026, 18.00 – 19.30 Uhr
Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Platz der Demokratie 4 | 99423 Weimar

Der Eintritt ist kostenfrei.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.