Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

Künstlerinnengespräch mit Samira Engel
Ein Gespräch zwischen Samira Engel und Isabelle Castera, bei dem wir die künstlerischen Werke und Ideen aus erster Hand erkunden werden. In diesem Gespräch werden wir uns auf die intuitive und unmittelbare Erfahrung sowie die Begegnung mit den Objekten und Materialien im Moment konzentrieren. Dies stellt eine Gegenposition zu einem intellektualisierten und elitären Kunstverständnis dar, das versucht, die Objekte in einen Diskurs einzubetten und mit Bedeutung aufzuladen.
Unser Ziel ist es, Zustände des "Dazwischen-Seins" zu beleuchten - eine Art Warte-On-hold-Situation, in der wir gerade erst dabei sind, eine neue Funktionsweise, einen Sinn oder eine Aufgabe neu zu erfinden. Dies spiegelt auch die Arbeitsweise der Künstlerin wider, die die fertige Form und ihre Fertigkeit immer wieder infrage stellt.
Statt sich auf ein fertiges und ausstellbares Endprodukt zu konzentrieren, interessiert uns im Prozess mit den Objekten zunehmend ihre Unfertigkeit und Instabilität. Durch das Auseinandernehmen, Zerlegen und Herunterbrechen der Objekte möchten wir die Materialität und Eigenheiten der Platten und des Schmiedens erfahrbar machen, ohne sie in eine feste Form zu zwingen.
Wir möchten das Gewicht, die Massivität und Schwere, aber auch die Flexibilität und Leichtigkeit dieser Platten zeigen. In der Wipp-, Wiege- und Schwenkbewegung verwandelt sich die metallene Härte in etwas Weiches und löst jede binäre Vorstellung auf.Gleichzeitig verweigern sich die Werke einer expliziten Politisierung und laden stattdessen zur unmittelbaren Erfahrung, zum Spiel und zum dilettantischen Umgang mit dem Material im Moment ein. Sie betonen den Aspekt der Zugänglichkeit und erfordern kein intellektuelles Vorwissen oder einen spezifischen Kunstbegriff, um ihre tiefere Bedeutung zu erfassen. Stattdessen erfordern sie nur Neugier und die Bereitschaft, sich auf das einzulassen, was da ist, und dabei Spaß zu haben. Die Unfertigkeit und Fragilität der Werke stellt die Idee einer eindeutigen "Aussage" in Frage, die über sie getroffen und sie dadurch identifiziert und festgelegt. Stattdessen laden sie ein, gefühlt und erkundet zu werden, anstatt nur intellektuell verstanden zu werden. Im Video werden die Objekte zu gleichwertigen Gegenspielern und selbstständigen Akteuren, die mit anderen bewegten Dingen im Außenraum in Dialog treten. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf die äußeren Bedingungen der Umgebung, die das Objekt ständig formen und bewegen.