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»Dante, ein offenes Buch« - Herzogin Anna Amalia Bibliothek widmet ihre Jahresausstellung dem italienischen Autor Dante Alighieri

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Ab dem 21. August 2015 widmet sich die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in ihrer Jahresausstellung dem italienischen Autor Dante Alighieri (1265–1321). Mit seiner »Göttlichen Komödie« schuf Dante eine einzigartige literarische Reise durch das christliche Jenseits. Dem Epos ist – gleich einer Bibliothek – unermessliches historisches, philosophisches und kulturelles Wissen eingeschrieben. Im 750. Geburtsjahr des Dichters beleuchtet die Ausstellung vor allem die Frage, wie Dante in der Weimarer Kulturgeschichte wahrgenommen wurde und welche Bestände seine Rezeption geprägt haben. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt dabei auf der Zeit um 1800. Zu sehen sind neben eindrucksvollen Graphiken von Joseph Anton Koch, Johann Heinrich Füssli oder John Flaxman auch Übersetzungen von August Wilhelm Schlegel bis Philalethes oder die »Commedia«-Ausgabe Karl Wittes.

Weimar war nie ein Zentrum der Dante-Forschung, aber immer ein Zentrum der Dante-Begeisterung. Zur Zeit der Weimarer Klassik erfährt Dantes Dichtung eine intensive Rezeption. Sie spiegelt sich in einer Fülle von Ausgaben und Übersetzungen, Illustrationen und Gemälden sowie poetischen Nachahmungen wider. Der Bibliothekskatalog zeigt beim Stichwort ›Dante‹ mehr als 2.000 Einträge zu Primär- und Sekundärliteratur, unter denen viele Kostbarkeiten zu finden sind. Insgesamt zählt der Bestand 360 Dante-Werkausgaben in 570 Bänden. Als die älteste dieser Ausgaben zeigt die Ausstellung die 1502 bei Aldus Manutius erschienene Edition der »Divina Commedia«. Die 1807 in Jena gedruckte Ausgabe von Carl Ludwig Fernow, Bibliothekar Anna Amalias, gilt als die mit Weimar am engsten verbundene. Daneben besitzt die Herzogin Anna Amalia Bibliothek 286 Ausgaben deutscher Übersetzungen, eine niederdeutsche und 40 italienisch-deutsche.

Die Geschwindigkeit, mit der die Dante-Bestände der Bibliothek im 19. Jahrhundert wuchsen, ist bemerkenswert: Waren in der Großherzoglichen Bibliothek bis zum Jahr 1850 nur 55 Ausgaben Dantes vorhanden, so folgten im Zuge der allgemeinen deutschen »Dante-Renaissance« bis 1900 weitere 60 Titel. Generell ist der Bestand an italienischer Literatur in Weimar größer als in den meisten anderen deutschen Bibliotheken.

Ikonographisches Leitmotiv der Ausstellung ist das in der Zeichnung von Joseph Anton Koch dargestellte aufgeschlagene Buch. Für keinen anderen Autor der Weltliteratur scheint das Medium der Buchausstellung so angemessen zu sein wie für Dante. War er es doch, der in der anrührenden Liebesgeschichte von Paolo und Francesca die Macht des Buches kraftvoll in Szene gesetzt hat.

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog im Deutschen Kunstverlag. Ausstellung und Katalog sind in Kooperation mit dem Institut für Romanistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena entstanden.

Ausstellungsdaten
»Dante, ein offenes Buch«
Vom 21. August 2015 bis 26. Juni 2016 | Di – So 9.30 – 17 Uhr
Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Historisches Bibliotheksgebäude | Renaissancesaal
Platz der Demokratie 1 | 99423 Weimar
Eintritt frei

Katalog zur Ausstellung
»Dante, ein offenes Buch«
Herausgegeben von Edoardo Costadura und Karl Philipp Ellerbrock im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar / Herzogin Anna Amalia Bibliothek und der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Deutscher Kunstverlag GmbH Berlin München 2015
216 Seiten | 145 Abbildungen
Preis: 19,90 Euro | ISBN 978-3-422-07325-8

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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