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»den ganzen Tag gezeichnet.« – Casa di Goethe präsentiert italienische Zeichnungen Goethes aus dem Bestand der Klassik Stiftung Weimar

Anlässlich der Erweiterung der Casa di Goethe wird in Rom vom 21. September bis 9. Dezember 2012 eine Auswahl von 51 bisher noch nie gezeigten und frisch restaurierten italienischen Originalzeichnungen Goethes aus dem Besitz der Klassik Stiftung Weimar (Graphische Sammlungen) präsentiert. Johann Wolfgang von Goethe ist ein fleißiger Zeichner gewesen: 2.600 Blätter stammen von seiner Hand, Hunderte davon zeigen italienische Motive.

Erst seine Italienreise von 1786–88 und das Leben in der Künstler-WG am Corso, wo sich heute die Casa di Goethe befindet, bringen Goethe als Zeichner wirklich voran. Denn der Privatunterricht, den der vielseitige junge Dichter und Weimarer Minister bisher bei bekannten Künstlern genossen hatte, war weder systematisch noch akademisch ausgerichtet. In seinem Sehnsuchtsland Italien gibt Goethe sich bezeichnenderweise als »Maler Philip Möller« aus, will hier seine Talente entdecken und austesten. Dafür nimmt er sich alle Zeit, die er braucht. Auch hier bekommt er keine akademische Unterweisung im klassischen Sinn, sondern anregende Privatstunden bei deutschen Künstlern wie Johann H.W. Tischbein, Friedrich Bury, Christian G. Schütz, Albert C. Dies oder Jacob Philipp Hackert. Vor allem Hackert übt mit dem »Zeichnen nach der Natur« großen Einfluss auf Goethe aus. Viele der italienischen Bildmotive wird er in den folgenden Jahrzehnten wieder aufgreifen.

Mit Unterstützung des Beauftragten für Kultur und Medien wurde der Weimarer Gesamtbestand der Goethezeichnungen vor kurzem restauriert. So konnten viele verborgene Perlen ans Licht geholt werden: von den rund 900 Zeichnungen mit italienischen Motiven sind bisher nur relativ wenige ausgestellt und publiziert worden. Mit der Präsentation in der Casa di Goethe wird der Blick jetzt auf weniger bekanntes Italien-Material gerichtet.

Zeitlebens zweifelt Goethe an der Qualität seiner Arbeiten. An Frau von Stein schreibt er 1776: »Ich habe viel gezeichnet sehe nur aber zu wohl dass ich nie Künstler werde«, und streng urteilt er noch 1829, dass »ich in Italien in meinem vierzigsten Jahre klug genug war, um mich selber insoweit zu kennen, dass ich kein Talent zur bildenden Kunst habe«.

Die Ausstellung in der Casa di Goethe korrigiert diese Selbsteinschätzung: Landschaften, Tempel, Architektur- und Anatomiestudien lassen den Besucher nicht nur das zeichnerische Talent eines Dichters entdecken, der bis zu seinem Lebensende gerne zum Bleistift greift, sondern auch seine Begeisterung spüren: »Ich bin hier sehr glücklich, es wird den ganzen Tag bis in die Nacht gezeichnet, gemalt, getuscht, geklebt, Handwerk und Kunst recht ex professo getrieben.« (28.9.1787)

»den ganzen Tag gezeichnet.«
Die italienischen Zeichnungen Goethes

Eine Ausstellung der Klassik Stiftung Weimar in Zusammenarbeit mit der Casa di Goethe
Kuratoren: Hermann Mildenberger und Margarete Oppel
Casa di Goethe, 21. September – 9. Dezember 2012

Katalog
Italienisch/Deutsch
»den ganzen Tag gezeichnet.« Die italienischen Zeichnungen Goethes
Hg. von Ursula Bongaerts
Mit einem Beitrag von Hermann Mildenberger und einem Katalogteil von Margarete Oppel, 184 Seiten, ca. 60 Abbildungen, ISBN 978-3-930370-29-0, Preis 22 €

Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 20. September 2012, 19.30 Uhr
Es sprechen:
Ursula Bongaerts, Leiterin der Casa di Goethe
Andrea Fadani, AsKI Vorstand
Wolfgang Holler, Generaldirektor Museen Klassik Stiftung Weimar
Hermann Mildenberger, Kurator der Ausstellung

Adresse
Via del Corso 18 (Piazza del Popolo)
00186 Roma
Tel: + 39-(0)6 32 650 412
info@casadigoethe.it - www.casadigoethe.it

Öffnungszeiten
10 – 18Uhr (Kasse schließt um 17.30 Uhr)
Montags geschlossen
Eintritt € 5,00, reduziert € 3,00
Führungen: Nach Anmeldung und sonntags, 11Uhr, in italienischer Sprache (Anmeldung nicht erforderlich)

Pressekontakt Casa di Goethe
Dorothee Hock Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Via del Corso 18 (Piazza del Popolo)
00186 Roma
Tel: +39-(0)6 32 650 412
Fax: +39-(0)6 32 650 449
info@casadigoethe.it - www.casadigoethe.it

Pressekontakt Klassik Stiftung Weimar
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