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Die Wiedereröffnung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek jährt sich zum fünften Mal

Morgen, am 24. Oktober 2012, jährt sich die Wiedereröffnung des Historischen Gebäudes der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zum fünften Mal. Am selben Tag starten Bibliotheken in ganz Deutschland in Kooperation mit dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) eine einwöchige bundesweite Aktionswoche unter dem Motto »Treffpunkt Bibliothek – Information hat viele Gesichter«.

Mit Abschluss der baulichen Sanierung ist die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in den Kreis der bedeutenden Forschungsbibliotheken zurückgekehrt. Sie bietet seitdem ausgezeichnete Bedingungen für das Studium ihrer herausragenden Sammlungen im Original. Der Bestand hat vor einem Jahr wieder die Millionengrenze überschritten. 15.000 alte Drucke sind frei im Internet zugänglich.

Der Besucheransturm zur Besichtigung des Rokokosaals ist ungebrochen. Jedes Jahr besichtigen rund 90.000 Besucher das Haus. Diese Zahl wäre viermal so hoch, wenn nicht denkmalpflegerische Gründe eine Begrenzung der Besucherzahl erzwängen. Die Termine sind lange im Voraus ausgebucht. Anders als früher kann die Bibliothek durch wechselnde Buchausstellungen im festlichen Renaissancesaal im Erdgeschoss auch ausgewählte wertvolle Bestände präsentieren. Zurzeit läuft die Ausstellung »Galilei, Goethe und Co.«. Sie gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte, Überlieferung und Erforschung der literarischen Gattung der Freundschaftsbücher (»Alba Amicorum«, Stammbücher). Die achtzig kostbaren Werke werden noch bis zum 10. März 2013 gezeigt.

Beim Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek im September 2004 wurden mehr als 50.000 Bände zerstört. 62.000 Bände konnten in der Brandnacht und den Tagen danach aus dem Rokokosaal beschädigt geborgen werden. Die Schäden gliedern sich auf in zwei Gruppen: 34.000 Bände haben Wasser- und Hitzeschäden an den Einbänden, 28.000 Bände weisen Brandschäden an den Papieren auf. Von der ersten Kategorie stehen 31.000 Bände der Benutzung wieder zur Verfügung. 3.000 Einbände sollen planmäßig noch bis 2015 bearbeitet werden. Aus der Gruppe der Bände mit schweren Brand- und Ascheschäden konnten bisher 1.800 Bücher bearbeitet werden. Bei diesen sogenannten Aschebüchern hat das Feuer die Bücher in ihrem Äußeren stark angesengt, aber die Texte im Inneren nicht zerstört. In einer Spezialwerkstatt vor Ort wird eine neu entwickelte Technologie für die brandgeschädigte, in der Regel äußerst fragile Papiersubstanz angewandt. Das Restaurierungsverfahren gewährleistet die uneingeschränkte Bewahrung der Originalsubstanz, der Tinten und Farben. Auch eine private Werkstatt in Bern/Schweiz arbeitet nach dem patentierten Weimarer Verfahren. Der Abschluss dieser Arbeiten ist nicht vor 2016 zu erwarten.

Seit dem Unglück sind insgesamt 33.000 alte Bücher als Ersatz für verbrannte Titel erworben und in den Bestand integriert worden. Mehr als 13.000 Bände kamen als Geschenk durch Privatpersonen und befreundete Institutionen ins Haus. Das wichtigste Instrument für die Wiederbeschaffung ist die im Internet öffentlich zugängliche Verlustdatenbank.

Ein öffentliches Kolloquium in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek stellt am Mittwoch, 7. November 2012, die Methoden zur Sicherung und Identifizierung stark geschädigten Schriftguts vor. Es wird von der VolkswagenStiftung finanziert. Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit Modellprojekten des Historischen Archivs der Stadt Köln sowie der Behörde für die Stasi-Unterlagen.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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