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Errichtung des Zentralen Museumsdepots der Klassik Stiftung Weimar schreitet stetig voran

Vor fast einem Jahr, am 24. Oktober 2011, konnte die Klassik Stiftung den ersten Spatenstich für den Bau ihres Zentralen Museumsdepots an der Ettersburger Straße in Weimar setzen. Heute informierte sie vor Ort und in Anwesenheit von Prof. Dr. Thomas Deufel, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, über den Fortschritt der Bauarbeiten. Das Zentrale Museumsdepot ist die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen im Masterplan »Kosmos Weimar« der Klassik Stiftung und stellt die maßgebliche Voraussetzung für die Umgestaltung des Weimarer Stadtschlosses zum Zentrum der Stiftung dar.

Der Rohbau des Depotgebäudes ist fertiggestellt. Die Ausbaugewerke haben ihre Arbeit bereits begonnen. Im 2. Quartal 2013 wird das Depot fertiggestellt und an den Nutzer übergeben werden. Nach einem Probebetrieb kann die Klassik Stiftung dann mit dem Umzug der Bestände beginnen. Um die Standards trotz steigender Baukosten innerhalb des Gesamtbudgets von 15,5 Millionen Euro garantieren zu können, wurde die Planung in den letzten Monaten optimiert. Daraus ergaben sich bei den Ausbaugewerken leichte Verzögerungen.

Das Depot wird die musealen Bestände der Klassik Stiftung Weimar aus aktuell 14 über die Stadt verteilten Depotbereichen zentral zusammenführen. 2.500 Gemälde, 2.000 Plastiken, 2.500 Möbel, 15.000 kunstgewerbliche Objekte sowie der Fotobestand der Museen sollen im Neubau untergebracht werden. Dort werden bestmögliche klimatische Bedingungen für das Kunstgut herrschen, die zum einen durch den massiven Baukörper mit einer von sich aus guten Klimastabilität erreicht werden, zum anderen durch eine energieeffiziente Klimaanlage. Eine automatische Stickstofflöschanlage gewährleistet in Kombination mit einer Brandmeldeanlage die Sicherheit der Bestände. Sie können so unter Einhaltung internationaler Standards für die Zukunft bewahrt werden. Die Funktionsbereiche sind klar gegliedert. An eine zentrale Zone für die Anlieferung und technische Versorgung schließen sich nach Norden die Werkstattbereiche (ca. 500m²) an sowie nach Süden die erweiterbaren Depotbereiche (insgesamt ca. 3.700 m² Lagerfläche mit unterschiedlichen Klimabereichen). 750m² Fläche stehen für haustechnische Anlagen zur Verfügung.

Da die Bestände im Neubau schwellenfrei zusammengeführt und direkt in den in das Depot integrierten Restaurierungswerkstätten bearbeitet werden können, lassen sich die Arbeitsabläufe für die Restauratoren, Kustoden und Depotmeister zukünftig erheblich verbessern. Depotbereiche wie Werkstätten sind systematisch nach Gattungen unterteilt (Gemälde, Plastiken, Textilien und Kunsthandwerk, Möbel, zeitgenössische Kunst). In den Gemäldedepots kann die Systematik durch weitere Unterteilungen etwa nach der Funktion der Werke (z.B. Porträts) verfeinert werden, in den Depots für Möbel und Kunsthandwerk wird dies nach typologischen Gesichtspunkten geschehen (z B. Stühle, Service). Die räumliche Ordnung im Zentralen Museumsdepot bildet die inhaltliche Systematik konsequent ab. Auf diese Weise kann ein schneller Zugriff auf die Objekte ebenso gewährleistet werden wie die optimale Anpassung der konservatorischen Bedingungen an die spezifischen Erfordernisse der Objekte. Die Werkstätten für Restauratoren in unmittelbarer Nähe der musealen Bestände werden nicht zuletzt der Forschungstätigkeit der Klassik Stiftung Weimar im kunsttechnologischen und restauratorischen Bereich zugutekommen. Restauratoren und Kustoden können zukünftig gemeinsame Untersuchungen zu Materialität und Überlieferungszustand durchführen oder neue Restaurierungsmethoden erproben.

Bereits jetzt bereiten die Restauratoren und Depotmeister die musealen Bestände auf den Umzug vor und inventarisieren alle Objekte auf zeitgemäßem wissenschaftlichem Niveau neu. Dabei werden sie digital erfasst und mit Barcodes versehen, um zukünftig zentral auf Angaben zu Standorten und Zustandsbeschreibungen zugreifen zu können.

Zur Vorgeschichte
Auf die Notwendigkeit eines zentralen, in Weimar gelegenen Depots zur Aufnahme der an verschiedenen Standorten gelagerten Kunstgüter der Klassik Stiftung Weimar wurde bereits im Bericht der Strukturkommission im Juni 2005 mit Nachdruck hingewiesen. Die konkreten Planungen zur Realisierung des Museumsdepots gehen auf das Jahr 2008 zurück, als die Klassik Stiftung mit dem Masterplan »Kosmos Weimar« ein langfristiges programmatisches Umgestaltungskonzept vorlegte. Nachdem eine erste Standortuntersuchung 2006 durchgeführt worden war, erwarb die Klassik Stiftung Ende 2008 nach umfangreichen Voruntersuchungen das Grundstück in der Ettersburger Straße. Im Sommer 2009 erfolgte die Auslobung eines europaweiten Verfahrens zur Gewinnung des Planungsteams. Hier setzte sich das Büro heneghan peng architects aus Dublin/Irland durch und begann gemeinsam mit weiteren Planern aus Thüringen und Sachsen ab September 2009 mit der Umsetzung des Entwurfs. Nach den notwendigen Planungs- und Verfahrensschritten konnte die Genehmigungsplanung im Frühjahr 2011 eingereicht werden. Der Startschuss für die Bauarbeiten erfolgte mit dem ersten Spatenstich im Oktober 2011. Das Projekt ist Bestandteil des Masterplans »Kosmos Weimar« und wird zu gleichen Teilen vom Bund und dem Freistaat Thüringen finanziert, nicht jedoch aus den Mitteln des Sonderinvestitionsprogramms.

Öffentliche Baustellenbesichtigung
Am Samstag, 29. September 2012, in der Zeit von 13.30 bis 16 Uhr lädt die Klassik Stiftung Weimar alle Interessierten dazu ein, sich im Rahmen einer Baustellenbesichtigung selbst ein Bild vom entstehenden Museumsdepot zu machen. Mitarbeiter der Klassik Stiftung werden bereitstehen, um Fragen zu beantworten.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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