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Goethes Nachlaß ins »Weltgedächtnis« aufgenommen


Der handschriftliche Nachlaß Goethes ist in das »Memory of the
World«-Register der UNESCO aufgenommen worden. Er zählt damit
zu den weltweit knapp 100 Objekten, die die UNESCO als
herausragendes dokumentarisches Erbe der Menschheit besser
schützen und über Internet zugänglich machen will. Am 6. Dezember
wird der Nachlaß zusammen mit vier weiteren deutschen Beiträgen -
Beethovens 9. Sinfonie, Fritz Langs Stummfilm-Klassiker
»Metropolis«, der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel und den ältesten
Tondukumenten traditioneller Musik (1893-1952) - im Rahmen eines
»Memory of the World-Seminars« der Deutschen
UNESCO-Kommission in Bonn vorgestellt.
Der in seltener Vollständigkeit erhaltene Dichternachlaß wird seit 1885
im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar aufbewahrt und
wissenschaftlich erschlossen. Es umfaßt etwa 90 Prozent aller
poetischen Manuskripte Goethes, darunter eine umfangreiche
handschriftliche Überlieferung zum »West-Östlichen Divan« und die
Reinschrift des »Faust II«. Nahezu vollständig überliefert sind auch die
Tagebücher des Dichters aus sechs Jahrzehnten seines Lebens, mehr
als ein Drittel der Briefe, die er schrieb und etwa 20 000, die er erhielt.
Zum Nachlaß, der rund 480 Archivkästen füllt, zählen außerdem
Schriften Goethes zur Naturwissenschaft und zur Kunsttheorie sowie
Lebenszeugnisse seiner Familie. Jochen Golz, der Direktor des Archivs,
erhofft sich von der Aufnahme dieser Sammlung in das
»Weltgedächtnis«-Programm der UNESCO besondere Unterstützung
der Digitalisierungsprojekte. Seit dem vergangenen Jahr stellt das
Archiv bereits eine Datenbank mit Angaben zu sämtlichen
Goethe-Briefen im Internet zur Verfügung
(http://ora-web.weimar-klassik.de/swk-db/db-all.html). Für die
Digitalisierung der Briefe selbst, fehlt es derzeit noch an der teuren
technischen Ausstattung.
Der Goethe-Nachlaß wurde im vergangenen Jahr für das »Memory of
the World«-Register der UNESCO vorgeschlagen. Bereits im
Dezember 1998 waren die Bauten des klassischen er 2001
Weimar mit den
Wohnhäusern Goethes und Schillers, der Herzogin Anna Amalia
Bibliothek sowie Schlössern, Parkanlagen und weiteren
Erinnerungsstätten in die Welteerbeliste der UNESCO aufgenommen
worden.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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