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„Jakob Philipp Hackert. Europas Landschaftsmaler der Goethezeit“

Anlässlich ihres Themenjahres „Europa in Weimar 2008“ zeigt die Klassik Stiftung Weimar vom 25. August bis 02. November 2008 die Ausstellung „Jakob Philipp Hackert. Europas Landschaftsmaler der Goethezeit“.

Die von der Klassik Stiftung Weimar und der Hamburger Kunsthalle gemeinsam vorbereitete Ausstellung schließt etwa 80 Gemälde sowie 120 Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen ein. Sie ist damit die bisher umfangreichste Retrospektive zu Hackert. Gezeigt werden Werke aus dem Bestand der Klassik Stiftung Weimar, die eine der größten Hackert-Sammlungen besitzt, sowie der Hamburger Kunsthalle. Internationale Leihgaben aus Italien, Großbritannien, Russland, der Schweiz und deutschen Sammlungen ergeben einen faszinierenden Einblick in das gesamte Œuvre Hackerts.

Jakob Philipp Hackert (1737-1807), einer der wenigen deutschsprachigenLandschaftsmaler seiner Zeit von europäischem Rang, arbeitete nach seiner Ausbildung in Berlin und Aufenthalten in Schweden und Frankreich die überwiegende Lebenszeit in Italien. Hier etablierte er sich als international gefragter Künstler, der bis ins 19. Jahrhundert hinein das Bild der mediterranen Landschaft prägte. Zu seinen Themen gehörten Veduten, Hafenszenen, Küsten- und Flusslandschaften, Paraden und Jagdszenen sowie schwerpunktmäßig die in mildes stimmungsvolles Licht getauchte Campagna di Roma und die malerischen Landstriche Süditaliens und Siziliens. Zunächst ab 1769 in Rom tätig, arbeitete er ab 1786 für König Ferdinand IV als Hofmaler in Neapel. Italienreisende aus aller Welt, unter ihnen deutsche Künstler, englische Adlige und prominente fürstliche Auftraggeber wie die russische Zarenfamilie, verbreiteten seine Werke in ganz Europa. Schließlich festigte die 1811 von Johann Wolfgang von Goethe veröffentlichte Biografie seinen Ruf als herausragender Landschaftsmaler des 18. Jahrhunderts.

Hackerts Lebenswelt war vom feudalistischen Glanz des Ancien Régime geprägt, das mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen 1799 in Neapel unterging. Gleichzeitig verkörperte er aber bereits den Typus des äußerst effizienten, am Kunstmarkt orientierten Geschäftsmannes, der weitgehend unabhängig von den Hierarchien eines Hofes agieren konnte, und damit moderne Positionen des 19. Jahrhunderts vorwegnahm.

Einerseits waren seine Bilder von einem akribischen Interesse an der Wiedergabe realistischer Naturdetails bestimmt, andererseits galt er mit seinen ideal komponierten und mit historisierender Staffage oder antiken Stätten angereicherten Landschaften als wichtiger Wegbereiter und Repräsentant der klassizistischen Kunstauffassung. Hackerts Werk steht an der Schwelle der Umbruchsituation um 1800, einem Wendepunkt in der Landschaftsmalerei.

Hackerts Kompositionsmuster im »großen Stil« mit eindeutigen Begrenzungen und einer spannungsvoll-harmonischen Verteilung der Gewichte ist ohne die unangefochtenen Autoritäten der älteren Tradition wie Claude Lorrain, Nicolas Poussin und Gaspart Dughet nicht denkbar. Mit seinen topografisch exakten Versatzstücken und den präzisen Beschreibungen in der Natur beobachteter Details durchbrach Hackert gleichzeitig die Kriterien der zeitgenössischen, streng idealisierenden Kunstauffassung und bot dadurch einen Ansatzpunkt für Künstler der nächsten Generation. Sein Interesse an spektakulären Naturgegebenheiten, an Wasserfällen, Vulkanausbrüchen und Gebirgsschluchten fand in der Verknüpfung von Landschaftsmalerei und Naturwissenschaft, in einer verfeinerten Beobachtung geologischer und atmosphärischer Phänomene, eine logische Fortsetzung im folgenden Jahrhundert. Die herausragende und vorausweisende Position Hackerts innerhalb der europäischen Landschaftsmalerei um 1800 soll durch diese Retr0spektive in besonderer Weise hervorgehoben werden.

Die Klassik Stiftung bietet ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen, Vorträgen, Lesungen und speziellen Angeboten für Kinder und Jugendliche.

Begleitend zur Ausstellung in Weimar und Hamburg erscheint ein reich illustrierter Katalog, der ein Standardwerk zu Hackerts Leben und Werk darstellt.

 
Ausstellungsdaten
Jakob Philipp Hackert. Europas Landschaftsmaler der Goethezeit
25. August bis 02. November 2008
Neues Museum Weimar
Aug–Sept Mi–Mo 11–18 Uhr, Sa 11–19 Uhr
Okt–Nov Mi–Mo 11–18 Uhr
Schiller-Museum Weimar
Aug–Sept Mi–Mo 9–18 Uhr, Sa 9–19 Uhr
Okt–Nov Mi–Mo 9–18 Uhr
Eintritt: Erw. 6,50 € / erm. 5 € / Schüler 1,50 €

Die Ausstellung ist vom 28. November 2008 bis 15. Februar 2009 in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

Öffentliche Führungen
Einführende Informationen über Hackert und die Goethezeit können in den öffentlichen Führungen gewonnen werden: Mittwochs, 14 Uhr im Schiller-Museum, sonntags, 14 Uhr im Neuen Museum Weimar

Rahmenprogramm
svdmzweb01.klassik-stiftung.de/fileadmin/downloads/termine/ksw_Flyer-HACKERT-web.pdf

Besucherinformation

Tel. +49 (0)3643 545 | 401/-402
info@klassik-stiftung.de
svdmzweb01.klassik-stiftung.de

Ausstellungskatalog
Jakob Philipp Hackert
Europas Landschaftsmaler der Goethezeit
Hrsg. Klassik Stiftung Weimar, Hamburger Kunsthalle
Texte von Hubertus Gaßner, Hermann Mildenberger, Claudia Nordhoff, Peter Prange u.a.
368 Seiten mit ca. 190 farbigen Abbildungen
35 € in der Ausstellung
49,80 € im Buchhandel
ISBN 978-3-7757-2188-2
www.hatjecantz.de

Für weitere Informationen steht Ihnen Saskia Helin unter den Telefonnummern 03643 | 545-113 und 0172 | 79 999 59 zur Verfügung.

 

 

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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