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»Lebensfluten – Tatensturm« – Goethe-Nationalmuseum wird mit neuer Ausstellung wiedereröffnet

Pressebilder:
svdmzweb01.klassik-stiftung.de/service/presse/pressebilder


Informationen zur Ausstellung:
www.goethe2012.de

Programm zu Goethes Geburtstag:
www.goethegeburtstag.de

Zum 263. Geburtstag Goethes am 28. August 2012 feiert die Klassik Stiftung Weimar die Wiedereröffnung des Goethe-Nationalmuseums mit der neuen Ausstellung »Lebensfluten – Tatensturm«. In elf Räumen, von denen sieben thematischen Leitbegriffen gewidmet sind, verdeutlicht die Ausstellung die unerhörte Vielschichtigkeit Goethes. Auf 800 Quadratmetern und mit über 500 Exponaten präsentiert die Klassik Stiftung Weimar Goethe als Zeugen seiner Epoche, in der sich das Zeitalter der Moderne abzuzeichnen beginnt.

Der Festakt zur Wiedereröffnung wird heute, am 27. August 2012, in Anwesenheit des Thüringer Kulturministers Christoph Matschie begangen. »Mit der Wiedereröffnung des Goethe-Nationalmuseums wird der ›Kosmos Weimar‹ um einen weiteren wichtigen Baustein komplettiert. Die neue Ausstellung zeigt: Goethe ist hochaktuell. Die deutsche Klassik verstaubt bei uns nicht zwischen Buchdeckeln, sondern sie hat uns heute viel zu sagen. Kein anderes Museum auf der Welt bietet am Originalschauplatz eine solche Dichte von Informationen, authentischen Zeugnissen und Archivalien zu Goethe wie das Nationalmuseum in Weimar. Es ist ein besonderer Schatz im Kulturland Thüringen, der ab heute in neuem Glanz strahlt«, unterstreicht Matschie. Zum Festakt rezitiert der Goethe-Darsteller Alexander Fehling Ausschnitte aus »Die Leiden des jungen Werther«. Den Festvortrag hält Dieter Borchmeyer.

Der Titel der Ausstellung ist dem Auftritt des Erdgeistes in der Nachtszene des Faust I entnommen: »In Lebensfluten, im Tatensturm / Wall’ ich auf und ab, / Webe hin und her! / Geburt und Grab, / Ein ewiges Meer, / Ein wechselnd Weben, / Ein glühend Leben, / So schaff’ ich am sausenden Webstuhl der Zeit / Und webe der Gottheit lebendiges Kleid«. Angelehnt daran lässt »Lebensfluten – Tatensturm« Goethes Vielfalt und Widersprüchlichkeit, das Fließend-Unabgeschlossene, immerzu überraschend Neue, kurzum, seine Lebendigkeit zutage treten.

Wolfgang Holler, Generaldirektor Museen der Klassik Stiftung, betont: »Kein anderer deutscher Dichter ist in allen Fasern seiner Existenz so akribisch durchleuchtet worden und hat sich in unserem kollektiven Bewusstsein derart eingeprägt wie Goethe. Bei der Konzeption der neuen Ausstellung hat uns der Wunsch geleitet, mit der musealen Präsentation die ganze Breite der Besucher und Leser zu erreichen und die immer wieder staunenswerte Fülle, Kraft, Intellektualität und Sinnlichkeit der geistigen Schöpfungen Goethes erlebbar zu machen.«

Die Leitbegriffe »Genie«, »Gewalt«, »Welt«, »Liebe«, »Kunst«, »Natur« und »Erinnerung« illustrieren in der Ausstellung kulturelle Diskurse um 1800, die zugleich eine Brücke zu Themen unserer Zeit schlagen. Sie stehen stellvertretend für einen Kosmos an Bedeutungen in Goethes Leben und Werk. Verbindendes Element zwischen den thematischen Räumen ist die »Faust-Galerie«. Hier können Besucher jedes im Faust enthaltene Substantiv auswählen, worauf das Wort und seine Verwendung im Faust sogleich in den Raum projiziert werden. Zentrale Exponate sind neben Dokumenten von Goethes Hand Objekte aus seiner naturkundlichen Sammlung und bedeutende Werke der Kunst. Besucher begegnen der Federzeichnung »Genius des Ruhms« von Johann Heinrich Meyer und der »Juno Ludovisi«, aber auch Gegenständen aus Goethes Leben – von seiner Hofuniform über seinen Reisepass nach Rom bis hin zu seinem auf Reisen benutzten Schreibzeug. Die Ausstellung schöpft aus einem einzigartigen Fundus wertvoller Originale und ergänzt somit den atmosphärischen Eindruck des Wohnhauses.

Vielfältige Vermittlungsangebote (Medienguide, Einführungsfilm, Führungen, Lese- und Hörkabinett) bieten sowohl Einstieg als auch Vertiefung in Goethes Welt. Ein Medienguide begleitet die Besucher durch das gesamte Goethe-Nationalmuseum. Dafür wurde mit der Firma MESO, Frankfurt am Main, ein System entwickelt, das es ermöglicht, Stationen in der Ausstellung und in Goethes Wohnhaus anzusteuern. Das Display dient dabei der räumlichen und inhaltlichen Navigation zugleich. Eine 20-minütige Kurzführung durch die Ausstellung vermittelt über sogenannte Leitobjekte einen Überblick über die Museumsräume. Je nach Interesse können zusätzlich über 90 Minuten verschiedene Themenstränge verfolgt werden (Biografie, Literatur und Erkenntniswege). Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Literaturvermittlung. Zu einzelnen Objekten können Besucher Literatur sammeln und so eine persönliche Goethe-Anthologie für das neu eingerichtete Lese- und Hörkabinett zusammenstellen. Dort steht die Literatur selbst im Mittelpunkt. Besucher sind eingeladen, in Goethes Werken zu lesen oder mit dem Medienguide Texten ihrer Wahl zu lauschen. Der Audiorundgang durch Wohnhaus und Ausstellung wird in deutscher und englischer Sprache angeboten. Ab Oktober 2012 wird ein Audiorundgang für Kinder zur Verfügung stehen. Besuchern, die keine Hörführung wünschen, wird ein gedruckter Führer durch Goethes Wohnhaus und die Ausstellung angeboten.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Begleitbuch mit Beiträgen der Kuratoren sowie u.a. von Herbert Grönemeyer, Durs Grünbein, Ivan Ivanji, Michael Jaeger, Harald Lesch, Rafik Schami und Karin von Welck (288 Seiten, 162 Abbildungen, ISBN: 978-3-7443-0154-1, 14,90 Euro). Für Konzeption und Einrichtung der Ausstellung »Lebensfluten – Tatensturm« standen Mittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Michel Müller und Steffen Sendelbach vom Büro MINC, Darmstadt, zeichnen für die Ausstellungsgestaltung verantwortlich. Für die bauliche Umgestaltung der Ausstellungsräume und die funktionale Neuordnung des Foyers durch das Büro Albrecht von Kirchbach Innenarchitektur und Design, Erfurt, wurden 1,8 Millionen Euro aufgewendet.

Das Gesamtprojekt wurde großzügig durch den Freistaat Thüringen gefördert.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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