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»Möbeldesign, Architektur, freie Kunst« – Ausstellung im Schiller-Museum präsentiert das umfangreiche Werk des Bauhauskünstlers Hans Martin Fricke

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Hans Martin Fricke (1906-1994) gehörte mit 16 Jahren zu den jüngsten Studierenden am Staatlichen Bauhaus in Weimar und mit 18 Jahren zu dessen jüngsten Absolventen. Obwohl er offiziell in der Tischlereiwerkstatt unter Walter Gropius und Werkmeister Erich Brendel lernte, nutzte er auch die für alle Studierenden offene Druckereiwerkstatt Lyonel Feiningers und experimentierte zudem im bildkünstlerischen Bereich mit gegenständlichen und abstrakten Arbeiten. Durch seine Mitarbeit bei der Ausstattung des Musterhauses Am Horn entdeckte er schließlich sein Interesse für Architektur, dem er – da eine reguläre Architektenausbildung auch am Bauhaus Dessau 1925 noch nicht durchgeführt werden konnte – in seine Heimatstadt Oldenburg folgte.

Vom 16. Dezember 2016 bis 12. März 2017 stellt die Klassik Stiftung Weimar im Schiller-Museum erstmals das vielgestaltige Frühwerk des Bauhäuslers Hans Martin Fricke in einer eigenen Ausstellung mit mehr als 150 Exponaten vor. Der Eintritt ist frei.

Zahlreiche Studienarbeiten aus der gestalterischen Grundlagenausbildung, Möbel und Möbelentwürfe, erste architektonische Skizzen sowie freie künstlerische Arbeiten Hans Martin Frickes haben sich im Familienbesitz erhalten und werden seit 1999 als Dauerleihgabe an der Klassik Stiftung Weimar mit seinem Bauhaus-Museum betreut. Die Ausstellung zeichnet anhand dieser einmaligen Kollektion die Ausbildung des jungen Hans Martin Fricke am Staatlichen Bauhaus nach. So stammten aus dem von Johannes Itten entwickelten Vorkurs unter anderem mehrere Rhythmusstudien Frickes, aber auch Aktzeichnungen, die belegen, dass die Aufgabenstellung für einen 16-Jährigen noch zu schwer war. Sein Teetisch sowie der »Stuhl für ein Esszimmer« geben Zeugnis von ersten eigenständigen Arbeiten in der Tischlereiwerkstatt, während zahlreiche Linolschnitte, ein Blatt zur Entwicklung von Schrift und Zeichensystemen oder auch Frickes eigenes Exlibris seine künstlerische Entwicklung bei der Druckgraphik nachzeichnen. Schließlich zeigt die Schau auch Frickes erste architektonische Zeichnungen, die er im Kontext der zahlreichen Entwürfe zu Meisterhäusern in Weimar, von Gropius‘ »Baukasten im Großen« über Typenhausentwürfe von Fred Forbat bis zu Farkas Molnars »Rotem Würfel«, schuf. Frickes eigener »Roter Würfel« erscheint dabei wie eine Persiflage des Molnar-Vorbildes. Sein Entwurf eines »Hauses mit gerundeter Ecke« zeigt dagegen eine bereits äußerst moderne Villa mit Flachdach.

Nach dem an seine Bauhaus-Zeit anschließenden Architekturstudium in Oldenburg realisierte Hans Martin Fricke noch bis zum Ende der 1920er Jahre Bauten in der Formensprache der Moderne, bevor er sich politisch und gestalterisch den Vorstellungen der Nationalsozialisten anschloss.

Ausstellungsdaten

»Der Bauhäusler Hans Martin Fricke. Möbeldesign, Architektur, freie Kunst«
16. Dezember 2016 bis 12. März 2017
Di – So 9.30 – 16 Uhr
Schiller-Museum
Schillerstraße 12 | 99423 Weimar
Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsdaten

15. Dezember 2016 | 18 Uhr
Eröffnung und freier Eintritt bis 20 Uhr

18. Januar 2017 | 15 Uhr
Kuratorenführung
Erw. 3 Euro | erm. 1 Euro

11. Februar 2017 | 11 Uhr
Kuratorenführung
Erw. 3 Euro | erm. 1 Euro

11. März 2017 | 14 Uhr
Finissage mit Kuratorenführung
Eintritt ist kostenfrei.

Besucherinformation

Stand der Klassik Stiftung Weimar in der Tourist-Information
Markt 10 | 99423 Weimar
Tel +49 (0) 3643 | 545 400
Fax +49 (0) 3643 | 41 98 16
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