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Neuer Blick auf alte Fassade – Stiftung Weimarer Klassik schließt Außensanierung am Rokokoschloß Dornburg ab


Das Rokokoschloß in Dornburg hat seine alte Fassade wieder. Mit
historischen Putzen und einer ungewohnten Farbigkeit, die auf
bauarchäologische Untersuchungen zurückgeht, haben Denkmalpfleger
der Stiftung Weimarer Klassik dem hoch über der Saale gelegenen
Schloß das Gesicht der Erbauungszeit zurückgegeben. Das ehemalige
Lustschloß der Weimarer Herzöge entstand von 1736 bis 1741 nach
Plänen von Gottfried Heinrich Krohne. Ab 1776 diente es Goethe als
Quartier, wenn er Amtsgeschäfte im Saaletal hatte. Im Winter 1818/19
tagte hier der erste Landtag des Großherzogtums. In den letzten Jahren
hatten Bauschäden besonders die Innenräume des Schlosses bedroht,
so daß es im Frühjahr 2000 geschlossen werden mußte.
Die Stiftung Weimarer Klassik, zu deren Bestand das Rokokoschloß
ebenso wie das Renaissanceschloß in Dornburg zählen, schließt mit der
Fassadenrestaurierung jetzt eine wesentliche Etappe bei der
umfassenden Sanierung des Schlosses ab. In den Jahren seit 1995
wurden u. a. auch das Dach sowie Fenster und Türen instandgesetzt
sowie aufwendige Natursteinarbeiten realisiert. Knapp eine Million
Mark hat allein die Stiftung für diese Arbeiten im Außenbereich
investiert. Hinzu kommen Spenden und Drittmittel. Stiftungspräsident
Hellmut Seemann dankt deshalb auch privaten Förderern, darunter dem
Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums, die durch zusätzliche
Mittel und Aktionen die Sanierung unterstützten. Eine besondere Hilfe
sei zudem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geleistet worden,
die für ein Forschungsprojekt zur Entwicklung und Anwendung
historischer Putze mehr als eine Million Mark zur Verfügung stellte. Den
im Ergebnis entstandenen, für Thüringen typischen, gipshaltigen
Kalkputz, wie er im Barock verwendet wurde, werde die Stiftung
außer in Dornburg auch bei der Restaurierung der Orangeriegebäude in
Belvedere einsetzen.
In Dornburg soll nach den derzeit laufenden Sanierungs- und
Restaurierungsarbeiten in den Innenräumen bis zum Jahresende 2003
auch die museale Präsentation neu konzipiert werden. Da es kein
Interieur aus der Bauzeit des Rokokoschlosses gibt, wird sich die
Wiedereinrichtung vor allem an zwei Inventarverzeichnissen aus den
Jahren 1821 bis 1823 sowie 1874 orientieren. Vorgesehen sind
außerdem Dokumentationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte des
Schlosses.
Anläßlich des Abschlusses der Fassadenrestaurierung am
Rokokoschloß in Dornburg wird der Freundeskreis des
Goethe-Nationalmuseums am 3. November, 15 Uhr, in Dornburg einen
Scheck an Stiftungspräsident Hellmut Seemann übergeben. Reimar
Frebel, Mitarbeiter des Bereichs Baudenkmalpflege der Stiftung
Weimarer Klassik, wird vor Ort die Sanierungsmaßnahmen erläutern.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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