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»ordo inversus«: 6. Jahrestagung des Zentrums für Klassikforschung diskutiert vom 26. bis 28. März Formen und Funktionen einer Denkfigur um 1800

Von Donnerstag, 26. März, bis Samstag, 28. März, findet im Goethe- und Schiller-Archiv die 6. Jahrestagung des Zentrums für Klassikforschung statt. Im Mittelpunkt der Tagung steht die Denkfigur des »ordo inversus« um 1800. Das Zentrum für Klassikforschung widmet sich mit einem transdisziplinären Anspruch dem Phänomen der Klassik. Ausgehend von der Weimarer Klassik und den sie dokumentierenden Sammlungen im Goethe- und Schiller-Archiv, in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie in den Weimarer Museen nimmt es die verschiedenen Klassiken der europäischen Kulturgeschichte in den Blick. Dem Forschungszentrum gehören international renommierte Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachdisziplinen an. Die Geschäftsstelle des Forschungszentrums ist im Referat Forschung und Bildung der Klassik Stiftung angesiedelt.

Garantierte die Denkfigur des »ordo inversus« seit der Antike in den verschiedensten Disziplinen vor allem epistemische Sicherheit, so lässt sich mit Beginn der ›Moderne‹ ein Funktionswandel beobachten, der mit modifizierten Formen der Denkfigur einhergeht. Diese Veränderungen sollen in ihrem historischen Kontext nachgezeichnet und analysiert werden. Der »ordo inversus« meint dabei eine zirkuläre Bewegung des Ausgehens von einem Anfangs- zu einem Endpunkt, der durch ein Zurückkehren wieder mit dem Ausgangspunkt verbunden wird. Historisch findet sich die Bezeichnung »ordo inversus« für diese Bewegung eher selten, häufiger wird sie durch Begriffspaare benannt, die ihre beiden Teilbewegungen benennen. Als Methodenkonzept spielt der »ordo inversus« von der Antike über das Mittelalter und die Frühe Neuzeit bis weit ins 18. Jahrhundert hinein eine zentrale Rolle in den verschiedensten Wissensbereichen und Disziplinen (Theologie, Logik, Naturphilosophie und Hermeneutik) und eignet sich daher besonders für eine vergleichende Zusammenschau. Doch auch der Verlust seiner Plausibilität im 18. Jahrhundert provoziert eine Reihe von Restitutionsversuchen, die sich auf vielfältige Weise nicht nur in der Naturphilosophie und Hermeneutik, sondern auch in Kunst, Literatur, und Ästhetik niederschlagen.
Die komparative, interdisziplinäre und historische Betrachtung dieser Prozesse soll im Zentrum der Tagung stehen. Ein wesentliches Ziel besteht dabei darin, das derzeit vor allem einzeldisziplinär behandelte Phänomen des »ordo inversus« in seinen grundlegenden, verschiedene Wissensbereiche und Disziplinen gleichermaßen durchgreifenden Formen und Funktionen sichtbar zu machen und auf diese Weise einen disziplinenübergreifenden Einblick in den historischen Wandel im Übergang zur ›Moderne‹ zu liefern. Dabei sollen insbesondere Antike, Mittelalter und Frühe Neuzeit als ideengeschichtlich relevante Traditionen für die Verhandlung des Konzepts im späten 18. Jahrhundert und frühen 19. Jahrhundert deutlich gemacht werden.

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>> Weitere Informationen zum Zentrum für Klassikforschung

Tagungsdaten

»ordo inversus«: Formen und Funktionen einer Denkfigur um 1800
6. Jahrestagung des Zentrums für Klassikforschung
Donnerstag, 26. März bis Samstag, 28. März 2015
Goethe- und Schiller-Archiv | Vortragssaal
Hans-Wahl-Straße 4 | 99425 Weimar

Kontakt

Stabsreferat Forschung und Bildung
Burgplatz 4 | 99423 Weimar
TEL +49 (0) 3643-545-561
FAX +49 (0) 3643-545-569
forschung.bildung@klassik-stiftung.de

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