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Restaurieren nach dem Brand – Ausstellung über die Rettung der Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist wieder zu sehen

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Ab Samstag, 9. Juli 2016, zeigt die Herzogin Anna Amalia Bibliothek die Ausstellung »Restaurieren nach dem Brand« dauerhaft im historischen Bibliotheksgebäude. Damit gewährt sie nach dem großen Zuspruch von Besuchern und Fachwelt wieder Einblicke in die Bewältigung der Brandfolgen seit 2004. Die Ausstellung mit über 60 Büchern, Fragmenten, Modellen und Videos demonstriert die technischen Möglichkeiten der Erhaltung der Bücher aus dem 15. bis 20. Jahrhundert. Sie zeigt Stand und Fortschritte der Restaurierungsarbeiten und erklärt die Zusammenhänge zwischen den Restaurierungsentscheidungen und der Projektorganisation der Forschungsbibliothek, dem restaurierungswissenschaftlichen Umfeld und den ökonomischen Bedingungen. Restaurierungsfachlich steht dabei das in Weimar praktizierte Konzept der Mengenbehandlung bei der Einband- und Papierrestaurierung im Vordergrund. Das Begleitbuch zur Ausstellung hat sich inzwischen als Pflichtlektüre in der Ausbildung von Restauratorinnen und Restauratoren etabliert.

Am Mittwoch, 6. Juli, um 12 Uhr laden wir Sie herzlich zu einem Fototermin in den Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek ein, um die letzten Aufbauarbeiten für die Ausstellung zu begleiten.

In den Tagen nach dem Brand am 2. September 2004 konnten 118.000 Bücher und Notenhandschriften gerettet werden, 50.000 Bücher sind verbrannt. Zu den drei großen Schadensgruppen gehören: 37.000 Bücher mit Brand- und Löschwasserschäden an den Einbänden; 25.000 Bücherreste, geborgen aus Brandschuttcontainern; 56.000 Bücher und Grafiken, belastet durch Ruß und Rauchgase sowie Holzschutzmittel und Pestizide. Durch die rasche Bergung und die Erstversorgung der Bücher in Weimar und im Zentrum für Bucherhaltung in Leipzig waren Folgeschäden, z.B. Deformation und Verklebung der Buchdeckel und Kontamination mit Schadstoffen, wirksam eingedämmt worden. Doch mussten für den Umgang mit den schweren und komplexen Schäden innovative Wege in der Mengenbehandlung wertvollen Kulturguts gesucht werden. Das stellte die Bibliothek, aber auch die Restaurierungswissenschaft vor neue Herausforderungen technischer, organisatorischer und finanzieller Art.
Die Bibliothek hat bei der Bewältigung der Brandfolgen von Anfang an auf Kooperation gesetzt: Ergebnis ist ein europaweites und bis nach Japan reichendes Netzwerk aus 27 Werkstätten und anderen Dienstleistungsunternehmen, Prüflaboren, Hochschulen und Bibliotheken, deren Beteiligung an der Buchrestaurierung das Weimarer Brandfolgenmanagement koordiniert.

Restaurierung und Konservierung werden für die Bibliothek auf lange Sicht bestimmende Themen bleiben. So wird sie die Spezialwerkstatt für brandgeschädigtes Schriftgut in Weimar-Legefeld noch etliche Jahre weiterbetreiben müssen. Darüber hinaus will die Bibliothek die in den vergangenen zwölf Jahren im Umgang mit den Brandschäden entwickelten Mengenverfahren künftig auch für die Erhaltung des Gesamtbestandes nutzbar machen.

Ausstellung und Begleitbuch sind in Kooperation mit der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim entstanden. Die Gesellschaft Anna Amalia Bibliothek e.V. hat die Ausstellung großzügig gefördert.

Ausstellungsdaten

»Restaurieren nach dem Brand – Die Rettung der Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek«
Dauerausstellung ab 9. Juli 2016 | Di–So 9–17 Uhr
Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Historisches Bibliotheksgebäude | Renaissancesaal
Platz der Demokratie 1 | 99423 Weimar
Der Eintritt ist frei.

Begleitbuch zur Ausstellung

Restaurieren nach dem Brand
Die Rettung der Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Herausgegeben von Jürgen Weber und Ulrike Hähner im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar / Herzog Anna Amalia Bibliothek und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim
Michael Imhof Verlag, Petersberg 2014
192 Seiten, 159 Farbabbildungen
ISBN 978-3-7319-0063, 19,90 Euro

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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