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Schiller-Museum wird mit »Victor Hugo - Visionen eines Schriftstellers« neu eröffnet

Anlässlich ihres Themenjahres „Europa in Weimar 2008“ zeigt die Klassik Stiftung Weimar eine umfassende Ausstellung zu Victor Hugo (1802-1885), einem der bekanntesten französischen Schriftsteller, aber auch überaus bedeutenden Zeichner des 19. Jahrhunderts.

Die Ausstellung, mit der zugleich die Eröffnung des sanierten Schiller-Museums begangen wird, präsentiert neben dokumentarischen Objekten, wie Bücher, Autographen, Fotos und Skulpturen, rund 60 Zeichnungen Victor Hugos. Die ausgestellten Werke stammen überwiegend aus Frankreich, viele davon aus dem Musée Victor Hugo in Paris. Bei der Weimarer Ausstellung handelt es sich um die wohl umfangreichste Präsentation von Werken Victor Hugos in Deutschland.

Mit seinen dunklen visionären Bildern gibt Hugo Antworten auf politische Entwicklungen und gesellschaftliche Umbrüche seiner Epoche, wobei er bildkünstlerisch die Tiefen des menschlichen Unterbewusstseins und seiner Phantasien auslotet. Er erweist sich als Wegbereiter der Moderne und wird zu einer Vaterfigur des Surrealismus. Seine Zeichnungen und Aquarelle zeigen phantastisch-grotesk anmutende Motive oder Architektur- und Landschaftsdarstellungen.

Die Ausstellung zeigt Hugos in Deutschland weitestgehend unbekannte, höchst geistreich ausgeführte Zeichnungen einer Reise entlang des Rheins von 1839/40 sowie seine im Exil auf den Kanalinseln Guernesey und Jersey (1851-1870) entstandenen Blätter, die von einer intensiven Naturempfindung und der Beimischung romantischer Elemente zeugen. Schließlich wird die Ausstellung auch die Frage nach Victor Hugos Bezug zu Weimar und zu dem um fünf Jahrzehnte älteren Johann Wolfgang von Goethe beantworten: die Begegnung eines französischen Romanciers mit der deutschen Klassik.

Neben einem umfangreich Rahmenprogramm mit Führungen, Lesungen, Vorträgen und einem Programm für Kinder, präsentiert die Ausstellungen Sequenzen aus Verfilmungen seiner Romane „Der Glöckner von Notre Dame“ und „ Les Misérables“ (Die Elenden), die den rezeptionsgeschichtlichen Aspekt seiner Werke unterstreichen und ihre Aktualität belegen.

Übermalungen von Arnulf Rainer
Eine eindrucksvolle Ergänzung stellen die 30 Victor-Hugo-Übermalungen Arnulf Rainers dar, der als bedeutendster zeitgenössischer Künstler Österreichs gilt. Obwohl Rainer in den letzten Jahrzehnten eine Fülle von Übermalungen und Überzeichnungen von künstlerischen Vorlagen geschaffen hat, zeichnet sich sein 1998 begonnener Victor-Hugo-Zyklus durch eine besondere innere Beziehung beider Künstler aus. In ihrer Suche nach verborgenen schöpferischen Quellen begegnen sie sich über die Jahrhunderte hinweg, der Maler der Schwärze, der Über- und Zumalungen, und der Schriftsteller, der zugleich ein somnambuler Zeichner der Dämmerung war. Mit seinen gestischen Gestaltungsmitteln, dem spontanen Einsatz von Farbe und Linien umkreist, überdeckt oder attackiert Rainer die aus bläulichen und braunschwärzlichen Tintenflecken imaginierten nächtlichen Landschaften, die der romantische Dichter im Ungefähren und Schemenhaften beließ. In seinen Übermalungen geht es dem österreichischen Künstler vor allem um das Sichtbarmachen eines inneren Dialogs und um die Erweiterung von Ausdrucksmöglichkeiten.

Schiller-Museum wird neu eröffnet
Das Schiller-Museum wurde 1988 als einziger Museumsneubau der DDR fertiggestellt. Er umfaßt auf einer Fläche von ca. 400 m² drei Ausstellungsräume. Ab 1995 wurden die Räume als Büroflächen für Mitarbeiter des Goethe-Nationalmuseums genutzt. 1999 versetzte man die Ausstellungsräume wieder in ihren ursprünglichen Zustand und präsentierte dort bis 2006 verschiedene Wechselausstellungen. Um die Ausstellungsräume des Schiller-Museums nachhaltig für Ausstellungen mit konservatorisch sensiblen Objekten nutzen zu können, war die Ausrüstung mit moderner Klima-, Elektro- und Sicherheitstechnik dringend erforderlich. Die 2007 und 2008 ausgeführten Maßnahmen mit einem Kostenumfang von ca. 1,2 Mio. Euro beinhalten die Installation der Klimaanlage, die entsprechend dem Brandschutz- und Sicherheitskonzept notwendigen Einbauten sowie die Erneuerung der elektro- und beleuchtungstechnischen Anlagen. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Freistaat Thüringen haben die Sanierungsarbeiten am Schillermuseum großzügig unterstützt.

Auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne Bildmaterial zur Verfügung.

 
Ausstellungskatalog
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Katalog begleitet, der bei Hatje Cantz erscheint:
Victor Hugo –Visionen eines Schriftstellers
Hrsg. Ernst-Gerhard Güse im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar, Text von Michel Butor, Pierre Georgel, Ernst-Gerhard Güse, Werner Hofmann u.a.
Deutsch
2008. 248 Seiten, 215 Abb., davon 193 farbig
24,50 x 27,00 cm
gebunden mit Schutzumschlag
39,80 € im Buchhandel
32,90 € in der Ausstellung
ISBN 978-3-7757-2217-9

Ausstellungsdaten
Victor Hugo – Visionen eines Schriftstellers
16. Mai – 27. Juli 2008
Ausstellungseröffnung: 15. Mai 2008 | 16 Uhr
Öffnungszeiten: Mi-Fr 9-18 Uhr | Sa 9-19 Uhr | So-Mo 9-18 Uhr
Schiller-Museum Weimar
Schillerstr. 12 | 99423 Weimar
Eintritt (inkl. Schillers Wohnhaus): Erw. 6,50 | erm. 5 Euro | Schüler 1.50 Euro
Information unter Tel.: 03643 | 545-401 / info@klassik-stiftung.de

Für weitere Informationen steht Ihnen Saskia Helin unter den Telefonnummern 03643 |  545 113 und 0172 |  79 999 59 zur Verfügung.

 

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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