Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

7. Juni bis 1. November 2024
Kaum ein Künstler hat sich so intensiv mit der deutschen Geschichte, ihren Um- und Aufbrüchen auseinandergesetzt wie Olaf Metzel. Die Sonderausstellung „Olaf Metzel: Deutschstunde“, die vom 7. Juni bis zum 1. November 2024 im Schloss Belvedere und im Liszt-Haus zu sehen ist, widmet sich mit mehr als zwanzig zum Teil großformatigen Arbeiten den gesellschaftspolitischen Ereignissen der Gegenwart. Die Klassik Stiftung Weimar verstärkt in diesem Jahr ihr Angebot im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Die Sonderausstellung „Olaf Metzel: Deutschstunde“ richtet sich an ein breites Publikum.
„Wir freuen uns, auf die Begegnung mit einem der interessantesten deutschen Bildhauer und die Auseinandersetzung mit seinem kritischen ‚Erinnerungswerk‘. Es in zwei, im transistorischen Zustand befindlichen historischen Weimarer Architekturen zu erleben, bietet nicht nur neue Zugänge sondern verbindet Kunst und ‚Schöne Aussicht‘ auf das Eindrucksvollste.“, fasst Annette Ludwig, Direktorin der Direktion Museen der Klassik Stiftung Weimar, zusammen.
Im Erdgeschoss des Liszt-Hauses, das zur temporären Sonderausstellungsfläche umgestaltet wurde, wird in das plastische Werk von Olaf Metzel eingeführt. Die dort gezeigten Zeichnungen, Skizzen und Entwurfsmodelle ermöglichen einen Einblick in den Schaffensprozess des Bildhauers.
Im Obergeschoss des aufgrund von Baumaßnahmen museal beräumten Rokoko-Schlosses werden die vertrauten Sehgewohnheiten der Besuchenden durch Metzels Arbeiten gebrochen. Die Skulpturen und Installationen treten in einen Dialog mit der völlig neu zu erlebenden Schlossarchitektur. Neben den international rezipierten Arbeiten Turkish Delight (2006) und Kebap Monument (2007) sind auch die eigens für Weimar geschaffenen Arbeiten Heimatkunde (2024) und die titelgebende Deutschstunde (2024) zu sehen.
“Mich interessiert die Auseinandersetzung mit der Jetzt-Zeit. Ich will doch nicht irgendwelche Dinge, die wir vergessen haben, darstellen, sondern ich will in der Zeit, mit der Zeit, aus der Zeit heraus Bilder entwickeln. Keine Denkmäler, keine Ewigkeitswerte. Dafür ein bisschen mehr Anarchie.“, erklärt der Künstler.
Olaf Metzel wurde 1952 in Berlin geboren. Er studierte an der Freien Universität zu Berlin und der Berliner Hochschule der Künste (seit 2001 Universität der Künste). Von 1990 bis 2019 war er in München als Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste tätig, die er von 1995 bis 1999 als Rektor leitete. Metzels Werke sind in bedeutenden nationalen und internationalen Museen und Sammlungen sowie in öffentlichen Räumen Europas und Asiens vertreten.
Metzel bestritt Einzelausstellungen im In- und Ausland und nahm u.a. an der documenta 8 (1987), der Sydney-Biennale (1984 und 1990), der Istanbul-Biennale (1991, 1995 und 2017) und an der Säo Paulo-Biennale (2002) teil. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter Villa Massimo Preis (Rom, 1987), Arnold-Bode-Preis, (Kassel, 1994), Wilhelm-Loth-Preis (Darmstadt, 1997), Kunstpreis der Landeshauptstadt München (2005), Lichtwark-Preis (Hamburg, 2010), mfi-Preis für Kunst am Bau (Essen, 2014), Jerg-Ratgeb-Preis (Reutlingen, 2018).
Olaf Metzel lebt und arbeitet in München.
Ausstellungsdaten
Olaf Metzel: Deutschstunde
7. Juni bis 1. November 2024
Liszt-Haus | Marienstraße 17 | 99423 Weimar
Mi–Mo | 10–18 Uhr | Eintritt frei
Schloss Belvedere | Weimar-Belvedere | 99425 Weimar
Di–So | 10–18 Uhr | Eintritt 7€ (ermäßigt 5€)
Ausstellungsbegleitend wird der zweisprachige Katalog „Olaf Metzel. Das Plastische Alphabet. Deutschstunde“ (Deutsch/Englisch) erscheinen.
Bildmaterial zur Ausstellung finden Sie hier:
Passwort: Deutschstunde