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Stiftungsrat beschließt Masterplan der Klassik Stiftung – Ausschreibung eines internationalen Architektenwettbewerbs für das neue Bauhaus-Museum für 2009 geplant

In seiner heutigen Sitzung hat der Stiftungsrat der Klassik Stiftung Weimar den von der Klassik Stiftung Weimar vorgelegten Masterplan als zukunftsweisendes Konzept bestätigt. Dem Masterplan liegt ein Investitionsprogramm zugrunde, in das alle Investitionsmittel der Stiftung (also auch Spenden und Drittmittel) für die Jahre 2008 bis 2017 einbezogen worden sind. Insgesamt stehen 150 Mio. € zur Verfügung.

 

Der Masterplan beschreibt vor dem Hintergrund dieses Investitionssonder-programms, das Bund und Land für die Stiftung aufgelegt haben, eine Vision der Klassik Stiftung Weimar im 21. Jahrhundert. Wenn auch die vom Volumen wie von der Bedeutung her wichtigsten Einzelprojekte die Entwicklung des Stadtschlosses zu Weimar und die Errichtung des Bauhaus-Museums sind, so stehen an erster Stelle im Masterplan dennoch die Projekte zur Bestandssicherung und Bestandserhaltung.

Die ersten Baumaßnahmen gemäß dem Masterplan dienen deshalb der Bestandssicherung durch

  • die Errichtung des Zentraldepots der Stiftung und
  • die Grundsanierung des Goethe- und Schiller-Archivs.

Beide Maßnahmen sollen noch in diesem Jahr in die Bauplanungsphase überführt werden. Der Stiftungsrat hat in seiner heutigen Sitzung den Präsidenten beauftragt, nach Klärung letzter offener Fragen den Kaufvertrag für das Grundstück in der Ettersburger Straße mit der Stadt Weimar abzuschließen. Hier wird das Zentraldepot errichtet. Nachdem Ende 2010 die Baumaßnahmen für das Goethe- und Schiller-Archiv und Anfang 2011 die für das Zentraldepot abgeschlossen worden sind,  können alle Bestände der Stiftung in zeitgemäßen und für diesen Zweck errichteten Gebäuden untergebracht werden.

Ohne Bestandserhaltung können auch optimale Voraussetzungen der Bestandssicherung nicht greifen. Deshalb sieht der Masterplan im Zeitraum 2008 bis 2017 im Goethe- und Schiller-Archiv, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und in den Graphischen Sammlungen der Stiftung massive Anstrengungen im Bereich der Papierrestaurierung vor. Über 10 Mio. € werden innerhalb der kommenden 10 Jahre in Sonderprogramme zur Restaurierung der Bestände investiert werden. Mit dieser Kampagne verfolgt die Stiftung das Ziel, ihren gesamten Sammlungsbestand auf Papier bis 2017 in einen stabilen Erhaltungszustand zu versetzen. Eine besondere Aufgabe, die im Zeitraum des Masterplans nicht abgeschlossen werden kann, bleibt die Wiederbeschaffung von Brandverlusten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Hierfür sieht der Masterplan Investitionen von über 15 Mio. € bis 2030 vor.

Die nach Größe und Bedeutung für die Entwicklung der Stiftung wichtigsten Baumaßnahmen des Masterplanes sind die Entwicklung des Stadtschlosses zum neuen Zentrum der Klassik Stiftung und die Errichtung des Bauhaus-Museums. Für beide Baumaßnahmen können mit der Beschlussfassung über den Masterplan jetzt die vorbereitenden Maßnahmen in Angriff genommen werden.

Nach der Übertragung des Stadtschlosses auf die Klassik Stiftung sollen noch im laufenden Jahr die planungsvorbereitenden Untersuchungen in Auftrag gegeben werden. Eine besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die Definition der denkmalpflegerischen Zielstellung, an der sich die Sanierung des Stadtschlosses ausrichten wird. Mit dem Beginn der Planung für die Baumaßnahme ist im Jahr 2009 zu rechnen. Die Umsetzung der Planung kann beginnen, sowie die Magazine im Stadtschloss in das 2011 fertiggestellte Zentraldepot der Stiftung ausgelagert worden sind. Die Sanierung des Stadtschlosses wird nach derzeitiger Einschätzung den gesamten Zeitraum des Masterplans in Anspruch nehmen.

Wesentliche Aufgabe des Stadtschlosses in Weimar wird es in Zukunft sein, die großartige Museumslandschaft der Klassik Stiftung in und um Weimar für den Besucher zu erschließen. Hierzu wird der Besucher im Stadtschloss alle notwendigen Informationen und Serviceleistungen finden, er wird sich aber vor allem in der Ausstellung „Kosmos Weimar“, die als Dauerausstellung wesentliche Teile des Stadtschlosses belegen wird, einen Überblick über 500 Jahre deutscher Kulturgeschichte aus der spezifischen Perspektive Weimars verschaffen können.

Ebenso wichtig für die Entwicklung der Stiftung ist die Errichtung des Bauhaus-Museums. Ohne dieses wird die Stiftung immer als ein historisch abgeschlossenes Ensemble erscheinen. Die Anschlussfähigkeit der in der Aufklärung, während der Klassik und in der frühen Moderne in Weimar entwickelten Konzepte im 21. Jahrhundert hängt an der glaubwürdigen Präsenz der Moderne. Diese begann in Weimar mit Personen wie Harry Graf Kessler und Henry van de Velde; sie erreichte einen frühen und allzu früh beendeten Höhepunkt mit dem Staatlichen Bauhaus 1919 bis 1925. Das Bauhaus, seine Rezeption in Deutschland und international werden im Zentrum eines Bauhaus-Museums in Weimar stehen. Auch dieses Museum muss, wie das Stadtschloss in der Mitte, ein Lernort sein.

Noch im Laufe des Sommers wird sich das Kuratorium konstituieren, das gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stiftung das Konzept für das Bauhaus-Museum präzisieren wird. Wichtigstes Zwischenziel ist der internationale Architektenwettbewerb, der 2009 ausgeschrieben werden soll.

Zum Sonderprogramm von Bund und Freistaat Thüringen

In seiner Sitzung vom 29. November 2007 hatte der Stiftungsrat den Präsidenten der Klassik Stiftung Weimar beauftragt, einen Masterplan über das Investitionsprogramm 2008 bis 2017 der Klassik Stiftung vorzulegen. Bis Ende 2007 hatten der Klassik Stiftung lediglich Investitionsmittel aus dem Finanzabkommen zwischen Bund und Land in Höhe von jährlich 4,3 Mio. € zur Verfügung gestanden. Durch das im Herbst 2007 beschlossene Sonderprogramm des Bundes und des Landes änderte sich diese Ausgangslage schlagartig. Das jetzt aufgelegte Gesamtinvestitionsprogramm für die Jahre 2008 bis 2017 sieht Investitionen in Höhe von ca. 150 Mio. € vor.

Das Sonderprogramm wird mit jeweils 45 Mio. € vom Bund und vom Freistaat Thüringen ausgestattet. Mit diesen Investitionsmitteln wird mit einem Gesamtbetrag von bis zu 40 Mio. € die denkmalgerechte Herrichtung des Stadtschlosses in Weimar einschließlich seiner Ersteinrichtung ermöglicht. Die verbleibenden Investitionsmittel des Sonderprogramms in Höhe von 50 Mio. € sind für vier besonders wichtige Maßnahmen reserviert:

  • Restaurierung von Druck- und Handschriften
  • Wiederbeschaffung von Brandverlusten an Bibliotheksgut
  • Grundsanierung des Goethe- und Schiller-Archivs und
  • Errichtung des Bauhaus-Museums.

Der Restaurierung von Druck- und Handschriften einschließlich der Graphischen Sammlungen ist die höchste Priorität einzuräumen. Im Rahmen des Masterplans werden vielfältige Sanierungsprojekte in der Klassik Stiftung realisiert. An erster Stelle steht die Realisierung des Zentraldepots mit 10,6 Mio. €. Die Sanierung des Goethe Wohnhauses ist mit insgesamt 2,3 Mio. € und die Sanierung der Orangerie Belvedere mit insgesamt 6,1 Mio. € veranschlagt. Darüber hinaus werden die Museumsbestände einer systematischen Restaurierung unterzogen; ein Digitalisierungsprogramm im Umfang von 4,3 Mio. € und IT-Investitionen in Höhe von 4,6 Mio. €. Insgesamt werden diese Maßnahmen nach heutigem Stand 60 Mio. € beanspruchen.

Ziel des Masterplanes ist es, die Investitionen des Sonderprogramms, 90 Mio. €, in den Zusammenhang der Gesamtinvestitionen der Stiftung zu stellen und den Einsatz dieser Mittel bis zum Jahr 2017 zu planen.

Ein umfangreiches Dossier „Kosmos Weimar – Der Masterplan der Klassik Stiftung Weimar 2008 – 2017“ finden Sie unter svdmzweb01.klassik-stiftung.de/kosmos-weimar

 
Für weitere Informationen stehen Ihnen Dr. Julia Glesner (03643 | 545-104 und 0172 |  8462910) und Saskia Helin (03643 | 545-113 und 0172 | 79 999 59) zur Verfügung.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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