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Von der Cranach Presse zum Surrealismus – Zwei Ausstellungen im Neuen Museum Weimar

Harry Graf Kessler und seiner 1913 in Weimar gegründeten Cranach Presse
gilt eine Ausstellung, die die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen vom 17. August bis 16. November im Neuen Museum Weimar zeigt. Rund 70 Exponate – von Kesslers »Notizen über Mexiko« bis hin zu Probedrucken für geplante Bücher – machen hier ein herausragendes Kapitel in der europäischen Buchkunstgeschichte anschaulich. An den gefeierten Hauptwerken der Cranach Presse wie Vergils »Eclogen«, Shakespeares »Hamlet« oder dem »Hohelied Salomo« wird der Anspruch an das »Gesamtkunstwerk Buch« bis heute gemessen. Die Weimarer Ausstellung versammelt diese Hauptwerke in unterschiedlichen Entwürfen und Arbeitsstadien ebenso wie Beispiele für Entwicklungen, die zu ihnen hin oder wegführten. Die Exponate, darunter Exemplare des »Hamlet«, der »Eclogen« und des »Hohelied« auf Pergament, kommen vor allem aus den Beständen der Weimarer Stiftung, aus Privat-sammlungen und Antiquariaten. Gemeinsam ist allen Arbeiten aus Kesslers bibliophiler Druckwerkstatt die Verwendung ausschließlich für sie angefertigter Druckschriften, Holzschnitt-Illustrationen und Papiere. Für die Gestaltung gewann Kessler neben führenden englischen Buchkünstlern wie Johnston, Gill und Cockerell namhafte Künstler wie den Architekten Henry van de Velde,
den Bildhauer Aristide Maillol und den Theatermann Edward Gordon Craig.
Weimar ist die erste Station der Ausstellung »Das Buch als Kunst-
werk«, die zum ersten Mal in diesem Umfang die buchkünstlerische
Leistung der Cranach Presse würdigt. Die Schau geht im kommenden
Jahr in die Staatsbibliothek Berlin (15. 1. bis 15. 3.) und die Chapin Library
in Williamstown/Mass./USA (24. 6. bis 15.10.); 2005 soll sie in der National Printing Library in London (Mai bis Juli) zu sehen sein.
Zeitgleich zur Ausstellung über die Cranach Presse präsentiert das
Neue Museum Weimar mit Heinz Trökes (1913 bis 1997) einen Klassiker der deutschen Nachkriegsmoderne in einer repräsentativen Werkschau.
Vorgestellt werden mehr als 70 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Skizzenbücher, außerdem zahlreiche bislang unveröffentlichte Dokumente
aus dem Nachlaß des Künstlers. Trökes wird damit zum erstenmal mit einer größeren Werkübersicht in der Stadt ausgestellt, in die er 1947 zusammen mit Mac Zimmermann an die neugegründete Hochschule für Baukunst und bildende Künste berufen wurde. Als Vertreter der surrealistischen Malerei konnte er hier für kurze Zeit wichtige Akzente setzen, bevor er enttäuscht
durch politische Vorgaben und eingeschränkte Arbeitsmöglichkeiten Weimar den Rücken kehrte. In den fünfziger Jahren wurde Trökes neben Willi Baumeister, Ernst Wilhelm Nay und Fritz Winter zu einem der bedeutendsten Vertreter der abstrakten Malerei in Deutschland. Seine farbintensiven Bilder, in denen er die Wirklichkeit immer wieder poetisch verwandelte, waren auf allen wichtigen Kunstausstellungen, u.a. der documenta und der Biennale von Venedig, zu sehen.
Die Ausstellung »Heinz Trökes: Über dem Realen« war in kleinerem Umfang bereits im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu besichtigen; in Weimar wird sie bis 23. November gezeigt.
Bitte beachten: Ein Presserundgang durch beide Ausstellungen findet
am 15. August, 11 Uhr, im Neuen Museum Weimar, Weimarplatz 4, statt.
Offizielle Eröffnung ist am 17. August, 11 Uhr.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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