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Vortrag über die Verbindung zwischen Goethe und Napoleon


Für Mittwoch, 30. Januar 2008, lädt die Klassik Stiftung Weimar ab 18.30 Uhr zu einem Vortrag des Schriftstellers und Publizisten Friedrich Dieckmann in den Festsaal des Goethe-Nationalmuseums ein. Unter dem Titel „Des allgewaltigen Willens Kür. Napoleonisches beim alten Faust“ beleuchtet Dieckmann das Aufeinandertreffen zweier herausragender Persönlichkeiten ihrer Zeit: Johann Wolfgang Goethe und Napoleon Bonaparte.

Goethe, zunehmend ein Verehrer des französischen Kaisers, bekommt am Rande des Fürstenkongresses in Erfurt 1808 die Auszeichnung der französischen Ehrenlegion verliehen. Dieses persönliche Treffen der beiden Männer ist ein Höhepunkt, der in starkem Gegensatz zu der Demütigung Goethes durch einen österreichischen General im Jahr 1813 steht: Nach der Völkerschlacht und vernichtenden Niederlage Napoleons bei Leipzig wird der Österreicher bei Goethe einquartiert; er zwingt seinen unfreiwilligen Gastgeber, den französischen Orden wieder abzulegen. Obwohl Goethe trotz der wechselnden politischen Ereignisse die Bewunderung für den Tat-Menschen Napoleon – den Überwinder der französischen Revolutionswirren und Wiederhersteller der staatlichen Ordnung – nie ganz ablegt, schreibt er 1813 einen Festspieltext zu Ehren der Siegermächte. Mit der Vollendung seines literarischen Lebenswerkes, Faust II, beschreibt er dann den alt gewordenen Tragödienhelden Faust im vierten Akt als einen Meeresbezwinger mit Versen, die auch dem übermächtigen Napoleon der französischen Kontinentalsperre über die britischen Inseln von 1806 hätten gelten können.

Der Berliner Schriftsteller und Publizist Friedrich Dieckmann (*1937), ehemals Dramaturg am Berliner Ensemble (1972-1976), widmet als Kenner der Weimarer Klassik ihren Protagonisten zwei seiner jüngsten Veröffentlichungen „Diesen Kuß der ganzen Welt! Der junge Mann Schiller“ (2005) und „Geglückte Balance. Auf Goethe blickend“ (Frühjahr 2008). Dr. phil. h.c. Friedrich Dieckmann ist Träger des Heinrich-Mann- und des Johann-Heinrich-Merck-Preises. Er ist Mitglied der Akademien der Künste in Berlin, Dresden und Leipzig sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

 

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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