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Wie Phoenix aus der Asche – Der Schlossbrand von 1774


Stiftungspräsident Hellmut Seemann wird am 11. April 2007, 18:30 Uhr, im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums zum Schlossbrand von 1774 berichten. Sein für alle Interessierten offener Vortrag fokussiert die Auswirkungen, die der Verlust des repräsentativen Zentrums für das Herzogtum nach sich zog und wie mit dem Fehlen ihres Machtzentrums die Grundlage dafür gelegt wurde, dass sich in den folgenden Jahren höfische Gesellschaft und Bürgertum mischen konnten mithin der Humus für das Entstehen der Klassik.

 

Zum historischen Hintergrund
Am 06. Mai 1774 brannte die nach ihrem Bauherrn Herzog Wilhelm IV. benannte Wilhelmsburg bis auf Turm und Torbau nieder. Mit seinem Regierungsantritt 1626 beauftragte Herzog Wilhelm IV. den thüringischen Baumeister Johann Moritz Richter d. Ä., der ein dreiflügeliges, sich zum Park hin öffnendes Ensemble konzipierte. Wegen Geldmangel kam es aber immer wieder zu Unterbrechungen des Baubetriebs, die mit dem Tod Herzog Wilhelms IV. 1662 ganz eingestellt wurden.

Nach dem Schlossbrand von 1774 wurde das Gebäude auf Befehl Herzog Carl Augusts unter dem maßgeblichen Einfluss von Goethe – in seiner Funktion als Vorsitzender der Schlossbaukommission – mit veränderten Raumdispositionen, jedoch unter Bezugnahme auf die barocke Fassadengliederung des Giovanni Bonalino wieder aufgebaut. Mitte des 17. Jahrhunderts war unter Herzog Wilhelm IV. mit dem Nord- und Ostflügel auch die Schlosskirche namens Himmelsburg fertig gestellt worden. Sie befand sich am stadtseitigen Ende des Ostflügels und diente als Grablege für die fürstliche Familie, wie in einer Inschrift am Pyramidenkanzelaltar zu lesen war. Nach dem Brand von 1774 wurde zunächst keine Schlosskirche eingerichtet. Als Grablege nutzte man wie schon in der Renaissance die Stadtkirche. Als wesentliche Architekten für den Wiederaufbau des Residenzschlosses und dessen Innenraumgestaltung sind Johann August Arens, Nikolaus Friedrich von Thouret sowie Heinrich Gentz zu nennen.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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