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Ein Gesamtverzeichnis aller Werke Henry van de Veldes

Klassik Stiftung Weimar präsentiert dritten Band »Keramik«

Heute, 7. Juni, erscheint der dritte Band »Keramik« des von der Klassik Stiftung Weimar erstellten »Werkverzeichnisses der kunstgewerblichen und raumkünstlerischen Arbeiten Henry van de Veldes 1863-1957«. Das auf sechs Bände angelegte Forschungsprojekt soll als zweisprachiges Grundlagenwerk die Desorientierungen im Hinblick auf Datierung, Umfang und Entstehungszusammenhänge von van de Veldes vielgestaltigen Arbeiten beenden. Wie die bereits vorliegenden Bände zu »Metallkunst« (2009) und »Textilien« (2014) erscheint auch der Band »Keramik« im E. A. Seemann Verlag.

Auf 696 Seiten und mit über 1600 Abbildungen widmet sich der dritte Verzeichnisband dem keramischen Werk Henry van de Veldes. In den nach Werkstoffen gegliederten Hauptkapiteln ›Steinzeug und Irdenware‹, ›Porzellan‹ und ›Varia‹ erfasst er alle Hersteller von Entwürfen des Künstlers mit ihren jeweiligen Ausführungen in chronologischer Reihenfolge. Gleichzeitig werden umfangreich Hintergründe und Entstehungszusammenhänge beleuchtet. So sind die Maße, Materialien und Herstellungstechniken ebenso detailliert dokumentiert wie die Auftraggeber und Kunden van de Veldes, ausführende Firmen, Mitarbeiter und Ausstellungen. Die Hauptleistung bei der Bearbeitung des Bandes bestand darin, eine homogene wissenschaftliche Erschließungstiefe mit einer ästhetisch anspruchsvollen Darstellung zu verbinden.

Ungeklärte Fälle und bisherige Falschzuschreibungen arbeiten die beiden Kapitel ›Urheberschaft fraglich‹ und ›Abschreibungen‹ auf. Zukünftigen Irrtümern und Spekulationen soll ein ausführliches Markenverzeichnis vorbeugen. Insgesamt dokumentiert der dritte Band des Werkverzeichnisses Henry van de Veldes über 1500 Einzelobjekte. Damit ist er, ebenso wie die bereits erschienenen Bände »Metallkunst« und »Textilien«, ein unverzichtbares Standardwerk für Museen, Sammler und Kunsthändler.

Bei der heutigen Präsentation im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums betonte Wolfgang Holler, Generaldirektor der Museen der Klassik Stiftung: »Die wissenschaftliche Erarbeitung des Gesamtwerkes von Henry van de Velde ist ein ambitioniertes Projekt und macht mit jedem Band deutlicher, dass van de Velde ein epochaler Gestalter auf vielen Feldern des Kunstgewerbes, der Kunst und der Architektur gewesen ist. Der dritte Band zur ›Keramik‹ ist wiederum mit höchster Kennerschaft und wissenschaftlicher Akribie entstanden und erscheint in exquisiter Aufmachung.«

Erfahren Sie mehr zum dritten Band »Keramik« auf dem Blog der Klassik Stiftung.

Henry van de Velde widmete sich ab 1895 der Keramikgestaltung. Im Vergleich zu den ersten Ausführungen für derbe Fliesen aus der Produktion von Alexandre Bigot zeigen Arbeiten aus der Weimarer Zeit ab 1902 einen deutlichen Fortschritt des Künstlers im Umgang mit dem Werkstoff. Van de Velde entwickelte ein erstaunlich breites Spektrum an Gebrauchs- und Luxuskeramik. Er entwarf sowohl Bierkrüge, Schalen und Kerzenhalter als auch formvollendete Vasen und sogar Urnen. Für die Königlich-Sächsische Porzellan-Manufaktur in Meißen entwickelte er zudem ab 1903 ein 42-teiliges Tafelservice mit dem sogenannten ›Peitschenhieb-Dekor‹. Der Hauptanteil seiner Entwürfe war für die Keramikproduzenten im Westerwald und in Thüringen bestimmt, namentlich für die Zentren Höhr, Grenzhausen und Bürgel. Auch Weimar avancierte mit der Hoftöpferei J. F. Schmidt und der Kunstgewerbeschule zu einem wichtigen Ort der Keramikherstellung. In Zusammenarbeit mit seinen Schülern schuf Henry van de Velde hier Keramiken mit Seltenheitswert. 

Das an der Klassik Stiftung Weimar angesiedelte Forschungsprojekt zur Erarbeitung des »Werkverzeichnisses der kunstgewerblichen und raumkünstlerischen Arbeiten Henry van de Veldes 1863-1957« wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Ernst von Siemens Kunststiftung gefördert. Die inhaltliche Konzeption des dritten Bandes »Keramik« übernahmen Antje Neumann und Linda Tschöpe von der Klassik Stiftung. Herausgeber sind Frau Neumann und Thomas Föhl.

2015 kürte die Stiftung Buchkunst Band II »Textilien« zu den 163 schönsten deutschen Büchern.

Mehr Informationen zum »Werkverzeichnis der kunstgewerblichen und raumkünstlerischen Arbeiten Henry van de Veldes 1863-1957«.
Erhalten Sie einen Einblick in die zuvor erschienenen Bände »Metallkunst« und »Textilien«.

Bibliographische Angaben

Thomas Föhl, Antje Neumann (Hrsg.)
Henry van de Velde – Raumkunst und Kunsthandwerk | Interior Design and Decorative Arts
Ein Werkverzeichnis in sechs Bänden | A catalogue raisonné in six volumes
Band III: Keramik | Volume III: Ceramics
Zweisprachige Ausgabe: Deutsch und Englisch
696 Seiten | 1528 Abbildungen | Leinen im Schuber
Preis: 128 Euro (bis 5. September 2016); 148 Euro (ab 6. September 2016)
E. A. Seemann Verlag
ISBN 978-3-86502-231-8

Für Rückfragen stehen Ihnen Dr. Antje Neumann (antje.neumann@klassik-stiftung.de | 03643 545 451), und ich (franz.loebling@klassik-stiftung.de | +49 (0) 3643 545 113) gern zur Verfügung.

Mit herzlichen Grüßen,

Franz Löbling
Pressereferent | Press Officer
Klassik Stiftung Weimar

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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