Das Liebhabertheater im Sonnenschein

Liebhabertheater Schloss Kochberg

Historische Aufführungspraxis in Oper, Schauspiel und Konzert am authentischen Ort

Ein einzigartiges Kleinod ist das um 1800 errichtete Liebhabertheater, mit dem sich Carl von Stein, Charlotte von Steins ältester Sohn, nach dem Weimarer Vorbild einen eigenen kleinen Musenhof auf dem Landsitz in Kochberg schuf. Heute finden hier deutschlandweit beachtete Aufführungen von Werken des Barock, der Klassik und Romantik mit renommierten Künstlern statt.  

Liebhabertheater

Das Liebhabertheater Schloss Kochberg

Von Mai bis Ende September lädt der Verein Liebhabertheater Schloss Kochberg e.V. jedes Jahr zu einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm ein: Der Spielplan des jeweils unter einem Jahresthema stehenden Sommerfestivals umfasst ca. 30 Opern- und Theateraufführungen, Kammerkonzerte und Lesungen. Großer Wert wird auf eine hohe künstlerische Qualität, werkgetreue Aufführungen und die Pflege der historischen Aufführungspraxis gelegt. So können Oper, Schauspiel und Konzert am authentischen Ort und in der ursprünglich intimen Atmosphäre des Privattheaters erlebt werden. Das im Mai stattfindende „Kochberger Gartenvergnügen“ und der „Kochberger Nikolausmarkt“ im Dezember ergänzen das Veranstaltungsangebot auf Schloss Kochberg.

Kartenbestellung und Verkauf ganzjährig per E-Mail an theaterkasse@liebhabertheater.com

Geschichte

Carl von Stein hatte das Rittergut Kochberg nach dem Tod seines Vaters Josias von Stein im Dezember 1793 übernommen und zu seinem ständigen Wohnsitz bestimmt. In den folgenden Jahrzehnten verwirklichte er hier seine Ideen vom Leben auf dem Landsitz.

Inspiriert durch die Zeit des Liebhabertheaters unter Goethes Leitung am herzoglichen Hof in Weimar, in dessen Umfeld er aufwuchs, schuf der vielseitig interessierte und künstlerisch tätige Carl von Stein hier einen eigenen kleinen Musenhof. Er ließ das am Eingang zum Schlosspark gelegene, ursprünglich als Orangerie genutzte, barocke Gartenhaus im klassizistischen Stil umbauen. Es wurde durch einen Säulenportikus und einen großen, hellen Bühnenraum erweitert und im Inneren festlich mit von Hand marmorierten Papiertapeten, gemalten Draperien und gedruckten Blumenbordüren dekoriert. Auf den von warmen Gelbtönen im Wechsel mit dunklem Grau dominierten Zuschauerraum, in dem heute ca. 75 Theaterbesucher Platz finden, öffnet sich der hohe Bühnenraum in lichtem Blau mit weißen, ionischen Säulen. Der klassizistische Bau gehört zur European Route of Historic Theatres, die die 120 schönsten und interessantesten historischen Theater in ganz Europa miteinander verbindet.

Seine erste Blütezeit erlebte das Theater, als Carl von Stein hier mit seiner Familie, der Dienerschaft und Freunden zum Vergnügen der Gesellschaft auf dem Landgut oft selbst geschriebene Stücke aufführte. Ergänzt wurde das rege Bühnengeschehen durch Konzerte, Ballette, Festgedichte sowie die zu der Zeit beliebten „lebenden Bilder“ – spielerische Nachahmungen von Werken der bildenden Kunst.

Nach dem Tod Carl von Steins geriet das Liebhabertheater für eine lange Zeit in Vergessenheit. Eine kurze Rückkehr zu ihrer angestammten Funktion erlebte die Bühne 1930 auf Initiative Felix von Steins, der hier Charlotte von Steins Lustspiel „Die Verschwörung gegen die Liebe“ inszenieren ließ. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Erbe des 1938 verstorbenen Felix von Stein, Woldemar von Schwerin, wie alle Großgrundbesitzer in der sowjetischen Besatzungszone enteignet. Von 1952 bis 1959 nutzte das Stahlwerk VEB Maxhütte den Park und das Theater in den Sommermonaten für Pionierferienlager. Im Lauf der Jahre entstanden am gesamten Schlossensemble erhebliche Schäden.

Unter der Verwaltung der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar (NFG), einer Vorgängerinstitution der Klassik Stiftung Weimar, wurde das Liebhabertheater 1973 bis 1975 im Zusammenhang mit einer umfassenden Restaurierung von Schloss und Park aufwendig saniert. Das Theater konnte wieder bespielt werden. 2004 übernahm der 1991 ursprünglich zu dessen Förderung gegründete gemeinnützige Verein Liebhabertheater Schloss Kochberg e.V. den Theaterbetrieb in enger Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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