Blick auf das Weimarer Stadtschloss von der Sternbrücke

Geschichte

Wasserburg – Schloss Hornstein – Wilhelmsburg – Schlossmuseum

Die Geschichte des Schlosses reicht bis in das 10. Jahrhundert zurück, als sich an dieser Stelle eine mittelalterliche Wasserburg befand. Nach einem Brand 1424 und der Verlegung der Hauptresidenz der Ernestiner von Wittenberg nach Weimar Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Anlage zu einem Renaissanceschloss, dem Schloss „Hornstein“, ausgebaut. 1618 fiel dieses einem Feuer zum Opfer. Bereits 1619 begannen Wiederaufbauarbeiten nach Entwürfen des Baumeisters Giovanni Bonalino, der eine Vierflügelanlage plante. Unter Herzog Wilhelm IV. und der Bauleitung von Johann Moritz Richter d. Ä. wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg eine nach Süden offene barocke Dreiflügelanlage realisiert, die sogenannte „Wilhelmsburg“

Wilhelmsburg während des Brandes am 6. Mai 1774
Wilhelmsburg während des Brandes am 6. Mai 1774

1774 brannte das Schloss bis auf die Umfassungsmauern nieder. Für den 1789 begonnenen Wiederaufbau berief Herzog Carl August eine Schlossbaukommission unter Leitung und maßgeblicher Beteiligung Goethes ein. Nacheinander schufen die Architekten Johann August Arens, Nicolaus Friedrich Thouret und Heinrich Gentz unter Wiederverwendung der erhaltenen Umfassungsmauern des Ost- und des Nordflügels eine neue Residenz. Aus dieser Periode stammt die klassizistische Innenausstattung, als deren Höhepunkte das Treppenhaus und der Festsaal anzusehen sind. Für die Ausstattung mit plastischen Arbeiten wurde der Berliner Bildhauer Christian Friedrich Tieck verpflichtet.

1816 begann Clemens Wenzeslaus Coudray die Planung für den Westflügel, dessen Ausführung 1847 mit der Einweihung der Schlosskapelle ihren Abschluss fand. Neben privaten Gemächern des Fürstenhauses befinden sich in dem Flügel die von der Großherzogin Maria Pawlowna zwischen 1835 und 1847 eingerichteten Dichterzimmer. Es handelt sich dabei um Memorialräume zu Ehren von Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder, Friedrich Schiller und Johann Wolfgang Goethe. Von 1912 bis 1914 wurde unter dem letzten regierenden Großherzog Wilhelm Ernst der Bau des Südflügels realisiert, der seither den Schlosshof zum Park  hin abschließt. Seit 1923 wird das Stadtschloss museal genutzt.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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