Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

Instandsetzung der Gebäudehülle
1897 zog Elisabeth Förster Nietzsche mit ihrem damals schon schwer erkrankten Bruder in das Gebäude, das nur wenige Jahre zuvor als Wohnhaus am südlichen Stadtrand Weimars errichtet worden war. Nach dem Tod Friedrich Nietzsches ließ sie die sogenannte „Villa Silberblick“ zwischen 1900 und 1903 nach Entwürfen von Henry van de Velde zu einem repräsentativen Archiv und Wohngebäude umbauen. In dieser Zeit entstanden der zweigeschossige Vorbau sowie die fast vollständig erhaltene Jugendstilausstattung im Erdgeschoss. Das Archiv, in dem sich Elisabeth Förster Nietzsche in den Folgejahren der Verlagsarbeit widmete, wurde zum Anziehungspunkt für Verehrer des Philosophen. Sie verstand es, die Popularität ihres Bruders geschickt zu nutzen und suchte in ihren späteren Lebensjahren auch die Nähe der Nationalsozialisten. Auch diesem Umstand ist es auch geschuldet, dass das Archiv nach dem Krieg geschlossen wurde und die Werke Nietzsches in den frühen Jahren der DDR keine Beachtung fanden.
Ab 1967 gab es erste Pläne zur umfassenden Instandsetzung des Gebäudes. Der langen Planungsphase, die sich bis in die 1980er Jahre erstreckte, ist es zu verdanken, dass nicht nur die Philosophie Nietzsches, sondern auch die Einrichtung und Ausstattung van de Veldes wieder Anerkennung und Wertschätzung erhielten. Um neue Flächen im Haus zu schaffen, wurden 1983 die Grundrisse der oberen Etagen, die rückwärtigen Fassaden und das Dach weitgehend umgebaut, ohne dabei den straßenseitigen Charakter des Hauses zu verändern. Dabei wurde besonderer Wert auf eine denkmalverträgliche Gestaltung gelegt, die auch heute noch großen Respekt verdient.
Seit der Wiedereröffnung 1990 befindet sich im Erdgeschoss ein Museum, während die oberen Etagen in den vergangenen Jahren als Büros und Wohnungen für die Stipendiaten des Kollegs Friedrich Nietzsche und der Klassik Stiftung genutzt wurden. Bauliche Mängel, die im Wesentlichen auf handwerkliche Fehler und die Mangelwirtschaft während des Umbaus der 1980er Jahre zurückzuführen sind, haben zu zahlreichen Schäden geführt, sodass eine umfassende Sanierung des Hauses unumgänglich wurde. Im laufenden Jahr soll zunächst die Gebäudehülle instandgesetzt werden. Ziel ist es, zum einen den historischen Bestand zu sichern, aber auch respektvoll mit den denkmalpflegerischen Maßnahmen der DDR-Zeit umzugehen. In einem zweiten Bauabschnitt strebt die Klassik Stiftung die Instandsetzung der technischen Anlagen und des stipendiatischen Wohnens in den beiden oberen Etagen an. Die Finanzierung des Innenausbaus ist derzeit noch nicht gesichert.
Baubeginn: März 2026
Fertigstellung: Ende 2026
Die Maßnahme wird im Rahmen des Sonderprogramms „Dach und Fach“ der Klassik Stiftung Weimar durchgeführt und durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziert.

Architekten: B19-Architekten (Weimar)
Tragwerksplaner: IBB Ingenieurbüro Bauwesen Krüger, Jungmann und Partner GmbH (Weimar)
Haustechnikplaner: MMI GmbH, Ingenieurbüro für Elektro- und Fördertechnik (Jena);
Welterstherm GmbH, Ingenieurbüro für Heizungstechnik, Wärmetechnik, Sanitärtechnik und Lüftungstechnik (Potsdam)
Restauratoren: Dipl.-Rest. Thomas Werner (Weimar)