Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

Instandsetzung der Dächer und Fassaden
Das Wittumspalais entstand Mitte des 18. Jahrhunderts, als die mittelalterlichen Stadtmauern fielen und der ehemalige Zwinger, die heutige Schillerstraße, in eine Esplanade umgewandelt wurde. Noch bevor das Haus fertiggestellt wurde, wechselte es seinen Besitzer. Der Bauherr, ein Minister des hiesigen Hofes, überließ es der Herzogin Anna Amalia, die nach dem verheerenden Schlossbrand von 1774 einen neuen Wohnsitz suchte. So erklärt sich auch der Name des Hauses: Wittumspalais, das Palais, in dem die Witwe des verstorbenen Herzogs Carl Alexander residierte. Seit 1871 ist das Haus ein Museum und wurde so zum „Denkmal der Wohnkultur und Baukunst der Goethezeit“ (Zitat: Willi Ehrlich).
Wie viele Gebäude Weimars wurde auch das Wittumspalais im Zuge des Zweiten Weltkrieges beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere die schweren Bombentreffer in der umliegenden Bebauung haben die Dächer, Fenster, aber auch die sensible Ausstattung im Inneren teilweise stark geschädigt. Seither gab es immer wieder umfangreiche Restaurierungsarbeiten, die mit unterschiedlichem Fokus und finanziellen Möglichkeiten versuchten, das Haus und seine Kunstwerke für die Nachwelt zu erhalten.
Im Zuge der Maßnahmen werden größere statische Eingriffe an der Mauerkrone und dem Dachstuhl durchgeführt. Der hölzerne Dachstuhl, der auch die Kuppel des Festsaals im Mansardgeschoss trägt, hatte sich leicht gesenkt und drückte nach außen. Offenkundig wurde dies durch vertikale Risse in der Fassade. Nach der Ertüchtigung des barocken Dachwerks werden die Dächer wieder mit einer naturroten Biberschwanzdeckung belegt. Dank der Stellung des Baugerüstes konnten an vielen, sonst nicht zugänglichen Stellen Befunde der historischen Fassadengestaltung sichergestellt werden. Auf Grundlage des restauratorischen Gutachtens wurde in Abstimmung mit den zuständigen Denkmalbehörden entschieden, dass die Farbfassung aus der Zeit Anna Amalias um 1800 wiederhergestellt wird. Die straßenseitigen Fassaden zur Schillerstraße und zum Theaterplatz werden in einem hellen Ocker gestrichen, während im Hof eine Zweifarbigkeit aus gebrochenem Weiß und hellem Ocker wiederhergestellt wird.
Die Schließung des Gebäudes ermöglichte auch viele kleinere, teilweise „kosmetische“ Maßnahmen im Inneren, deren Bandbreite von Retuschen kleinerer Risse bis zur intensiven Pflege der historischen Fußböden reicht. Nach der Wiedereröffnung des Hauses muss der Festsaal noch geschlossen bleiben, da die Restaurierung noch Zeit erfordert.
Baubeginn: Juli 2025
Fertigstellung: April 2026
Wiedereröffnung des Museum: 30.4.2026
Restaurierung des Festsaals 2026/2027
Die Maßnahme wird im Rahmen des Sonderprogramms „Dach und Fach“ der Klassik Stiftung Weimar durchgeführt und durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziert.
Architekten: Dipl.-Ing. Alexander Schwarze
Tragwerksplaner: Dipl.-Ing. Jörg Kowalski
Restaurator: Dipl.-Rest. Thomas Werner