Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

Das Goethe- und Schiller-Archiv ist nicht nur ein Ort der Lektüre, der Recherche und des Aktenstudiums, sondern auch ein lebendiger Ort des Austauschs und der kulturellen Bildung. In verschiedenen Veranstaltungsformaten präsentiert das Goethe- und Schiller-Archiv seine Bestände und kommt im Rahmen von Vorträgen und Kolloquien mit Expert*innen und dem interessierten Publikum ins Gespräch.
Donnerstag, 16. Juni 2026, 17 Uhr, Vortragssaal GSA
Buchpräsentation mit Prof. Dr. Waltraud Maierhofer
(The University of Iowa, USA)
Der Maler, Zeichner, Kupferstecher und Karikaturist Johann Heinrich Ramberg (1763–1840) gehörte zu besonders talentierten wie produktiven Künstlern seiner Zeit, dessen Oeuvre kaum zu überblicken ist. Der Vortrag stellt den 2025 im Wehrhahn Verlag (Hannover) veröffentlichten Sammelband vor, darunter Rambergs bislang unbekannte Grafiken zur Amerikanischen Revolution und seine Shakespeare-Illustrationen. Vorgestellt wird auch das digitale Werkverzeichnis „Johann Heinrich Ramberg als Buch- und Almanachillustrator“, das Rambergs grafisches Werk umfassend dokumentiert.

Dienstag, 06. Oktober 2026, 17 Uhr, Vortragssaal GSA
Vortrag von Prof. Dr. em. Christa Jansohn, Bamberg
Adolph Menzel (1815-1905) – bekannt geworden vor allem mit Bildern aus dem Leben Friedrichs des Großen – war einer der erfolgreichsten und faszinierendsten Künstler des 19. Jahrhunderts und mit rund 15.000 Gemälden, Druckgraphiken, Zeichnungen und um die 70 Skizzenbücher sowie zirka 2.200 Briefen bei weitem auch einer der produktivsten. Nur äußerst selten wird darauf verwiesen, dass zu seinem Schaffen auch einige Shakespeare-Arbeiten gehören.
Der Vortrag möchte versuchen, diese Lücken zu schließen, indem Menzels Shakespeare-Werke genauer vorgestellt und in den kulturellen Kontext der Zeit eingeordnet werden. Zudem wird auf die Wirkungsgeschichte dieser Werke in Deutschland und im englischsprachigen Raum eingegangen.

Mittwoch, 28. Oktober 2026, 19 Uhr, Vortragssaal GSA
Vortrag von Prof. Dr. Holger Zaunstöck, Stabsstelle Forschung der Franckeschen Stiftungen
In der Literatur zu Johannes Daniel Falk (1768–1826) wird ein prägender Bezug zu August Hermann Francke (1663–1727) hergestellt. Dies war Motivation, einmal eingehender danach zu fragen, welche Beziehungen sich zwischen den Franckeschen Stiftungen in Halle und der Stadt Weimar im langen 18. Jahrhundert aufzeigen lassen. Sichtbar werden Geschichten mit überraschenden Einblicken und Bezügen. Diese lassen sich über einen roten Faden zu einer Geschichte zusammenbinden, die noch nicht erzählt ist. In ihr begegnen bekannte, weniger bekannte und unbekannte Akteurinnen und Akteure – von Francke bis Falk.

Donnerstag, 29. Oktober 2026, 17 Uhr, Vortragssaal GSA
Vortrag von Dr. Philip Kraut, HU Berlin
Die Brüder Grimm sind in der populären Erinnerung vor allem wegen ihrer Märchensammlung und ihres Deutschen Wörterbuchs präsent. Ihr Werk ist aber wesentlich umfangreicher und steht am Beginn mehrerer neuzeitlicher Wissenschaftszweige: Erzähl- und Mythologieforschung, Sprach- und Geschichtswissenschaft, Ethnologie und Rechtsgeschichte. Effektive historisch-philologische Arbeitsweisen halfen den Brüdern Grimm maßgeblich dabei, diese vielfältigen und großen Wissensgebiete zu beforschen. Der Vortrag führt in den größten, bislang aber am wenigsten bekannten Teil des Grimm-Nachlasses ein: in ihre wissenschaftlichen Arbeitsmaterialien – Notizen auf Zetteln und in Heften, Exzerptsammlungen, Werkmanuskripte und Arbeitsspuren in Büchern. Eng am Material dieser kleinen philologischen Gebrauchsformen lassen sich Methodik, Wissenstopik und Arbeitspraktiken der frühen Germanistik exemplarisch bis ins Detail rekonstruieren.

20. März 2026 - 13. Dezember 2026
Vor 25 Jahren ernannte die UNESCO Goethes handschriftlichen Nachlass zum Weltdokumentenerbe. Eine aus diesem Anlass präsentierte Ausstellung verdeutlicht Goethes beeindruckende Strategien, um sein Erbe lebendig zu halten.
