Foto des Sommerfestes 2018 im Goethe- und Schiller-Archiv Weimar

Das Goethe- und Schiller-Archiv ist nicht nur ein Ort der Lektüre, der Recherche und des Aktenstudiums, sondern auch ein lebendiger Ort des Austauschs und der kulturellen Bildung. In verschiedenen Veranstaltungsformaten präsentiert das Goethe- und Schiller-Archiv seine Bestände und kommt im Rahmen von Vorträgen und Kolloquien mit Expert*innen und dem interessierten Publikum ins Gespräch. 

Kommende Veranstaltungen

Johann Heinrich Ramberg als Illustrator. Shakespeare, Amerika, Erotika, Berühmtheiten und Royals der Goethezeit

Donnerstag, 16. Juni 2026, 17 Uhr, Vortragssaal GSA
Buchpräsentation mit Prof. Dr. Waltraud Maierhofer
(The University of Iowa, USA)

Der Maler, Zeichner, Kupferstecher und Karikaturist Johann Heinrich Ramberg (1763–1840) gehörte zu besonders talentierten wie produktiven Künstlern seiner Zeit, dessen Oeuvre kaum zu überblicken ist. Der Vortrag stellt den 2025 im Wehrhahn Verlag (Hannover) veröffentlichten Sammelband vor, darunter Rambergs bislang unbekannte Grafiken zur Amerikanischen Revolution und seine Shakespeare-Illustrationen. Vorgestellt wird auch das digitale Werkverzeichnis „Johann Heinrich Ramberg als Buch- und Almanachillustrator“, das Rambergs grafisches Werk umfassend dokumentiert.

Genie trifft Genie: Adolph Menzels Shakespeare-Werke

Dienstag, 06. Oktober 2026, 17 Uhr, Vortragssaal GSA
Vortrag von Prof. Dr. em. Christa Jansohn, Bamberg

Adolph Menzel (1815-1905) – bekannt geworden vor allem mit Bildern aus dem Leben Friedrichs des Großen – war einer der erfolgreichsten und faszinierendsten Künstler des 19. Jahrhunderts und mit rund 15.000 Gemälden, Druckgraphiken, Zeichnungen und um die 70 Skizzenbücher sowie zirka 2.200 Briefen bei weitem auch einer der produktivsten. Nur äußerst selten wird darauf verwiesen, dass zu seinem Schaffen auch einige Shakespeare-Arbeiten gehören.

Der Vortrag möchte versuchen, diese Lücken zu schließen, indem Menzels Shakespeare-Werke genauer vorgestellt und in den kulturellen Kontext der Zeit eingeordnet werden. Zudem wird auf die Wirkungsgeschichte dieser Werke in Deutschland und im englischsprachigen Raum eingegangen.

»Die Weymarischen Freunde werden ermahnet«. Weimar und die Franckeschen Stiftungen zu Halle

Abschluss des Falk-Jahres 2026

Mittwoch, 28. Oktober 2026, 19 Uhr, Vortragssaal GSA
Vortrag von Prof.  Dr. Holger Zaunstöck, Stabsstelle Forschung der Franckeschen Stiftungen

In der Literatur zu Johannes Daniel Falk (1768–1826) wird ein prägender Bezug zu August Hermann Francke (1663–1727) hergestellt. Dies war Motivation, einmal eingehender danach zu fragen, welche Beziehungen sich zwischen den Franckeschen Stiftungen in Halle und der Stadt Weimar im langen 18. Jahrhundert aufzeigen lassen. Sichtbar werden Geschichten mit überraschenden Einblicken und Bezügen. Diese lassen sich über einen roten Faden zu einer Geschichte zusammenbinden, die noch nicht erzählt ist. In ihr begegnen bekannte, weniger bekannte und unbekannte Akteurinnen und Akteure – von Francke bis Falk.

Wie die Brüder Grimm gearbeitet haben: Lektürespuren, Notizensammlungen und Werkmanuskripte im Grimm-Nachlass

Donnerstag, 29. Oktober 2026, 17 Uhr, Vortragssaal GSA
Vortrag von Dr. Philip Kraut, HU Berlin

Die Brüder Grimm sind in der populären Erinnerung vor allem wegen ihrer Märchensammlung und ihres Deutschen Wörterbuchs präsent. Ihr Werk ist aber wesentlich umfangreicher und steht am Beginn mehrerer neuzeitlicher Wissenschaftszweige: Erzähl- und Mythologieforschung, Sprach- und Geschichtswissenschaft, Ethnologie und Rechtsgeschichte. Effektive historisch-philologische Arbeitsweisen halfen den Brüdern Grimm maßgeblich dabei, diese vielfältigen und großen Wissensgebiete zu beforschen. Der Vortrag führt in den größten, bislang aber am wenigsten bekannten Teil des Grimm-Nachlasses ein: in ihre wissenschaftlichen Arbeitsmaterialien – Notizen auf Zetteln und in Heften, Exzerptsammlungen, Werkmanuskripte und Arbeitsspuren in Büchern. Eng am Material dieser kleinen philologischen Gebrauchsformen lassen sich Methodik, Wissenstopik und Arbeitspraktiken der frühen Germanistik exemplarisch bis ins Detail rekonstruieren.

Ausstellung: Zwischen Ordnung und Verlust – Die Entstehung der Marke Goethe

20. März 2026 - 13. Dezember 2026

Vor 25 Jahren ernannte die UNESCO Goethes handschriftlichen Nachlass zum Weltdokumentenerbe. Eine aus diesem Anlass präsentierte Ausstellung verdeutlicht Goethes beeindruckende Strategien, um sein Erbe lebendig zu halten.

Ausschnitt aus dem Agendazettel Goethes vom 1. Januar 1824

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.