Benutzungsordnung

A Allgemeiner Teil

§ 1 Zweckbestimmung

1. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist eine öffentliche wissenschaftliche Bibliothek. Sie dient als Forschungsbibliothek für Literatur- und Kulturgeschichte der Wissenschaft und Forschung und steht darüber hinaus mit ihren Beständen, Informationsmöglichkeiten und Dienstleistungen jedermann für berufliche Arbeit, Allgemein- und Weiterbildung zur Verfügung.

2. Die Benutzungsordung regelt unbeschadet des allgemeinen Hausrechtes die öffentlich-rechtlichen Beziehungen zwischen der Klassik Stiftung Weimar und den Benutzern der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und bestimmt die möglichen Benutzungsarten und -formen.

§ 2 Benutzungsverhältnis, Benutzungsberechtigte

1. Die Bibliothek kann von natürlichen und juristischen Personen zu einem der in § 1 genannten Zwecke benutzt werden, soweit sie die Gewähr für die Einhaltung dieser Ordnung bieten.

2. Zwischen der Bibliothek und dem Benutzer besteht ein öffentlich-rechtliches Benutzungsverhältnis.

3. Mit dem Betreten der Bibliothek oder der Inanspruchnahme von deren Leistungen erkennt der Benutzer die Benutzungsordnung an.

§ 3 Zulassung zur Benutzung

1. Die Benutzung bedarf einer Zulassung, die persönlich zu beantragen ist. Der Antragsteller muß mindestens 14 Jahre alt sein. Das Anmeldeformular ist in Gegenwart des Bibliothekspersonals zu unterschreiben.

2. Die Zulassung von Benutzern, die Bücher oder Materialien nur in den Lesesaal entleihen wollen, ist an folgende Voraussetzungen gebunden:

a) Mindestalter 18 Jahre. Minderjährige im Alter von 14 bis 17 Jahren benötigen die schriftliche Einwilligung ihres gesetzlichen Vertreters.

b) Vorlage eines gültigen Personalausweises.

3. Die Zulassung von Benutzern, die Bücher oder andere Materialien außer Haus ausleihen wollen, ist an folgende Voraussetzungen gebunden:

a) Mindestalter 18 Jahre. Minderjährige im Alter von 14 bis 17 Jahren benötigen die schriftliche Einwilligung ihres gesetzlichen Vertreters.

b) Vorlage eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses. Ergänzend haben Ausländer, die nicht Staaten der Europäischen Gemeinschaft angehören, und Staatenlose zusätzlich ihre Aufenthaltsgenehmigung vorzulegen, die noch mindestens drei Monate gültig sein muss. Die Ausleihberechtigung endet in diesen Fällen 30 Tage vor dem Ablauf der Gültigkeit des Bibliotheksausweises.

4. Juristische Personen werden zugelassen, wenn diese einen Antrag durch einen Zeichnungsberechtigen vorlegen lassen, der sich durch Personalausweis, deutschen Reisepass oder Dienstausweis ausweist.

5. Die Zulassung kann zeitlich befristet werden.

6. Bei der Antragstellung werden personenbezogene Daten erhoben, soweit diese zur rechtmäßigen Erfüllung der Aufgaben der Bibliothek erforderlich sind. Der Antragsteller erklärt sich mit der Erhebung und elektronischen Speicherung dieser Daten einverstanden.

7. Änderungen der bei der Zulassung genannten Daten, insbesondere der Anschrift, sind der Bibliothek unverzüglich mitzuteilen. Bei Nichterfüllung dieser Verpflichtung gehen Nachteile, die sich daraus ergeben, zu Lasten des Benutzers.

8. Bei Beantragung zur Zulassung ist neben den Voraussetzungen gem. § 3, Abs. 1-4 ein Bibliotheksausweis (Chipkarte) mit Barcode vorzulegen. (Der Erwerb richtet sich nach der Gebührensatzung der HAAB.) Dieser Barcode wird gem. § 3, Abs. 6 den persönlichen Angaben des Benutzers als Benutzernummer für das elektronische Ausleihsystem zugeordnet. Die Bibliothek behält sich vor, über die Anerkennung von Bibliotheksausweisen anderer Einrichtungen zu entscheiden. Die aktuelle Liste der anerkannten Ausweise kann in der Bibliothek (Ausleihe) eingesehen werden.

Die Chipkarte bleibt Eigentum des Benutzers.

Die Gültigkeitsdauer der Zulassung beträgt 12 Monate, sofern sie nicht kürzer befristet wurde. Eine Verlängerung muss vor Ablauf der Gültigkeit unter Vorlage der in Abs. 1 und 2 genannten Ausweispapiere beantragt werden. Bei juristischen Personen wird für die Ausstellung des Ausweises eine Verwaltungskostenpauschale gemäß der Gebührensatzung der Bibliothek erhoben.

9. Der Ausweis ist sorgfältig aufzubewahren und bei jeder Entleihung vorzulegen. Für eine missbräuchliche Verwendung haftet der Benutzer.

10. Der Verlust des Bibliotheksausweises ist der Bibliothek unverzüglich mitzuteilen.

11. Für die Ausstellung eines Ersatzausweises bei Verlust, Beschädigungen und dgl. wird eine Verwaltungskostenpauschale gemäß der Gebührensatzung der Bibliothek erhoben.

12. Zum Ende des Benutzungsverhältnisses sind alle aus der Bibliothek entliehenen Werke zurückzugeben. Ausstehende Verpflichtungen sind zu begleichen.

§ 4 Entgelte

Die Benutzung der Bibliothek ist unentgeltlich, soweit nichts anderes bestimmt ist und soweit nicht bestimmte, in der Benutzungsordnung aufgeführte Dienstleistungen gebührenpflichtig sind. Die Gebühren und Auslagen sind in der Gebührensatzung festgelegt und werden durch Aushang bekannt gegeben.

§ 5 Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten der Bibliothek werden durch Aushang bekannt gegeben.

§ 6 Allgemeine Pflichten und Haftung der Benutzer

1. Von jedem Benutzer wird erwartet, dass er andere Benutzer nicht in deren berechtigten Ansprüchen beschränkt, den Benutzungsbetrieb nicht behindert und das Bibliotheksgut sowie alle Einrichtungsgegenstände schonend behandelt. Er ist verpflichtet, den Bestimmungen dieser Benutzungsordnung und den Anordnungen des Bibliothekspersonals nachzukommen.

2. Insbesondere in den Lesesälen muss im Interesse aller Benutzer größtmögliche Ruhe herrschen. Lebensmittel und Getränke dürfen nicht in die Lese- und Katalogbereiche gebracht werden.

3. Tiere dürfen in die Bibliothek nicht mitgebracht werden.

4. Der kontrollierte Bereich darf nicht mit Mänteln und ähnlichen Bekleidungsstücken, Schirmen, tragbaren Telefonen, Behältnissen und anderen umfangreicheren Gegenständen betreten werden.

5. Für die Verwahrung von Gegenständen stehen Schließfächer zur Verfügung. Bei Verlust eines Schlüssels werden Gebühren und Auslagenersatz gemäß der Gebührensatzung in Rechnung gestellt.

6. Der Bibliotheksausweis sowie Druckschriften und andere Informationsträger sind bei der Eingangskontrolle unaufgefordert vorzulegen.

7. Die Mitnahme von Foto- und Filmapparaten und die Anfertigung von fotografischen Innenaufnahmen von Teilen des Gebäudes bedürfen der vorherigen Zustimmung.

8. Beim Verlassen des kontrollierten Bereichs sind sämtliche mitgeführten Gegenstände, der Inhalt von Laptop-Taschen und ähnliches unaufgefordert vorzulegen.

9. Schließfächer müssen noch am selben Tag geräumt werden. Die Bibliothek ist berechtigt, nicht fristgemäß frei gemachte Garderobenschränke und Schließfächer zu räumen. Die entnommenen Gegenstände werden als Fundsachen behandelt. Für die entnommenen Gegenstände wird seitens der Klassik Stiftung Weimar keine Haftung übernommen.

10. Der Benutzer ist verpflichtet, den Zustand der ihm ausgelieferten Druckschriften beim Empfang zu prüfen und Schäden anzuzeigen. Eintragungen und Unterstreichungen, Durchpausen und sonstige Veränderungen sind untersagt. Für die Benutzung von Sonderbeständen vgl. § 14 und 15.

11. Für Schäden und Verluste an Bibliotheksgut, die während der Benutzung entstanden sind, haftet der Benutzer. Über die Art und Höhe der Ersatzleistung bestimmt die Bibliothek nach pflichtgemäßem Ermessen.

Bei Beschädigung veranlasst die Bibliothek die sachgerechte Reparatur und stellt dem Benutzer die entstandenen Kosten gemäß Gebührensatzung in Rechnung. Bei Verlust hat der Benutzer in angemessener Frist ein gleichwertiges Exemplar zu bescha­ffen. Die Bibliothek kann stattdessen die Kosten für die Wiederbeschaffung eines identischen Originals, einer Kopie durch Nachdruck oder Kosten in Höhe des festgelegten Wertes in Rechnung stellen. Die Einarbeitungskosten richten sich nach der geltenden Gebührensatzung.

§ 7 Kontrollrecht der Bibliothek

Die Mitarbeiter sind berechtigt,

a) sich von den Benutzern den Bibliotheksausweis oder einen amtlichen Lichtbildausweis vorlegen zu lassen,

b) sich den Inhalt von Mappen, Taschen und so weiter sowie mitgeführte Druckschriften und sonstige Materialien vorweisen zu lassen,

c) Schließfächer zu kontrollieren.

§ 8 Haftung der Bibliothek

1. Die Bibliothek haftet nicht für Schäden, die durch unrichtige, unvollständige oder zeitlich verzögerte Dienstleistungen entstanden sind.

2. Die Bibliothek haftet nicht für von Benutzern mitgebrachte Gegenstände.

3. Die Bibliothek haftet im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften für Schäden, die im Einzelfall trotz vorschriftsmäßiger Benutzung der Schließfachanlage entstanden sind. Voraussetzung ist, dass der Benutzer am selben Tag dem Leiter der Benutzungsabteilung Meldung erstattet. Die Haftung entfällt für Geld und Wertsachen sowie für Verluste und Beschädigungen, die durch unbefugte Eingri­ffe Dritter in die Schließfachanlage entstanden sind.

B Benutzung innerhalb der Bibliothek

§ 9 Benutzung in den Lesesälen

1. Die Bibliothek versteht sich in erster Linie als Präsenzbibliothek.

Nur in den Räumen der Bibliothek zu benutzen sind grundsätzlich:

a) Druckschriften, die vor 1950 erschienen sind

b) in den Lesebereichen aufgestellte Werke und sonstige Präsenzbestände

c) Werke, die aufgrund gesetzlicher oder sonstiger rechtlicher Bestimmungen für eine uneingeschränkte Benutzung nicht zugelassen sind

d) ungebundene Werke und andere Werke, die besonderer Schonung bedürfen

e) Werke mit losen Beilagen

f) Großformate, Zeitungsbände

g) Mikroformen, Bild-, Ton- und andere Informationsträger

h) Loseblattausgaben

i )Tafelwerke, künstlerische Drucke, Bildbände und Werke mit Fotografien

j) seltene und wertvolle Drucke.

2. Die Magazinbestände der Bibliothek können zur Benutzung in die Lesesäle bestellt werden. Sie sind nach jeder Benutzung am Ausgabeort zurückzugeben. Im Übrigen gelten die § 8-14 sinngemäß.

3. Die Vorbelegung von Lesesaalplätzen kann untersagt werden. Bestände des Lesebereiches dürfen nicht reserviert werden.

4. Für die Benutzung von Bildschirmen, Lesegeräten usw. stellt die Bibliothek besondere Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Benutzung dieser Geräte und Arbeitsplätze kann von der Bibliothek zeitlich beschränkt werden, wenn mehrere Benutzer gleichzeitig Anspruch auf Geräte oder einen Arbeitsplatz erheben.

5. Der Einsatz eigener EDV-Geräte kann untersagt werden, wenn die Bedienung Störungen verursacht.

6. Der Zutritt zu den Magazinräumen ist grundsätzlich nicht gestattet.

§ 10 Benutzung von besonderem Bibliotheksgut

1. Handschriften, Rara, bestimmte Musikalien, Atlanten, Karten und weitere besonders wertvolle Bestände können nur an den dafür vorgesehenen besonderen Plätzen benutzt werden. Für die Benutzung empfiehlt sich eine schriftliche Voranmeldung. Vor Ort ist die Anmeldung unter Vorlage des Bibliotheksausweises und Angabe des Benutzungszwecks erforderlich. Die Bibliothek kann zusätzlich eine schriftliche Referenz verlangen.

2. Bestimmte Bestandsgruppen und Einzelstücke (z. B. Zimelien, Unikate, Objekte in gefährdetem Erhaltungszustand, Deposita) unterliegen aus konservatorischen oder anderen Gründen Benutzungseinschränkungen. Die Aufsicht gibt über die jeweiligen Beschränkungen und Auflagen Auskunft.

3. Mit den ausgegebenen Objekten ist besonders schonend umzugehen, da sie in der Regel einmalig und unersetzlich sind. Auf ausliegende Merkblätter für Sonderbestände wird hingewiesen. Sie sind Bestandteil dieser Benutzungsordnung.

4. Bei längerem Verlassen des Arbeitsplatzes sind die Objekte bei der Aufsicht zurückzugeben. Dabei kann eine Überprüfung auf Vollständigkeit und Unversehrtheit in Gegenwart des Benutzers vorgenommen werden.

5. Bibliotheksgut, das für eine uneingeschränkte Benutzung nicht geeignet ist, kann nur bei Nachweis eines besonders gewichtigen wissenschaftlichen oder beruflichen Zweckes eingesehen werden.

§ 11 Benutzung von EDV-Arbeitsplätzen

1. Die im Benutzerbereich bereitgestellten EDV-Arbeitsplätze dienen ausschließlich der Bereitstellung von bibliographischen und wissenschaftlichen Informationen. Der Benutzer hat die zeitlichen und programmbezogenen Nutzungsbeschränkungen zu beachten. Ausdrucke sind kostenpflichtig.

2. Der Benutzer ist verpflichtet, die gesetzlichen Regelungen, insbesondere des Straf- und Jugendschutzgesetzes zu beachten und an den EDV-Arbeitsplätzen gesetzwidrige Informationen weder zu nutzen noch zu verbreiten. Weiter ist er verpflichtet, keine Dateien und Programme der Bibliothek oder Dritter zu manipulieren und keine geschützten Daten zu nutzen.

3. Dem Benutzer ist es nicht gestattet,

a) die Programme und Dateien sowie die Systemeinstellung und Netzkonfiguration zu ändern,

b) Programme oder Dateien von mitgebrachten Datenträgern oder aus dem Netz Downloading auf die Datenträger der EDV-Arbeitsplätze zu installieren oder zu kopieren,

c) technische Störungen selbständig zu beheben.

4. Die Bibliothek haftet nicht für

a) Verletzungen des Urheberrechts durch Benutzer der EDV-Arbeitsplätze

b) Vertragsverpflichtungen zwischen Benutzern und Internetdienstleistern

c) Schäden, die einem Benutzer aufgrund von fehlerhaften Inhalten der von ihm benutzten Medien und Dienste entstehen

d) Schäden, die dem Benutzer durch die Nutzung der EDV-Arbeitsplätze und der dort angebotenen Medien an Dateien oder anderen Medienträgern entstehen

e) Schäden, die dem Benutzer durch Datenmissbrauch Dritter aufgrund des unzureichenden Datenschutzes im Internet entstehen

f) für die Funktionsfähigkeit der von ihr bereitgestellten Hard- und Software

g) für die Verfügbarkeit der an den EDV-Arbeitsplätzen zugänglichen Medien, Informationen und Dienste.

C Benutzung außerhalb der Bibliothek

§ 12 Allgemeine Ausleihbestimmungen

Ein Teil des neueren Bestandes steht für die Ausleihe zur Verfügung und ist entsprechend kenntlich gemacht.

§ 13 Aus- und Rückgabe

1. Die Bibliothek ist berechtigt, die Anzahl der einem Benutzer überlassenen Bibliotheksmaterialien zu begrenzen.

2. Die bestellten Materialien werden gegen Vorlage des Bibliotheksausweises an den Besteller persönlich ausgegeben. Die Bibliothek ist jedoch berechtigt, aber nicht verpflichtet, bestellte Materialien jedem auszuhändigen, der den Bibliotheksausweis des Bestellers vorlegt.

3. Bei der Ausgabe wird der Inhaber des Bibliotheksausweises durch das Eingeben oder Einlesen der Ausweisnummer und der Buchnummer bzw. der entsprechenden Buchdaten als Entleiher belastet.

4. Bei der Verbuchung mit Leihschein wird dieser mit Anbringen des Ausgabestempels auf dem Leihschein und der Aushändigung des bestellten Werkes zur beweiskräftigen Quittung.

5. Ist ein bestelltes Werk nicht außer Haus verleihbar (vgl. § 9, Abs. 1), wird es auf Wunsch im Lesesaal bereitgestellt, soweit nicht konservatorische oder rechtliche Gründe entgegenstehen.

6. Die Weitergabe entliehener Werke an Dritte ist unzulässig.

7. Werden bereitgestellte Werke nicht innerhalb einer Frist von 8 Werktagen nach Eingang der Bestellung bzw. nach Absenden der Benachrichtigung abgeholt, so wird anderweitig über sie verfügt. Bestelldaten werden gelöscht, Bestellscheine nicht aufbewahrt.

8. Die entliehenen Werke sind so bald wie möglich, spätestens jedoch am Ende der Leihfrist unaufgefordert in der Leihstelle zurückzugeben. Auch vor Ablauf der Leihfrist entsteht eine Rückgabepflicht, wenn die Bibliothek ein Buch zurückfordert.

9. Bei Rücknahme des Werkes durch die Bibliothek wird der Benutzer im konventionellen Betrieb durch Aushändigung des Hauptabschnitts des Leihscheins entlastet. Die elektronische Rückbuchung erfolgt durch Löschen des Entleihvermerks im Ausleihsystem. Dabei erhält der Benutzer bei persönlicher Rückgabe auf Verlangen eine Rückgabequittung. Auf diese verzichtet er bei anonymer Rückgabe.

§ 14 Leihfrist und Verlängerung

1. Die Leihfrist beträgt für die ausleihbaren Bestände des Magazins in der Regel 30 Kalendertage und des Lesebereiches in der Regel 7 Kalendertage. Die Bibliothek kann im Einzelfall eine andere Frist festsetzen.

2. Die Leihfrist kann zweimal verlängert werden, wenn das Werk nicht von anderer Seite benötigt wird und der Entleiher seinen Verpflichtungen gegenüber der Bibliothek nachgekommen ist. Bei der Fristverlängerung kann die Bibliothek die Vorlage des ausgeliehenen Werkes verlangen. Eine Verlängerung über die Gültigkeit des Bibliotheksausweises hinaus wird nicht gewährt. Die Leihfrist für Bestände des Lesebereiches, Zeitschriften, Mikroformen und bestimmte andere Sondermaterialien wird nicht verlängert.

3. Die Verlängerung der Leihfrist ist innerhalb von 10 Tagen vor Ablauf in Selbstbedienung im elektronischen Katalog vorzunehmen bzw. bei der Leihstelle zu beantragen. Bereits gemahnte Bücher können nicht verlängert werden.

§ 15 Mahnungen, Ersatzbeschaffung

1. Wer die Leihfrist überschreitet oder einer Rückgabeforderung nicht nachkommt, wird schriftlich gemahnt.

Leistet er der Mahnung für Bestände des Magazins nicht innerhalb von 10 Tagen Folge, so ergeht eine zweite Mahnung. Bleibt auch die zweite Mahnung länger als 10 Tage ohne Erfolg, so wird eine dritte Mahnung unter Fristsetzung von 10 Tagen durch eingeschriebenen Brief zugestellt.

Leistet er der Mahnung für Bestände des Lesebereiches nicht innerhalb von 3 Tagen Folge, so ergeht eine zweite Mahnung. Bleibt auch die zweite Mahnung länger als 3 Tage ohne Erfolg, so wird eine dritte Mahnung unter Fristsetzung von 3 Tagen durch eingeschriebenen Brief zugestellt.

Automatisch erstellte Mahnungen sind auch ohne Unterschrift gültig.

2. Die Mahnungen sind kostenpflichtig. Die Kosten richten sich nach der Gebührensatzung der Bibliothek. Die Mahnkosten sind fällig mit der Eintragung der Mahnung in das Benutzerkonto.

3. Die Bibliothek sendet die Mahnschreiben an die zuletzt ihr vom Benutzer mitgeteilte Adresse. Das Mahnschreiben gilt auch dann als zugegangen, wenn es als unzustellbar zurückkommt (vgl. § 3, Abs. 7).

4. Wird ein entliehenes Werk trotz letztmaliger Mahnung nicht zurückgegeben, kann die Bibliothek

a) geeignete Maßnahmen zur Herausgabe des entliehenen Werkes und

b) drei Monate nach Ablauf der Leihfrist die Bescha­ffung eines Ersatzexemplars einleiten.

c) mit Mitteln des Thüringer Verwaltungskosten- und Vollstreckungsgesetzes das Werk zurückfordern.

5. Die Bescha­ffung eines Ersatzexemplars erfolgt unbeschadet der Rückgabeverpflichtung. Dabei werden alle Kosten der Wieder- oder Ersatzbescha­ffung oder Kosten in Höhe des festgestellten Wertes sowie Gebühren zur Einarbeitung pro Titel gemäß Gebührensatzung der Bibliothek berechnet und dem Benutzer in Rechnung gestellt. Wird ein als verloren gemeldetes Werk nachträglich zurückgegeben, so hat der Benutzer Anspruch auf Übergabe eines inzwischen bescha­fften Ersatzexemplars, wenn er die Kosten entrichtet hat.

6. Bis zur Tilgung aller Forderungen seitens der Bibliothek kann der betre­ ende Benutzer von der Ausleihe und anderen Dienstleistungen ausgeschlossen werden.

§ 16 Vormerkungen und Benachrichtigungen

1. Ausgeliehene Werke können vorgemerkt werden, jedoch nicht vom Entleiher dieser Werke.

2. Die Zahl der Vormerkungen kann von der Bibliothek beschränkt, ihre Annahme vorübergehend auch ganz eingestellt werden. Vormerkungen, die innerhalb einer bestimmten Frist nicht erledigt werden können, werden gelöscht. Die Erledigung einer Vormerkung zu einem bestimmten Termin kann nicht garantiert werden.

3. Wird ein vorgemerktes Buch nicht innerhalb der in dem Benachrichtigungsschreiben genannten Frist abgeholt, so kann die Bibliothek anderweitig darüber verfügen.

4. Auskunft darüber, an wen ein bestimmtes Werk verliehen oder für wen es vorgemerkt ist, wird nicht erteilt.

5. Benachrichtigungen über die Bereitstellung eines vorgemerkten Werkes sowie weiterer, im Auftrag des Benutzers durchgeführter Leistungen sind portopflichtig.

D Auswärtiger Leihverkehr

§ 17 Ausleihe an andere Bibliotheken

1. Ausleihen und Dokumentenlieferungen zum Verbleib an andere Bibliotheken erfolgen im Rahmen der Bestimmungen des Deutschen und des Internationalen Leihverkehrs.

2. An Stelle des Originals können in Absprache mit dem Besteller kostenpflichtig Ersatzmedien geliefert werden.

§ 18 Entleihung aus anderen Bibliotheken

1. In der Bibliothek nicht vorhandene Werke können im Rahmen der Bestimmungen des Deutschen und des Internationalen Leihverkehrs bei anderen Bibliotheken bestellt werden. Die Bibliothek behält sich vor, Fernleihbestellungen nur von Benutzern mit Wohnsitz in der Region Weimar zu bearbeiten. Die Zahl der Bestellungen für einen Benutzer kann beschränkt werden.

2. Die Benutzung der von anderen Bibliotheken bescha­fften Werke unterliegt den Bestimmungen dieser Ordnung und eventuell zusätzlichen Bestimmungen der verleihenden Bibliotheken.

3. Die Verlängerung von Werken, die im auswärtigen Leihverkehr bestellt wurden, setzt die Einverständniserklärung der verleihenden Bibliothek voraus.

E Sonstige Benutzung

§ 19 Auskunft

1. Die Bibliothek erteilt aufgrund ihrer Kataloge und Bestände mündliche, telefonische und schriftliche Auskünfte, soweit es ihre Personallage gestattet.

2. Die Erteilung schriftlicher Auskünfte, die einen erheblichen Arbeitsaufwand erfordern, ist kostenpflichtig.

3. Das Schätzen des Werts von Büchern, Karten und Handschriften gehört nicht zu den Aufgaben der Bibliothek.

§ 20 Anfertigung von Reproduktionen

1. Die Bibliothek fertigt auf Antrag des Benutzers entsprechend ihren Möglichkeiten – und sofern es der konservatorische Zustand der Werke es erlaubt – kostenpflichtig Vervielfältigungen aus ihren Beständen und den von ihr vermittelten Werken an. Bei Reproduktionen aus gefährdetem Bibliotheksgut bestimmt sie in Absprache mit dem Benutzer das jeweils anzuwendende Verfahren.

2. Aufnahmen und Ablichtungen aus Handschriften oder anderen, von der Bibliothek bestimmten Werken sowie Aufnahmen von Abbildungen unterliegen besonderen Bedingungen und bedürfen der vorherigen Zustimmung der Bibliothek.

3. Die Abgabe von Vervielfältigungen erfolgt gegen Entgelt. Bei Bestellung kann eine Anzahlung oder Vorauszahlung verlangt werden. Bestellte Vervielfältigungen, die nicht abgeholt wurden, werden zwei Monate nach der Bereitstellung vernichtet.

4. Fotografieren, Filmen und Scannen von Bibliotheksgut mit eigenem Gerät ist nur nach vorheriger schriftlicher Erlaubnis zulässig.

5. Für die Beachtung der urheberrechtlichern und persönlichkeitsrechtlichern Vorschriften ist der Benutzer verantwortlich.

6. Die Bibliothek kann Bibliotheksgut vom Kopieren in Selbstbedienung ausschließen.

§ 21 Kostenpflichtige Dokumentenlieferung außerhalb des Leihverkehrs

Außerhalb des Leihverkehrs können bei der Bibliothek kostenpflichtig Dokumente bestellt werden. Die Dokumentenlieferung erfolgt auf postalischem oder elektronischem Wege durch die Zusendung von Kopien, die beim Besteller verbleiben. Gebühren und Auslagen werden entsprechend der Gebührensatzung erhoben.

F Schlussbestimmungen

§ 22 Ausnahmen vom Anwendungsbereich

1. Durch diese Benutzungsordnung nicht geregelt sind

a) die Ausleihe von Bibliotheksbeständen für Ausstellungen,

b) die Edition bzw. Faksimilierung von Handschriften, Inkunabeln und Rara sowie von alten Karten, Plänen oder Graphiken,

c) die Bereitstellung von Reprintvorlagen.

2. Bei Herstellung oder Vervielfältigung fotografischer Aufnahmen und anderer Reproduktionen zu gewerblichen Zwecken durch den Benutzer oder im Auftrag des Benutzers gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Fotothek der Klassik Stiftung Weimar und deren Preisliste in der jeweils gültigen Fassung.

3. In diesen und sonstigen Fällen, die über den Rahmen der Benutzungsordnung hinausgehen, ist jeweils eine besondere Vereinbarung erforderlich. Unbeschadet der Erteilung einer Publikationsgenehmigung behält die Bibliothek das Recht, die betre­ enden Texte und Bilder selber zu verö­ffentlichen oder Dritten die Verö­ffentlichung zu gestatten.

§ 23 Ausschluss von der Benutzung

Verstößt ein Benutzer schwerwiegend oder wiederholt gegen die Bestimmungen der Benutzungsordnung oder ist durch den Eintritt besonderer Umstände die Fortsetzung eines Benutzungsverhältnisses unzumutbar geworden, kann die Bibliothek durch schriftliche oder mündliche Verfügung, die schriftlich wiederholt wird, den Benutzer vorübergehend oder dauernd, teilweise oder vollständig von der Benutzung ausschließen. Alle aus der Benutzungsordnung erwachsenen Verpflichtungen bleiben auch nach dem Ausschluss bestehen.

§ 24 Beschwerdemöglichkeit

Beschwerden sind an den Direktor der Bibliothek zu richten.

§ 25 Inkrafttreten

Die Benutzungsordnung tritt vorläufig durch Beschluss des Präsidenten der Klassik Stiftung Weimar ab 1. Februar 2005 in Kraft. Alle vorhergehenden Benutzungsordnungen verlieren ihre Gültigkeit.

Weimar, den 1. Februar 2005

Hellmut Seemann

Präsident

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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